Setz dich für die Einheit ein! | Römer 15,1-13 | Jonathan de Vries

Von nichts kommt nichts, ist ein bekannter Ausdruck, eine gewisse Volkswahrheit, derer wir uns sehr wohl bewusst sind.

Wer für Prüfungen nie lernt, muss sich nicht darüber wundern, wenn er einen Abschluss verpasst.

Wer seinen Wecker nie stellt, muss sich nicht wundern, dass er irgendwann eine Kündigung bekommt, weil er nicht die Arbeit verrichtet hat.

Wer seine Wohnung nicht aufräumt, muss sich nicht wundern über das Chaos, das entsteht.

Von Nichts kommt nichts.

Wenn man Menschen beobachtet, die weltlich gesehen alles erreicht haben, die Karriere leider bestiegen haben, die ein hohes Gehalt inzwischen haben, die hohes Ansehen genießen, werden auch die dir sagen, von Nichts kommt Nichts.

Ein weltbekannter Violinist, selbst Besitzer einer Stradivari, der jahrelang einen Weltrekord gehalten hat, den Hummelflug am schnellsten spielen konnte, er musste im Interview zugeben, dass es für ihn keinen freien Tag gibt.

Jeden Tag und selbst im Urlaub muss er mehrere Stunden üben, um diese Fähigkeiten beizubehalten und so sagt auch er, von Nichts kommt Nichts.

Genauso ist es bei der Einheit in der Gemeinde, wenn wir uns darüber unterhalten.

Wenn jeder einfach für sich selbst hinlebt, wenn jeder einfach denen aus dem Weg geht, die ihm nicht passen, die eine andere Meinung haben, dann kann es keine Einheit geben, dann kann es kein Zusammenleben geben und dann kannst du eben nicht nur zuschauen, um diese Einheit zu erreichen, du musst sie auch dich dafür einsetzen und genau das ist es, was uns der Römerbrief nun erklärt mit drei Aufforderungen, wie du dich einsetzen kannst für die Einheit und dazu dürft ihr jetzt Römer 15 aufschlagen, Römer Kapitel 15.

Heute bitte ich euch, zur Schriftlesung und zum Gebet nochmal aufzustehen, ihr habt schon lange gesessen und ich brauche frische Gemüter, damit ihr der Predigt folgen könnt.

Wir lesen aus Römer 15, die Verse 1 bis 13.

Wir aber die Starken sind verpflichtet, die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen und nicht uns selbst zu gefallen.

Jeder von uns gefalle demnächst zum Guten, zur Erbauung, denn auch der Christus hat nicht sich selbst gefallen, sondern wie geschrieben steht, die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

Denn alles, was früher geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und durch die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben.

Der Gott des Ausharrens und der Ermunterung aber gebe euch, gleichgesinnt zu sein untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht.

Deshalb nehmt einander auf, wie auch der Christus euch aufgenommen hat, zu Gottes Herrlichkeit.

Denn ich sage, dass Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist, um der Wahrheit Gottes willen, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen, damit die Nationen aber Gott verherrlichen, um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht.

Darum werde ich dich bekennen unter den Nationen und deinen Namen Lob singen.

Und wieder, sagt er, seid fröhlich ihr Nationen mit seinem Volk.

Und wieder lobt den Herrn alle Nationen, und alle Völker sollen ihn preisen.

Und wieder, sagt Jesaja, es wird sein, die Wurzel Isais, und der da aufsteht, über die Nationen zu herrschen, auf den werden die Nationen hoffen.

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und einem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seid in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Und so stehen wir vor dir, Vater, danken dir für dein Wort, dass du uns überliefert hast.

Wir danken dir dafür, dass du ein für alle Mal gesprochen hast, dass dein Wort nicht nur gilt, sondern bis heute aktuell ist auch für uns.

Und so bitten wir dich heute, mach uns empfänglich.

Wirke du durch deinen Geist, dass wir nicht nur Hörer deines Wortes sind, sondern Täter werden.

Und so bitten wir, rede du, denn dein Volk hört.

Amen.

Ihr dürft euch setzen.

Wir sind hier in Römer 15 gewissermaßen beim Schlussplädoyer angelangt, das von der Einheit, der Gedankeneinheit, die Paulus ab Kapitel 14 Vers 1 begonnen hat.

In der Gemeinde in Rom drohte eine Trennung, die Gemeinden in zwei zu teilen, eine Trennung, die sich unterscheiden würde zwischen Starken und Schwachen.

Wenn du noch einmal zurückblätterst zu 14 Vers 1, dort macht Paulus diesen Unterschied, wenn er sagt, den Schwachen im Glauben aber nehmt auf, doch nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen.

Also er räumt hier ein, es gibt Schwache im Glauben.

Wir reden also von Leuten, die den Glauben haben, die Jesus Christus verstanden haben, die die Errettung verstanden haben, die Christus nachfolgen, aber die in ihrem Glaubensleben noch nicht die ganze Freiheit Christi in Anspruch nehmen können, die bei gewissen Dingen Skrupel haben und bei gewissen Dingen den Eindruck haben, es sei Sünde, obwohl es eigentlich keine Sünde ist.

Paulus spricht hier über Dinge, über die die Bibel weder ein Verbot noch ein Gebot ausgesprochen hat.

Es gibt viele Bereiche der Bibel, wo sie schweigt und in diesen Bereichen, die benennt Paulus nun, das sind Bereiche von zweifelhaften Fragen.

Nun, wir müssen uns hier aber noch einmal klar vor Augen malen, dass die Bibel nicht nur aus zweifelhaften Fragen besteht.

Die Bibel zeichnet ganz klare rote Linien in vielen Bereichen und diese klaren roten Linien müssen wir, wenn wir Jesus Christus folgen, auch vertreten.

Diese roten Linien fangen an beim Bekenntnis, bei dem Bekenntnis, dass Jesus Christus Gott ist, dass er Mensch wurde, dass er ein heiliges Leben lebte, auch sein Werk, dass er kam, um Sünder zu erlösen, dass er starb und dass er auferstanden ist, dass er wiederkommen wird.

Es besteht auch aus dem Bekenntnis anzuerkennen, dass die Errettung eben aus Jesus Christus alleine nur zu erlangen ist, durch Glauben und durch Gnade allein.

Aber es ist nicht nur das Bekenntnis, wo die Bibel klare rote Linien zeichnet, es gibt auch, es wirkt sich auch in der Praxis aus, wo wir klare rote Linien haben.

Die Bibel ist ganz deutlich, dass Sexualität nur für die Ehe vorbehalten ist, eine Ehe, die ausschließlich aus Mann und Frau bestehen kann.

Paulus sagt nicht, du akzeptierst einfach, wenn innerhalb der Gemeinde jemand unmoralisch lebt.

Nein, die Bibel ist da ganz klar.

Die Bibel ist auch ganz klar, dass es einem Christen nicht gebührt, sich zu berauschen.

Es gibt niemanden, der sagen kann, ich betrinke mich einfach am Wochenende und das sollte ja nichts ausmachen, akzeptiere mich einfach, eine zweifelhafte Frage.

Nein, ist es nicht.

Eine rote Linie.

Und so gibt es viele andere Dinge, wo die Bibel ganz, ganz deutlich spricht und ganz, ganz klare Positionen bezieht, die alle Christen teilen.

Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Bibel immer noch uns ein Bild malt einer Gemeinde, die eben nicht aus einem Einheitsbrei besteht, wo jeder aussieht wie der andere.

Eine Gussform, die man auf alle anpassen könnte.

Nein, im Gegenteil.

Es gibt sehr viele Bereiche im Leben, wo die Bibel dir Freiheit gibt und wo es unterschiedliche Entscheidungen gibt.

Das kann den Job betreffen, das kann die Lebensweise betreffen, das kann die Fortbewegungsmittel betreffen.

Das kann auch eine Entscheidung fällen, wie haben wir jetzt für mir zwei Kinder oder fünf Kinder oder noch mehr.

Viele verschiedene Faktoren, wo die Bibel uns keinen klaren Auftrag gibt und wo die Bibel uns auch warnt, nicht zu versuchen, eine Gleichförmigkeit zu erreichen.

Im Gegenteil.

Unterschiede stehen zu lassen, aber eine trotzdem Einheit anzustreben.

Einheit mit all diesen Unterschieden heißt dann auch Arbeit.

Für diese Einheit muss man sich einsetzen und so sind wir jetzt, wenn wir in Römer 15 anschauen, in einer Passage, wo Paulus jetzt förmlich alle Register zieht, um diesen Punkt noch einmal deutlich zu machen, wie wichtig Gott die Einheit ist.

Und er tut das, indem er klare Aufforderungen gibt.

Er gibt sogar Gebete preis und er zitiert insgesamt fünfmal das Alte Testament, um jeden von uns ohne Zweifel zurückzulassen, dass die Einheit wirklich wichtig ist.

So kommen wir zur ersten Aufforderung.

Setz dich gegen die Selbstsucht ein.

Setz dich gegen Selbstsucht ein.

Wenn wir jetzt nochmal 15 Vers 1 anschauen, wie Paulus nun einleitet, er sagt, wir aber die Starken.

Also es wird jetzt hier deutlich, dass er sich selber in dieses Lager der Starken einordnet.

Jemand, der nicht nur das Bekenntnis von Christus hat, sondern auch daraus heraus ohne Skrupel genießen kann, frei leben kann und sich keine zusätzlichen Gesetze auferlegen kann.

Er kann das, was die Bibel sagt, für sich selber auch in Angriff nehmen.

Zu sagen, es ist nichts unrein.

Es ist alles rein.

Es gibt keine Pflicht, mich einem weiteren zu beugen.

Sein Gewissen ist unbefleckt.

Nun, wenn wir aber von diesen Starken sprechen, zu denen Paulus sich zuordnet, dann müssen wir auch festhalten, dass wir nicht kategorisch eine Linie durch die Gemeinden ziehen können und sagen können, diese Menschen sind in allen Bereichen ihres Lebens stark und diese Menschen sind in allen Bereichen ihres Lebens schwach.

Nein, eher ist es so, dass jeder Einzelne feststellen wird, dass er selber, wenn er sein Leben beobachtet, in gewissen Bereichen stark sein wird und in gewissen Bereichen schwach sein wird.

Diese Unterteilung lässt sich nicht eins zu eins machen.

Nun, was gemeint ist hier, was Paulus ausdrückt, ist, dass diese Starken eine fitte geistliche Muskulatur haben.

Es ist also so, dass das, was sie glauben, ihr Leben wirklich prägt.

Ihre Muskeln, die sie als geistliche Christen bekommen haben, sind fit, sie sind gestärkt, mit denen gehen sie voran.

Und so sagt Paulus jetzt, wenn du ein Starker im Glauben bist, dann kommt diese Stärke mit einer Verantwortung mit.

Wenn er jetzt nämlich sagt in Vers 1, wir aber die Starken sind verpflichtet.

Wir sind verpflichtet, die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen.

Das bedeutet also, von dem Moment an, von Beginn an muss ein Starker anerkennen, dass mit seiner Stärke, mit seiner Freiheit, mit seiner Sorglosigkeit gewissermaßen, die er an den Tag trägt, er eine große Verantwortung trägt.

Mit Stärke geht Verantwortung einher.

Und das ist wahr, im ganzen Leben, überall, im Straßenverkehr, müssen diejenigen, die mehr PS haben, die Autos, dolle aufpassen im Vergleich zu den Fahrradfahrern oder Fußgängern.

Eltern müssen ihre Verantwortung tragen den Kindern gegenüber, weil sie die Stärkeren sind.

Und auch sonst, wer kräftig ist, wer stark ist, muss sich mäßigen, dass er mit seiner Kraft nicht andere schmerzt, wenn er die Hände schüttelt.

Sondern, so muss jeder Starke lernen, meine Kraft, die ich habe, gilt nicht nur mir selbst, sie dient zum Schützen und zum Unterstützen.

Schützen und unterstützen.

Und das ist etwas, das Jungs von klein auf mitbekommen müssen.

Ihr mögt in vielen Bereichen eures Lebens schneller, stärker, besser sein, aber diese starke Natur, die ihr habt, dient, um zu schützen und zu unterstützen.

Das sagt Paulus hier nun den Starken.

Eure Aufgabe ist es, die Schwachheiten der Kraftlosen, wie er sie hier nennt, zu tragen.

Nun, ein Schwacher mag Gewissensbisse haben und der Starke nimmt jetzt bewusst diese Skrupel mit auf.

Nehmen wir an, als Beispiel, du entscheidest dich, mit einem deiner Geschwister ins Kino zu gehen.

Ihr sucht euch einen Film aus, ihr flitzt euch in diese schönen, bequemen Sessel, habt eine große Packung Popcorn noch dabei, alles ist gut, ideal, der Film ist sauber, keine Sünde, die euch vorgestellt wird, aber nach den ersten Minuten im Film sagt dein Bruder oder deine Schwester neben dir, ich kann das nicht.

Irgendwas da drin löst für ihn, ist für ihn mit Sünde in Verbindung getreten.

Irgendwas darin scheint ihm unrein.

Irgendwas darin löst in ihm Skrupel aus und er sagt, ich kann das nicht.

Dann ist die Verantwortung des Starken zu sagen, ich gehe mit dir raus.

Du diskutierst da nicht, du stöhnst da nicht, Mensch, jetzt habe ich so viel Geld ausgegeben.

Du versuchst auch nicht zu überzeugen, sondern du trägst ihn.

Du trägst ihn, weil, und damit fahren wir fort in der Passage, Paulus sagt, es ist der Auftrag, die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen und nicht uns selbst zu gefallen.

Es geht eben nicht nur darum, meine eigene Erfahrung, die ich hier im Kino habe, aufrechtzuerhalten.

Für mich ist das ganz okay und das ist ja schön.

Wenn du willst, geh raus.

Es ist so, wie ein Starker, ein Bodybuilder in einem Fitnesscenter sich vor dem Spiegel angucken würde, um das einfach nur für sich selber zur Schau zu stellen und sich selber anzuschauen.

Doch stattdessen ist die Anweisung, die Paulus hier ganz deutlich macht, es geht viel weiter.

Es geht nicht darum, dir selber zu gefallen.

Es geht darum, deinem Nächsten zu gefallen und das führt er jetzt aus in Vers 2.

Jeder von uns, und jetzt meint er ausnahmslos jeden.

Er spricht jetzt nicht mehr nur von den Starken, er spricht nicht mehr nur von den Schwachen.

Ausnahmslos jeden, der das Bekenntnis festhält, schreibt sich das auf die Fahne.

Jeder von uns, gefalle dem Nächsten zum Guten, zur Erbauung.

Und damit merkt ihr, wie deutlich Paulus gegen den aktuellen Zeitgeist spricht.

Wenn dir gesagt wird, tu einfach das, was dir gut tut.

Es ist das, was du willst.

Tu das, was du willst.

Zieh an, was du willst.

Füll die Zeit mit dem, was dir vom Gefühl her gut tut.

Schau dir an, was du willst.

Und wenn niemand mitmacht, dann geh einfach alleine voraus.

Da macht die Bibel einen ganz anderen Fokus.

Dass du eben nicht alleine unterwegs bist, sondern du mit deinen Geschwistern unterwegs bist und du dich darum sorgst, ihnen zu gefallen.

Nun, das heißt nicht, dass du dich auftakelst, damit sich jeder dich staunend anschaut, sondern Paulus gibt dir die Absicht mit, es geht darum, dass du ihm gefällst zum Guten, zur Erbauung.

Das bedeutet, Gutes ist der Inbegriff, von dem Gott darstellt.

Gott alleine ist gut, rein, heilig.

Und diesen Menschen, der mit dir unterwegs ist, auszurichten auf das, was wirklich gut ist, sein Glaubensleben zu stärken.

Und damit kommen wir wieder zu dem Begriff Erbauen, den er hier nutzt.

Ein Begriff, wir haben das letzte Woche schon gesehen, der von der Baustelle stammt.

Ein Haus zu bauen ist die Idee.

Du hilfst deinem Nächsten in seinem geistlichen Leben sein geistliches Haus zu bauen und zu stärken.

Und du hütest dich davor, es zu zerstören.

Und so gefällst du ihm mit dem, wie du ihm begegnest, so wie du mit ihm unterwegs bist, um ihm zum Guten zu verhelfen, um ihn zu erbauen.

Dann kannst du dir vorstellen, dass du auf einem Familienausflug unterwegs bist.

Nehmen wir an, mehrere Generationen sind dabei.

Die ältere Generation ist nicht mehr so gut zu Fuß und nimmt es ein bisschen langsamer.

Die Schulkinder freuen sich endlich nach draußen zu kommen und rennen dir schon voraus.

Die Kleinen sitzen im Kinderwagen und die Eltern sind schwer beschäftigt, alles unter Kontrolle zu halten.

Jetzt kommst du dazu mit deiner Sporthose.

Spaziergang heißt für mich 10 Kilometer in anderthalb Stunden.

Mal sehen, ob wir es hinkriegen.

Und du sprintest schon fast los.

Du bist konzentriert auf deinen Puls.

Du bist darauf konzentriert, dein Ziel zu erreichen.

So wäre es, sich selbst zu gefallen.

Nun, in diesem Szenario ist es förmlich absurd.

Aber genau so verhält sich oft der Christ in der Gemeinde.

Ich mit meiner Pulsuhr und mein Ziel.

Und so wirst du erzogen.

Du sollst dir selber gefallen.

Solange es dir gut ist, ist alles gut.

Und so kommst du dann in die Gemeinde, holst dir deine Dosis Ermutigung ab und gehst wieder los.

Du tust nur das, was auch wirklich Nutzen für dich hat.

Du isst nur das, wenn du zu Besuch bist, was du den Eindruck hast, dir auch schmeckt und gut für dich ist.

Und so organisierst du dir deinen Tag nach dem, was dir passt.

Und am Ende des Tages hast du deine Liste mit Zählen und du kannst sagen, okay, ich habe mein Erholungsziel erreicht.

Ich habe mein Fitnessziel erreicht.

Ich habe mein Kalorienziel erreicht.

Aber die Bibel fragt dich eine ganz andere Frage.

Was hast du denn die ganze Zeit mit dem gemacht, der neben dir her lief?

Die Frage, die die Bibel dir stellt, ist, was ist mit deinem Nächsten?

Hast du ihn ermutigt?

Hast du ihn zum Guten gefördert?

Hast du ihm geholfen sein Haus, sein geistliches Haus zu erbauen?

Hast du seine Schwachheiten getragen?

Und dann ändert sich das Bild, dass ein Starker im Glauben auf diesem Ausflug, wenn wir dieses Bild wieder nehmen, dabei ist, der älteren Generation zu helfen, voranzukommen.

Dabei ist, die Kinder bei der Laune zu halten.

Dabei ist, den Eltern zu helfen, voranzukommen und dabei zu sein, die Einzelnen zu ermutigen in Gesprächen.

Und so sagt Paulus, genau so, lieber Christ, verhältst du dich in der Gemeinde.

Und die Frage, die du dir stellen musst, ist, was mit welcher Haltung kommst du hierher?

Was geht dir durch den Kopf?

Mal sehen, ob ich heute was mitnehmen kann von der Predigt.

Ich brauche endlich Ermutigung.

Oder ich hoffe, es ist nicht wieder so laut.

Und so bewegst du dich in einem Käfig des Selbstschusses, Käfig der Selbstsucht und die Bibel sagt dir mit Römer 15 darum, lieber Freund, geht es nicht.

Die Frage, die dich bewegen darf, ist, wie kann ich den Nächsten erbauen?

Wenn ich zur Gemeinde komme, mit wem kann ich reden?

Wer braucht Ermutigung?

Wer braucht Erbauung?

Wen kann ich stärken?

Und dann kommst du zu den Einzelnen.

Wie geht es dir?

Nicht als Floskel, sondern wie geht es dir wirklich?

Du schreibst mir dem einen oder anderen vorab vielleicht schon.

Lass uns zusammen reden.

Und dann hörst du auf, dich um dich selber zu drehen und fängst an, dich um den Nächsten zu drehen.

Darum geht es innerhalb der Gemeinde.

Und Paulus geht jetzt weiter.

Das kommt nicht von ungefähr.

Vers 3.

Die Motivation kommt von Christus selbst, denn auch der Christus hat nicht sich selbst gefallen.

Denk darüber nach, was Christus getan hat.

Der Christus, der die Stärke in Person ist.

Christus, der allmächtig ist, der allwissend ist, der alles unter seinen Fittichen trägt, den keinen übertreffen kann.

Und dieser Christus hätte von Anfang an so kommen können, als der König, den alle bestaunen, alle bewundern, auf den alle schauen.

Guck mal, was der kann.

Schau mal, wie der das macht.

Er hätte kommen können und sagen können, guck, wir machen alles neu.

Es wird alles besser.

Aber was tut er stattdessen?

Wenn ihr jetzt weiterlest, Vers 3.

Sondern wie geschrieben steht, die Schmerungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

Und hier zitiert Paulus jetzt aus Psalm 69.

Psalm 69, ein Psalm, in dem David selber seinen Konflikt vor Gott ausschüttet.

Er ist ein Gerechter, der sich für die Sache Gottes eingesetzt hat und stattdessen Leid erfährt.

Und der ganze Vers in Psalm 69, Vers 10 fängt an mit den Worten, der Eifer um dein Haus hat mich verzerrt.

Ihr erinnert euch vielleicht, dass es im Johannesevangelium auch auf Jesus bezogen wird.

Der Eifer um dein Haus hat mich verzerrt und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

Jesus hätte kommen können und sagen können, Gott hat es ja mit Israel nicht auf die Reihe gekriegt.

Auf die alte Art und Weise hat es nicht geholfen.

Er hat ihnen so viel Gnade gegeben, hat ihnen so viel Hoffnung gegeben, hat ihnen so viel Verheißung gegeben und die sind immer noch genauso bockig wie zuvor.

Jetzt machen wir alles anders.

Jetzt verkaufe ich ihnen die Sache ein bisschen anders und ich zeige ihnen mal, wie groß ich wirklich bin und wie gewaltig und ich reiße alles auf.

Aber stattdessen geht Jesus einen anderen Weg, dass er eben nicht sich selbst gefallen hat, sondern von Beginn an sich voll mit dem identifiziert hat, der Israel schon aus Ägypten geführt hat und dann selber sogar sagt, ich und der Vater sind eins und dann bereitwillig die Schande auf sich genommen hat, die Gott schon von Anfang an tragen musste, dass sie ihn verachtet haben, dass sie ihn verspottet haben, dass sie im Götzendienst betrieben haben und all diese Schande, sagt er, darin identifiziere ich mich mit dem Vater und all das tat er nicht, um sich selbst zu gefallen, sondern um die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen, du und ich.

Die Kraftlosen, die unter der Last ihrer Sünde zusammenbrechen, die keinen Weg voran haben, die einzig und allein einen brauchen, der bereit ist, sich runter zu beugen, sich selbst nicht zu gefallen und diese Sünde zu tragen, die sonst keiner tragen kann.

Und jetzt sagt Paulus dir, wenn Jesus diesen Weg gegangen ist, wenn er bereit war als der Höchste, der Stärkste, der dem alles zusteht, diesen niedrigen Weg zu gehen, um dich zu erlösen, wie viel mehr, lieber Christ, bist du dann bereit, die Schwachheiten, die im Vergleich Kleinigkeiten, Oberflächlichkeiten deiner lieben Mitgeschwister, zu tragen.

Wenn es dazu kommt, dass ein Schwacher in der Gemeinde verlacht und verhöhnt wird, dann bist du der Erste, der ihn aufnimmt.

Jemand mag seinen Job verlieren, weil er aus Gewissensgründen sonntags nicht arbeiten kann.

Du würdest diese Entscheidung nicht fällen, aber du nimmst ihn auf, als wäre es deine Entscheidung gewesen.

Jemand mag sich mit Schwierigkeiten auseinandersetzen müssen, weil er seine Kinder nicht zu einer Veranstaltung schicken kann, zu denen du deine Kinder schicken würdest, aber du nimmst ihn auf.

Die Schwachheiten, die er durchmacht, sind auch meine Schwachheiten.

Jesus hatte zwölf Jünger, die ihm treu begleitet haben, doch als es eng wurde, waren sie alle weg.

Paulus hatte jüngere Mitarbeiter, die ihn begleitet haben, doch als es eng wurde, waren auch die alle weg.

Und es ist oft so, dass die Bequemlichkeit und die Selbstsucht des Einzelnen unser Mitgefühl und unser Mittragen ersticken werden.

Und Paulus sagt, in der Gemeinde Christi gilt genau das Gegenteil.

In der Gemeinde Christi identifiziert sich jeder Christ mit dem Christ neben ihm.

Und es geht nicht länger um dich, es geht um den anderen.

So zieht Gott hier den Zahn der Selbstsucht.

Und so nimm dir vor für die nächsten Wochen ganz konkret, wen kann ich erbauen, wie kann ich dem Nächsten zum Guten verhelfen.

Höre zu, schreibe Nachrichten, verbringe Zeit mit denen, komm nächsten Sonntag mit dem Blick auch in die Gemeinde.

Das ist der Weg, wie du die Einheit erstreben kannst.

Nun fährt Paulus fort in Vers 4 und in Vers 4 ist es fast so, als ob er rechtfertigt, warum er Psalm 69 zitiert hat.

Wenn er nun schreibt, denn alles, was früher geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und durch die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben.

Also alles in der Bibel von Beginn an 1.

Mose 1 bis zu Malachi, das Alte Testament, all das, was schon zuvor geschrieben wurde, ist, wie er nun sagt, zu unserer Belehrung geschrieben.

Und wir werden feststellen dann, dass dieses Ausharren der Schriften uns dazu auch führt, uns zu ermutigen.

Ausharren heißt, das was Paulus nun zeigen kann, ist, dass dieses Szenario, das Christus durchlaufen hat, ein Szenario war, das David auch schon kannte und ein Szenario ist, das du in der Gemeinde auch kennen wirst.

Und so siehst du eine kontinuierliche Linie durch die Schrift durchziehen, die sagt, es ist immer noch das gleiche Prinzip.

Und so ist es dann diese Ermunterung, ein Begriff, der eben auch mit Ermahnung oder Trost ausgesprochen werden kann, die dich dazu fordert, dementsprechend zu leben.

Und die Konsequenz ist Hoffnung, Hoffnung.

Hoffnung ist nicht einfach eine vage Vermutung, sondern ist eine feste Gewissheit, dass das, was wir glauben, auch wahr ist und dass es wahr wird, wenn wir einst bei ihm sind.

Aus dem Grund zitiert er diese Schrift.

Der Kampf gegen Selbstsucht fängt nicht erst mit dem Römerbrief an, er ist schon von Anfang an da.

Nun kommen wir zum zweiten Befehl, zur zweiten Aufforderung, die Paulus gibt.

Zweitens, setz dich für Gottes Plan ein.

Denn jetzt fährt er fort in Vers 5.

Der Gott des Ausharrens und der Ermunterung, aber gebe euch gleichgesinnt zu sein untereinander.

Merkt ihr, da gibt es eine Parallele.

Er sprach zuvor von den Schriften und ihres Ausharrens und der Ermunterung und jetzt springt er und sagt, dass der Gott des Ausharrens und der Ermunterung, also er zieht hier eine bewusste Parallele, um noch einmal deutlich zu machen, die Schrift und Gott hängen zusammen.

Gott ist der Autor der Schrift und so ist auch er durch mit den gleichen Eigenschaften zu betiteln.

Nun Paulus spricht hier ein Gebet aus, er gebe euch.

Gott möge es euch geben.

Und was ist sein Gebet?

Sein Gebet ist, dass die Gemeinde eines Sinnes sein kann.

Nun eines Sinnes bedeutet, auf das gleiche Besinn ausgerichtet zu sein.

Es wird dadurch deutlich, dass es für die Gemeinde einen gemeinsamen Nenner gibt, eine gemeinsames Bekenntnis.

Die Person Jesu Christi, das Werk Jesu Christi und all das in der Schrift bezeugt, das ist ein fester, klarer Nenner, auf den sich alle orientieren können.

Diese Basis, das Fundament in der Gemeinde ist die gleiche.

Und wenn alle das verstehen und sich auf diese orientieren und sich davon bestimmen lassen, dann kann es ein wahres Gleichgesinntsein geben.

Und dieses Thema, gleichgesinnt zu sein innerhalb der Gemeinde, finden wir im Neuen Testament immer wieder.

Im Philippabrief ermahnt Paulus beispielsweise zwei Streithähne in der Gemeinde in Philippi, Evodia und Syntyche, eines Sinnes zu sein.

Im ersten Korintherbrief schreibt er einer Gemeinde, die bekannt für ihre Streitigkeiten war.

Eine Gemeinde, die sich schon anfing zu zerteilen in unterschiedliche Lager.

Da waren einige, die gesagt haben, ich folge Paulus, ich folge Apollos und es waren sogar welche, die gesagt haben, ich aber folge Christus.

Und Paulus macht diesen ganz deutlich im ersten Korinther 1, Vers 10.

Das ist nicht euer Auftrag, diese Spaltungen zu kreieren, nein, im Gegenteil, ihr sollt eines Sinnes sein und ihr müsst lernen, dass der gemeinsame Nenner da ist und dass ihr euch auf diesen gemeinsamen Nenner beruft.

Und so macht die Bibel immer wieder deutlich, das ist der Zweck, der Plan, den Gott für die Gemeinde hat und diesen Plan können wir aber auch nur erreichen durch Gottes Eingreifen.

Es ist eine übernatürliche Wirkung.

Deshalb spricht Paulus das hier als Gebet aus.

Gott möge es euch geben, denn es ist Gottes Wirken in den Menschen, das es möglich macht, dass Menschen, die eigentlich grundverschieden sind oder es grundsätzlich keine Einheit geben könnte, dass es sie schaffen, gleichgesinnt auf das Gleiche ausgerichtet zu sein.

Und diese Einmütigkeit, wenn Gott sie dann gibt, die ist, wir lesen jetzt weiter in Vers 5, sie ist Christus Jesus gemäß.

Nun Christus Jesus ist das Haupt der Gemeinde.

Er ist der König der Gemeinde, derjenige, der die Regeln der Gemeinde bestimmt.

Er ist es auch, der die Leute in der Gemeinde zusammengebracht hat.

Und er ist in dem Sinne auch selber die Person, der den gemeinsamen Nenner darstellt und der die Unterschiede zusammenbringt und dann zusammenhält.

Und da macht Paulus nun deutlich, der Geist Gottes, wo der wirkt, da gibt es Einheit.

Warum ist das so wichtig?

Es ist so wichtig und das wird deutlich in Vers 6.

Dort macht Paulus nun ein, damit ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht.

Hier ist das Ziel, auf das Gott abzielt.

Das Ziel ist, dass die Gemeinde wie aus einem Mund Jesus Christus verherrlichen kann.

Das bedeutet, die Gemeinde ist gewissermaßen die Bühne, auf der die Herrlichkeit Gottes zur Schau gestellt wird.

Sie sind nur der Wegweiser auf die Herrlichkeit Gottes und durch die Einheit, die eine Gemeinde darstellt, wird sie die Herrlichkeit Christi umso mehr zur Schau stellen können.

Doch oft ist es in der Christenheit so, dass jeder einzelne Christ sein eigenes Lied singt.

Fast so, als wenn du ein Orchester mit vielen Solisten zusammenbringst, wo jeder einzelne eine Koryphäe auf seinem Gebiet ist und sein eigenes Stück für sich selber spielt.

Nun, wenn du die alleine anhören würdest, alleine in ein Studio setzen würdest, wäre das schon ganz passabel, was da von sich zu hören wäre.

Aber wenn die dann einfach so im Orchester zusammen spielen, hast du ein Desaster.

Doch leider ist genau das der Ton und die Kultur, die unter den konservativen Christen mehr und mehr kultiviert wird.

Wenn du heute Nachrichten, Artikel, Videos von Christen anschaust, bleibst du oft mit der Frage zurück, wo ist jetzt unsere Einheit geblieben?

Du beobachtest einen polemischen Stil, der von der Welt übernommen wurde, wo es mehr darum geht, andere herunter zu machen, um selbst gut dazustehen als die Herrlichkeit Christi zur Schau zu stellen.

Nur ein paar Beispiele.

Eine Person, bekannte Führungspersönlichkeit, geistliche Persönlichkeit, erlaubte sich eine negative Kritik auf Amazon für ein Buch zu schreiben, das er noch gar nicht gelesen hat.

Nur um sicherzugehen, dass jeder mit ihm übereinstimmt, dass es ein schlechtes Buch ist.

Ein ältestes Team einer Gemeinde musste geschlossen komplett als Gruppe zurücktreten, weil sie es gewagt haben, einen Pastor einer anderen Gemeinde anonym zu diskreditieren, ihn durch den Kakao zu ziehen.

Irgendwie kam das raus und sie mussten zurücktreten.

Dann findest du unzählige Beiträge, wo man sich mehr darüber unterhält, welche Art von Illustrationen Predigten legitim sind und welche nicht.

Du findest Beiträge, wo du aufgefordert wirst, deine Gemeinde zu verlassen, wenn ein Pastor nicht das und das tut, was diese Person für notwendig hält, ein Pastor tun sollte.

Das ist nur eine Auswahl des momentanen Tons unter Christen.

Aber der Ton ist der Ich-habe-es-raus.

Ich weiß es besser und vor allen Dingen ich nur habe Recht.

Und es dauert lange, bis du Beiträge findest, die über die Güte, Gnade Gottes und sein Werk in den Gläubigen freuen.

Paulus und der Plan Gottes ist eine Gemeinde, eine Christenheit, die in einer Harmonie zusammen spielt.

Denn dort, wo sich Christen über Kleinigkeiten zerstreiten, ist es nicht Gottes Werk, es ist Satans Werk.

Denn was Gott erschaffen hat, ist eben ein Orchester, wo all diese Individualisten zusammenspielen und zusammen einen Schall hervorbringen, den sie alleine nicht produzieren können.

Eine Harmonie erzeugen, die von einer Herrlichkeit Zeugnis gibt, die du alleine gar nicht wiedergeben könntest.

Und deine Aufgabe ist es, dieses Orchester nicht auf Solisten zu beschränken, sondern sich dafür einzusetzen mit allem, was du bist, dass dieser Schall in Fülle erscheint.

In dem Wissen, dass genau das Gottes Plan ist.

Und wenn es dann irgendwelche Dinge gibt, wo du sagst, da sehe ich ein bisschen anders, dann ist die Frage, warum?

Reden wir von diesem Nenner oder reden wir von zweifelhaften Fragen?

Und so führt Paulus nun aus in Vers 7 eine ganz klare Aufforderung.

Genau deshalb nehmt einander auf, wie euch der Christus aufgenommen hat zu Gottes Herrlichkeit.

Also jetzt ganz konkret, auch wieder an die ganze Gemeinde.

Jeder einzelne Christ hat die Aufgabe, den anderen aufzunehmen, anzunehmen, zu akzeptieren, zu tragen und mit ihm voranzugehen.

Und wieder ist Jesus Christus selbst das Beispiel, das er hier vorausschickt.

Christus, der euch aufgenommen hat zur Herrlichkeit Gottes.

Und die Sache ist die, dass Jesus Christus sich so aufgenommen hat, wie du bist mit deinen Ecken und Kanten.

Jetzt kannst du dir vorstellen, nehmen wir an, du hättest das Privileg, einen wunderbar großes, schönes, herrliches Domizil zu besitzen.

Wir übertreiben mal ganz bewusst, sagen wir, das Schloss Sanssouci gehört dir.

Und du hast vorsorglich dafür gesorgt, dass jede Statue da drin ein großes Schild hat, nicht anfassen.

Und jedes Gemälde einen Sticker an der Seite findet, kein Foto machen.

Und die Privaträumlichkeiten, die du dir sparst für dich selber, hast du abgesperrt.

So und jetzt machst du den Palast auf.

Tore auf und die Leute kommen rein.

Eine Horde Kinder rennt rein und fasst die Statuen an, von denen du gesagt hast, nicht anfassen.

Touristen kommen rein und machen Fotos von den Bildern, von denen du gesagt hast, keine Fotos zu machen.

Und die Privaträumlichkeiten, die du dir aufgespart hast, sind inzwischen Gemeinschaftsräume.

Was wäre jetzt dein Weg?

Alle raus, Tür zu, neu überlegen.

Ticketpreise müssen hoch, Regeln müssen enger gemacht werden, irgendwas müssen wir verändern.

Jetzt sagt Paulus, Jesus macht genau was anderes.

Er nimmt dich auf und er nimmt dich in seiner Herrlichkeit auf.

Das, was eigentlich nur ihm gehört, der Thron sei Gottes.

Die Herrlichkeit und Heiligkeit, die keiner von uns ertragen kann, die keiner von uns irgendwie verdient hat, in die nimmt er dich auf.

Also er nimmt dich jetzt auf in seinen Palast und er sagt nicht nur komm rein, sondern er sagt, das hier gehört jetzt dir.

Und das ist diese unfassbare Gnade, von der jeder einzelne Christ lebt.

Eine Gnade, dass du sagen kannst, das ist jetzt meins.

Ich wurde in seine Herrlichkeit mit aufgenommen.

Und wenn du dir dann Gedanken machst, wie groß und wie weit diese Herrlichkeit von dir persönlich weg ist und wie groß dieser Sprung ist, dass Christus sich da hineingebracht hat, dann sind diese Schwachheiten der Schwachen Nullapalien.

Nehmt einander auf, so wie Christus euch aufgenommen hat.

Wenn Christi Gnade dir so vor Augen wird, dann musst du für dich selber festhalten, es gibt für mich keinen Grund, jemanden nicht aufzunehmen.

Es gibt keinen Grund zu sagen, ich tue mich mit jemandem nicht ab.

Jetzt sagst du vielleicht, ja, aber dann bin ich halt nicht so effektiv wie sonst.

Dann ist die Antwort, dann ist Gottes Plan, dass du nicht so effektiv bist.

Du sagst, ja, aber das macht ja keinen Sinn.

So wie der argumentiert, das ist ja völlig sinnlos.

Sagst du, ja, aber dann ist Gottes Plan, dass du ihn durch Liebe gewinnst.

Und vielleicht denkst du dann auch, ja, aber am Ende gebe ich ja nur noch nach.

Und dann ist Gottes Plan, dass du lernst so nachzugeben, wie Jesus Christus selber nachgegeben hat.

Und du wirst einst in der Ewigkeit stehen müssen und du wirst dich vergleichen mit Christus und du wirst irgendwann sagen müssen, ich habe nie so viel aufgegeben wie Christus.

Für die Einheit einzustehen ist es wert.

Und das ist es, was er sich für sein Volk, für seine Gemeinde erdacht hat.

Und es entspricht seinem Plan.

Und so kommen wir nun zur dritten Aufforderung, die er gibt.

Setz dich nun auch gemäß Christi Beispiel ein.

In Vers 8.

Denn ich sage, dass Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist.

Nun bringt Paulus wieder den konkreten Unterschied, der in Rom war, zwischen jüdischen Gläubigen und heidnischen Gläubigen hervor.

Und er sagt, Jesus ist gekommen und wurde ein Diener der Beschneidung.

Das heißt, er hat sich dem System der Religion, dem Judentum damals nicht nur eingeordnet, sondern sogar untergeordnet.

Und er tat das nicht einfach nur so, sondern mit einem ganz klaren Zweck.

Wir lesen dort nun weiter in Vers 8, wenn er sagt, es ist um der Wahrheit Gottes willen.

Durch sein Unter- und Einordnen wird der Welt deutlich, dass diese Verheißungen, die Gott dem Volk Israel ausgesprochen hat, tatsächlich aktuell sind und dass der Messias aus ihren eigenen Reihen kommt.

Und so weiter in Vers 8, wenn er sagt, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen.

Ja, genau.

Schon Abraham wurde gesagt, dass durch ihn hinaus der Segen an alle Völker kommt.

Und so trägt sich die Verheißung auf Jesus immer wieder hinzu.

Und so war es seine Anliegen, durch sein Eingliedern in das Volk Israel deutlich zu machen, dass all das, was zuvor geschrieben ist, auch wahr ist.

Und das Ganze hat aber einen Effekt, den das Volk Israel gar nicht vor Augen hatte.

Und so sehen wir dann in Vers 9.

Sein Eingliedern in das Volk Israels hat nun zur Konsequenz, damit die Nationen aber Gott verherrlichen, um dabei mein Herzlichkeit willen.

Das heißt, von Beginn an, als Christus auftrat, war sein Blick nicht nur Israel, sondern bis an die Enden der Welt.

Und von Beginn an ging es darum, für ihn den Heilsweg für alle zu ebnen.

Und es ist nun so, als wenn Paulus mit deutlich machen möchte und sicher gehen möchte, dass keiner ihn da missversteht und ja kein Gegenargument mehr bringt, dass er jetzt vier Zitate aus dem Alten Testament bringt, um genau das zu belegen.

Jesus kam, um einen Heilsweg für alle zu ebnen.

Wenn ihr jetzt weiterliest in Vers 8, wie geschrieben steht, wie geschrieben steht, darum werde ich dich bekennen unter den Nationen und deinen Namenlob singen.

Wieder ein Psalm, den er hier zitiert.

Ein Psalm, wo auch wieder David zu Wort kommt.

Ein Psalm, in dem deutlich wird, dass selbst David verstanden hat, dass das, was Gott an ihm tut als König Israels, wie er ihn erhebt, wie er ihn gewinnen lässt, wie er ihm die Verheißungen gibt, nicht nur für ihn und das Volk Israels bestimmt ist, sondern es soll dahin kommen, dass er ihn, den Gott, den Herrn Israels, unter den Nationen bekennen kann, Lob singen kann.

David verstand von Beginn an, dass das Wirken, das Gott wirkt in Israel nicht nur für Israel allein, sondern für den Heilsweg für die ganze Welt ebnen soll.

Und so führt Paulus fort in Vers 10.

Und wieder sagt er, seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volk.

Nun springt er zu 5.

Mose.

Und auch hier, schon noch bevor Israel das Land Kanan überhaupt in Besitz genommen hat, macht Gott deutlich, dass sein Ziel ist, dass die Nationen zusammen mit Israel den Gott Israels loben und preisen.

Der Heilsweg sollte für alle offen sein.

Und dann springt Paulus wieder zurück zu den Psalmen und zitiert Psalm 117 in Vers 11.

Und wieder lobt den Herrn, alle Nationen und alle Völker sollen ihn preisen.

So ein allgemeiner Ausruf, wo deutlich wird, Gott ist für alle Menschen der einzige Gott, dem wirklich an Betung gebührt.

Und um das Ganze abzurunden, springt Paulus jetzt in die Propheten und zitiert Jesaja in Vers 12.

Und wieder sagt Jesaja, es wird sein, die Wurzel Isais und der da aufsteht über die Nationen zu herrschen und auf den werden die Nationen hoffen.

Isai ist der Vater Davids.

Und David ist derjenige, dem die Verheißung gab, dass aus ihm ein Königreich entstehen würde, das ewig Bestand haben würde.

Ein Königreich, das nicht nur Israel, sondern über Israel hinweg die ganze Welt beherrschen würde.

So nun auch in Vers 12, wo er Jesaja zitiert, der da aufsteht über die Nationen zu herrschen.

Und aber mehr noch, die Nationen werden auf ihn hoffen, weil sie verstehen, aus ihm allein gibt es Errettung.

Also wieder einmal, der Heilsweg ist für alle offen.

Und so ist von Anfang an, vom Alten Testament her klar, es gibt nur einen Gott, dem die Anbetung gebührt.

Es gibt nur einen Gott, der am Ende auch regiert.

Aber für viele, viele Jahre bekommt Israel eine Monopolposition.

Sie waren diejenigen, die den Tempel bauen durften.

Sie waren diejenigen, die das Land bekamen.

Sie waren das Volk, das die Schrift bekam.

Sie waren das Volk, das die Verheißungen bekam.

Und so standen die Nationen quasi am Schaufenster Gottes und durften zugucken.

Aber sie durften nicht rein.

Es war eine deutliche Trennung zwischen Juden und Nationen.

Und es war Jesus selbst, der dann ein Diener der Beschneidung geworden ist, um nicht nur dem Volk Israel, sondern den Nationen zu ermöglichen, teilzuhaben an dem Heil Gottes.

Er hat die Trennung, die Gott geschaffen hat, aufgehoben.

Und jetzt dürft ihr Epheser 2 mal aufschlagen.

Epheser 2 Vers 13, wo Paulus das nochmal ausführt.

Und das müssen wir an dieser Stelle lesen.

Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden.

Denn er ist unser Friede.

Er hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung abgebrochen.

In seinem Fleisch hat er die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen beseitigt, um die zwei friedenstiftend in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen, durch das Kreuz, durch das er die Feindschaft getötet hat.

Nun warum macht Paulus das?

Weil er dir deutlich machen möchte, es gab in der Geschichte der Welt eine legitime Trennung, die Gott geschaffen hat zwischen Juden und Heiden.

Und diese legitime Trennung wurde ein für alle Mal aufgehoben durch Jesus Christus.

Und wenn er diese legitime Trennung ein für alle Mal aufgehoben hat, dann heißt das für dich im Umkehrschluss, es darf keine andere Trennung mehr geben.

Wer an Christus glaubt, wer durch den Glauben errettet ist, darf nicht aufgrund von irgendwelcher Präferenzen in eine eigene Kiste geworfen werden.

Es wird im Himmel nicht verschiedene Häuser geben für die Brüdergemeinden und für die Baptisten und für die, die Alkohol trinken und die die Tätowierungen haben.

Nein!

Es ist ein Retter, eine Gemeinde, ein Geist, eine Taufe.

Trennungen innerhalb in einer Gemeinde, Trennungen innerhalb der Christenheit sind nicht Gottes Wille.

Denn Christus kam, um sich ein Volk zu erlösen, das ihn verherrlicht.

Und dort, wo Trennungen dann kreiert werden, suchen wir nur unseren eigenen Sinn, nicht seinen.

Und der Auftrag ist für dich, dich daran mit deinen Geschwistern zu orientieren und festzuhalten, die Trennwand, die es gab, die gibt es nicht mehr und jetzt mache ich keine neue.

Und du ringst um die Einheit.

Niemand sagt, es ist einfach.

Du ringst um die Einheit.

Du ringst auch um Verständnis.

Mach es dir nicht zu leicht.

Ach, der ist halt so.

Ist zu einfach.

Ach, ich lass ihn das mal selber ausbaden.

Ist zu einfach.

Frage nach, höre rein, überlege mit und arbeite daran, dass ganz deutlich wird, dass diese Trennwand, die es einmal gab, die es nicht mehr gibt und ich daran für sorge, wenn Jesus diese Person seinen Sohn, seine Tochter nennt, dann werde ich ihn genauso ausnahmslos meinen Bruder, meine Schwester nennen, ohne Wenn und Aber.

Und so schließt Paulus jetzt wieder mit einem Gebet in Vers 13, der Gott der Hoffnung, aber erfülle euch mit aller Freude und einem Frieden im Glauben, damit ihr überreich seid in der Hoffnung durch die Kraft des heiligen Geistes.

Wieder einmal wird deutlich, als sich völlig bewusst Gott selber muss eingreifen.

Gott muss eingreifen, dass die Gemeinde in Frieden und in Freude vorangeht.

Dass sie den Glauben festhält und dass sie in der Hoffnung, die sie haben, überreich werden.

Ein Gebet, das dich begleiten kann auf deinem Kampf für die Einheit.

Es ist völlig klar, von nichts kommt nichts.

Und Einheit, wie Gott sie sich vorstellt, ist ein bewusster Kampf, den du ab heute anfängst gegen dein Ich.

Es ist ein bewusster Einsatz für den Plan, den Gott kreiert hat und es ist eine bewusste Entscheidung, den Fußstapfen Christi zu folgen.

Und so darf ich euch nun bitten, aufzustehen.

Ich lese aus Psalm 133, siehe wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen, wie das köstliche Öl auf dem Hauptes herabfließt, auf den Bart, auf den Bart Ahorns, der herabfließt auf den Halssaum seiner Kleider, wie der Tau des Hermann, der herabfließt auf die Berge Zions.

Denn dorthin hat der Herr den Segen befohlen, leben bis in Ewigkeit.

Und Vater, wir haben so viel Grund, dir zu danken und dich zu loben dafür, dass wir tatsächlich Mitteilhaber deiner Herrlichkeit, deines Erbes sein dürfen.

Dass wir nicht nur draußen vor dem Thronsaal stehen müssen, sondern dass wir Eintritt haben, dass wir den Zugang haben, dass wir Freimütigkeit haben, dass wir teilhaben dürfen an deinem Werk und dass wir auch hier in der Ecksteingemeinde erleben dürfen, wie du dein Reich baust, wie du Menschen hinzuführst, wie du Menschen veränderst und wie du verherrlicht wirst.

Und Herr, wir bitten dich, gib uns Gnade und Vergebung, dass wir uns selbst nicht länger im Weg stehen, dass wir diesen Kampf gegen uns selber aufnehmen.

Suchen nicht uns zu befeilen, sondern dir und dem Nächsten, dass du uns Gnade schenkst, deinen Willen zu erfüllen und als eine Gemeinde aufzutreten, die in einer wunderschönen Einheit, die nur du geben kannst, dich alleine Herr zur Schau stellt.

Amen.