Wie trage ich zur Einheit bei? | Römer 14, 16-23 | Jonathan de Vries
Gott hat es so gefügt, dass wir uns einen Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit wieder mit dem Thema der Einheit innerhalb der Gemeinde befassen dürfen. Gestern wurde, wenn auch sehr verhalten, die Wiedervereinigung gefeiert, die vor 36 Jahren stattfand. Und wenn wir heute auf ein Land schauen, dann sehen wir immer noch, dass diese Einheit, die man sich wünscht, leider eine Illusion bleibt, eine Utopie, die nicht zu erreichen ist. Der Ost-West-Konflikt ist immer noch da, es gibt die unterschiedlichsten politischen Ideen, es gibt keine echte Einheit und es gibt keine echte Einheit, solange man nicht Jesus Christus kennt. Denn die Einheit, die man sich wünscht, der Kampf gegen Parteiungen selbst in der Welt, dem wird nicht beigelegt werden können, es sei denn, Jesus Christus wird das Zentrum. Nun wir haben einen Römerbrief vor uns, der uns das in wunderbaren Farben aufmalt, wie es denn nun möglich ist, Einheit in der Gemeinde zu haben. Und das trotz so viel Unterschiede. Die Gemeinde ist prinzipiell aufgestellt mitgrund verschiedener Personen, die unterschiedliche Hintergründe, unterschiedliche Gewohnheiten mit sich bringen, unterschiedliche Charaktere sind. Wenn ihr euch in euren eigenen Reihen hier jetzt umschaut, dann seht ihr Pragmatiker und Kreative, wir sehen Akademiker und Arbeiter, wir sehen Leseratten und Outdoor-Enthusiasten, wir sehen Gesellschaftsspielfreunde und solche, die es nicht sind. Wir haben Asiaten, Süd- und Nordamerikaner, Afrikaner und Europäer alle in einer Gemeinde. In unserer Gemeinde findest du solche, die das Leben in vollen Zügen genießen und solche, die es sehr zurückhaltend tun. Und trotzdem können, trotz all dieser Unterschiede, wir dann Christus in Einheit leben. Paulus macht aber auch klar, dass diese Einheit nicht von ungefähr kommt, dass diese Einheit erstrebenswert ist und auch Arbeit kostet und so gibt er uns heute drei Merkmale, an denen du dich orientierst, was echte Einheit ausmacht, um zu lernen, auch selber an dieser Einheit zu arbeiten und so darf ich euch jetzt mitnehmen in den Römerbrief, Römer 14. Ich bin mir bewusst, es ist ein paar Monate her, seitdem wir im Römerbrief unterwegs waren. Wir haben vor dem Sommer in Römer 14 geendet, haben dann den Einschub gehabt zur Ältestenschaft über den Sommer hinweg, der Sommer ist jetzt vorbei und wir sind wieder im Römerbrief. Die Passage ist heute von Römer 14, Vers 16 an, des Zusammenhangs Willen, weil es nun jetzt schon eine Weile her ist, lesen wir von Vers 1, Kapitel 14 ab Vers 1. Den Schwachen im Glauben aber nehmt auf, doch nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen. Einer glaubt, er dürfe alles essen, der Schwache aber isst Gemüse. Wer isst, verachtet den nicht, der nicht isst und wer nicht isst, richtet den nicht, der isst, denn Gott hat ihn aufgenommen. Wer bist du, der du den Hausknecht eines anderen richtest, der steht oder fällt dem eigenen Herrn? Er wird aber aufrecht gehalten werden, denn der Herr vermag ihn aufrecht zu halten. Der eine hält einen Tag vor dem anderen, der andere aber hält jeden Tag gleich. Jeder aber sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt. Wer den Tag beachtet, beachtet ihn dem Herrn und wer isst, isst dem Herrn, denn er sagt Gott Dank und wer nicht isst, isst dem Herrn nicht und sagt Gott Dank, denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst, denn sei es auch, dass wir leben, wir leben dem Herrn und sei es, dass wir sterben, wir sterben dem Herrn und sei es nun, dass wir leben, sei es auch, dass wir sterben, wir sind des Herrn, denn hierzu ist Christus geboren und wieder lebendig geworden, dass er herrscht, sowohl über Tote als auch über Lebende. Du aber, was richtest du deinen Bruder oder auch du, was verachtest du deinen Bruder, denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden, denn es steht geschrieben, so wahr ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen und jede Zunge wird Gott bekennen. Also wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben, lasst uns nun nicht mehr einander richten, sondern haltet vielmehr das für Recht, dem Bruder keinen Anstoß oder keinen Fallstrick zu bieten. Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, dass nichts an sich unrein ist, nur dem, der etwas als gemein ansieht, dem ist es unrein, denn wenn dein Bruder wegen einer Speise betrübt wird, so wandelst du nicht mehr nach der Liebe, verdirb nicht mit deiner Speise den, für den Christus gestorben ist. Und jetzt der Predigtext ab Vers 16, lasst nun euer Gut nicht verlästert werden, denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist, denn wer in diesem dem Christus dient, ist Gott wohlgefällig und den Menschen bewährt. So lasst uns nun dem nachstreben, was dem Frieden und dem, was der gegenseitigen Erbauung dient. Zerstöre nicht deiner Speise wegen das Werk Gottes, alles zwar ist rein, aber es ist böse für den Menschen, der mit Anstoß isst. Es ist gut, kein Fleisch zu essen, noch Wein zu trinken, noch etwas zu tun, woran dein Bruder sich stößt. Hast du Glauben, habe ihn für dich selbst vor Gott. Glückselig, wer sich selbst nicht richtet und dem, was er gut heißt, wer aber zweifelt, wenn er isst, der ist verurteilt, weil er es nicht aus Glauben tut. Alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde. Und so Vater, kommen wir vor dir heute Morgen und danken dir, danken dir, dass du durch dein Wort ein für alle Mal gesprochen hast, dass dein Wort uns überliefert wurde, dass wir es in den Händen halten dürfen, in unserer Sprache lesen dürfen und wissen dürfen, dass das, was du vor langer Zeit schon gesagt hast, auch heute noch gilt und nicht nur gilt, sondern brandaktuell für uns als Gemeinde selbst an diesem Tag noch ist. So bitten wir dich, wenn wir heute vor dich kommen, dass du unsere Herzen öffnest, unsere Ohren öffnest, dass du uns Gnade schenkst, nicht nur Hörer des Wortes, sondern Täter des Wortes zu werden. Er sprich auch jedem das zu, was er benötigt, damit er dir ähnlicher werden kann und so bitten wir dich, rede du, denn dein Volk hört. Amen. Nun ist es diese Passage ab in Römer 14, wo Paulus nun die Gemeinde in prinzipiell zwei Lager unterteilt und er benennt sie die starken und die schwachen. Und so räumt er jetzt ein, dass es in einer Gemeinde völlig normal ist, dass es Unterschiede gibt. Diese Unterschiede benennt er mit zweifelhaften Fragen in Vers 1, nehmt ihn auf, doch nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen. D.h. es gibt ja eine Kategorie von Meinungen, von Unterschieden, wenn es um Ansichten geht, die sich auf Dinge stützen, zu denen die Bibel weder ein klares Gebot noch ein Verbot gesprochen hat. Nun, Paulus macht ganz deutlich, dass diese Unterschiede, die existieren, die sollen nicht dazu führen, dass sich eine Gemeinde trennen muss. Sie sollen nicht dazu führen, dass Leute die Gemeinde verlassen müssen, sondern sie sollen dahin führen, dass jeder Einzelne anerkennt, nicht den Nächsten zu richten und auch nicht sich zu erlauben, ein Urteil über den geistlichen Werdegang, über den geistlichen Status seines Nächsten zu fällen. Nur, weil er etwas tut oder lässt, was dir nicht entspricht. Und jetzt lenkt Paulus den Blick auf das Wesentliche. Er lenkt jetzt den Blick darauf auf die Frage, wie kann ich jetzt daran teilhaben und mich daran investieren, diese Einheit, die es in der Gemeinde geben soll, mitzuerhalten. Und das fängt darin an, indem jeder Einzelne anerkennt, dass die Hauptsache die Hauptsache bleiben muss. Und du musst dich dafür an drei Merkmalen orientieren, um diese Hauptsache zu erkennen, die erste Hauptsache, das erste Merkmal ist, orientiere dich erstens an Gottes Reich. Wenn ihr jetzt mit mir noch mal zu Vers 16 geht, in Vers 16 spricht Paulus, lasst nun euer Gut nicht verlästert werden. Nun spricht er hier die Starken in der Gemeinde an und wenn er hier von euer Gut spricht, dann könnte man auch übersetzen, das, was dir gut erscheint oder das, was für dich gut ist. Es geht um das Gute, das, was du sagst, kann ich für mich aus Gottes Hand genießen, als etwas Gutes annehmen, was er mir gegeben hat. Paulus stellt nicht in Frage, dass es gut ist, aber er fordert hier den Starken auf, dass nicht das, was für dich selber etwas Gutes ist, zu etwas werden, von dem andere es verlästern würden. Das heißt, sie würden es als Sünde betiteln, sie würden es als etwas Schlechtes vermitteln und sie würden das, was du als Freiheit erlebst, als eine sündige Tat verstehen. Nun, wenn wir uns in die Zeit zurücksetzen, in die Paulus diesen Brief geschrieben hat und du hast zwei Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, zum einen die aus dem jüdischen Hintergrund, die ganz klare Essensgebote auferlegt hatten in ihrer Vergangenheit und dann diejenigen aus dem heidnischen Hintergrund, die so etwas nicht kannten. Und jetzt stell dir vor, dass diese beiden einander gegenüber sitzen und der heidnische Christ erzählt ihm gerade, was er für Fleisch gerade gekauft hat auf dem Markt und dass er sich das jetzt zubereitet zu einem leckeren Essen. Dann sitzt der jüdische Christ da und denkt sich, ach du meine Güte, was für eine ungeistliche Tat. Dieser Mann ist noch lang nicht da, wo er eigentlich sein sollte. Das ist doch unerhört. Nun, Paulus hat in der Passage in Römer 14 ganz deutlich gemacht, es gibt nichts Unreines mehr. Die Essensgebote aus dem Alten Testament sind nicht mehr für die Leute im Neuen Bund, die gibt es nicht mehr. Aber Paulus sagt trotzdem, der Eindruck, den du vermittelst mit dem, was gut für dich ist, spielt eine Rolle. Paulus mahnt jetzt, du könntest schnell einen anderen Eindruck vermitteln als das, was du eigentlich möchtest. Und deshalb ist jetzt die Aufforderung, statt die Freiheit zur Schau zu stellen, nach dem Motto, schau mal, was ich alles kann und was ich alles darf, sich jetzt zu überlegen, worum geht es denn hier eigentlich. Und das führt er jetzt aus ab Vers 17, wenn ihr dort weiterlest, dort Vers 17 sagt Paulus, denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Darum geht es im Reich Gottes. Also Paulus ermahnt nun, wenn ihr als Gemeinde Einheit leben wollt, dann braucht jeder Einzelne unter euch eine Königreich Perspektive. Königreich, das ist der Begriff, den Paulus hier benutzt, er spricht von dem Königreich Gottes. Jeder Christ, von dem Moment an, wo er die Bekehrung erlebt, versteht nicht nur, dass Jesus Christus für ihn lebte, für ihn starb und für ihn auch verstanden ist, sondern er versteht dann auch, dass diese Tat Christi und der Glaube an ihn jetzt für mich persönlich bedeutet, dass Jesus Christus mein Herr, also mein König ist. Jesus Christus hat jetzt das Sagen über mein Leben und Jesus Christus hat nicht nur das Sagen über mein Leben, sondern auch über alle, die in seinem Reich sind. Nun, Gott baut sein Reich mit der Gemeinde und Gott selber, Jesus Christus, wird einst selbst über diese Welt als König herrschen. Doch jetzt für den Moment gilt, dass also die Gemeinde ist Christireich, das heißt er bestimmt die Regeln, er bestimmt das Verhalten und er bestimmt die Prioritäten und was Paulus jetzt ganz deutlich macht, ist, wenn Jesus Christus König ist, dann ist eins klar, es geht nicht mehr nur um Äußerlichkeiten. Wenn er hier sagt, Vers 17, denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken. Nun, wir genießen Essen, besonders an Erntedank, außer Frage, aber hier schließt er sich dort an, was auch Jesus selber schon gesagt hat, nicht das, was in deinen Leib kommt, verunreinigt ihn, sondern das, was herauskommt und Paulus sagt jetzt prinzipiell das Gleiche, ob du Fleisch isst oder nicht, ob du Wein trinkst oder nicht, ob du Cola trinkst oder nicht, ob du Bio konsumierst oder nicht, ist völlig egal. Das, was in deinem Leib hineinkommt, hat überhaupt gar keinen Einfluss auf deine Vergangenheit, auf deine Gegenwart und deine Zukunft im Reich Gottes, überhaupt gar keinen Einfluss und weil es überhaupt gar keinen Einfluss hat, soll es auch nicht die Priorität sein. Nun, wenn du die Aufgabe hättest, eine Arbeit zu schreiben, könntest du dir sagen, okay, statt mich jetzt zu lange mit dem Inhalt abzuplagen, fange ich an, das Design richtig schick zu machen, dass es so ein richtiger Hingucker ist, so, dass es die Professoren förmlich vom Hocker haut, wenn sie das Werk in den Händen haben, aber spätestens, wenn sie die ersten zwei Seiten aufschlagen, werden sie dir trotzdem eine schlechte Note verpassen müssen, wenn der Inhalt schlecht ist, schlecht recherchiert wurde, schlecht geschrieben wurde, Grammatik, Schreibfehler drin sind, dann kriegst du trotzdem eine schlechte Note, da kann das noch so schön aussehen. Und das sagt Paulus dir jetzt prinzipiell auch, Christen sind geneigt, beim Äußerlichen stehen zu bleiben, die verkaufen eine Mogelpackung, die schön aussieht, aber innen drin passt es nicht und da macht Paulus deutlich, du musst auf das Zentrum des Reiches Gottes dich besinnen. Es geht nicht um die Individuellen, um Zweitrangige, um äußerliche Entscheidungen, die Christen unter sich treffen, es geht um die Essenz und diese Essenz definiert er nun. Was ist die Essenz des Reiches Gottes, wenn wir weiterlesen? In Vers 17, es ist erstens die Gerechtigkeit. Nun Gerechtigkeit ist das Hauptthema des Briefes, du könntest den ganzen Brief überschreiben mit Gerechtigkeit, denn Paulus hat von Anfang an die Frage gestellt, wie kann ich denn jetzt gerecht werden mit Gott, er fällt das krasse Urteil, niemand ist gerecht vor Gott, er macht doch ganz deutlich, jeder muss gerecht werden vor Gott und Gerechtigkeit ist keine Option, sondern sie muss erlangt werden und dann gibt er auch noch den Weg, alleine durch Gott, indem Gott seine Gerechtigkeit denen anrechnet, die an ihn glauben. Der ganze Brief ist Folge von Gerechtigkeit und es wird ganz deutlich, dass nur derjenige, der das für sich anerkannt hat, der sagen kann, Jesus Christus ist meine Gerechtigkeit, was im Umkehrschluss heißt, ich bin nicht gerecht, wer das sagen kann, Teil vom Reich Gottes ist und diese Gerechtigkeit wird dann zur Priorität in der Gemeinde, du wirst Teil der Gemeinde, nicht aufgrund dessen, was du isst oder trinkst, sondern aufgrund deines Statuses vor Gott, bist du gerecht oder nicht und so soll das die Priorität sein. Das zweite, was er schreibt ist Friede, ist Gerechtigkeit und dann Friede, auch wieder ein Begriff, der von Paulus sehr genutzt wurde, beispielsweise im Römer 5, Vers 1, wo er sagt, jetzt haben wir Frieden mit Gott und Frieden heißt nicht nur Waffenstillstand, Frieden heißt nicht einfach Funkstille, Frieden ist ultimativer Frieden in dem Sinne, dass die ganze Liste von Schuld, die du dir aufgebürdet hast von Anfang deines Lebens an, dass diese ganze Liste von Jesus Christus selber gelöscht wird, unauffindbar vernichtet wird, so dass plötzlich all das, was zwischen dir und Gott stand, weg ist und du jetzt eine Beziehung haben kannst, wie sie sonst nicht möglich gewesen wäre. Frieden mit Gott und wenn dieser Frieden mit Gott dich prägt, dein Leben ausmacht, dann hat das eine Konsequenz, wie du mit deinem Nächsten umgehst, dass du Frieden mit allen suchst, dass du kein Rebell oder Querulant bist, sondern ein Friedenstifter, der dafür sorgt, dass nicht irgendwelche Differenzen über zweitrangige Fragen zu Trennung führen. Es ist also Gerechtigkeit, es ist Friede und dann drittens Freude im heiligen Geist. Unter den Menschen auf dieser Welt gibt es keine Menschen, die mehr Grund zur Freude haben als diejenigen, die Jesus Christus kennen. Es ist eine Freude, die nicht erst angestachelt, angefeuert werden muss durch Unterhaltung, durch Sex oder durch Konsum. Es ist doch nicht eine Freude, und das ist für Paulus wichtig, es ist nicht eine Freude, die erst motiviert wird durch die geistliche Freiheit, die du jetzt genießt, sondern es ist eine Freude, die allein in Gott verankert ist. Es ist Freude im heiligen Geist, es ist Freude am Herrn, es ist Freude in der Tatsache an dem Wesen, der Gott selber ist, deshalb kann Paulus in Philippa 4 sagen, freut euch im Herrn. Es macht uns manchmal perplex, diese Passage zu lesen und zu sagen, Gott siehst du denn nicht, was um mich rum ist und du sagst mir, ich soll mich freuen? Nun die Antwort ist, er ist immer der Gleiche, egal was um dich herum passiert. Und die Erinnerung an sein Wesen, die Erinnerung an seine Tat und die Erinnerung an der, wer er ist, bringt dich zur Freude und so muss diese Freude im heiligen Geist, an dem wer Gott selber ist, das was unser Leben übersteigt, die Kultur in der Gemeinde prägen und deshalb kann Paulus sich selber im zweiten Korintherbrief auch Mitarbeiter der Freude nennen. Und so warnt Paulus davor, vergess diese Diskussionen um zweifelhafte Fragen, die am Ende Gewissheit rauben, Gewissheit ob ich gerettet bin, die am Ende Frieden rauben, weil plötzlich nicht mehr zwei Christen einig zusammen sein können und die vor allen Dingen Freude rauben, weil man sich nur noch um Zweitrangiges dreht, statt um das worum es wirklich geht. So muss jeder lernen, die Hauptsache, die Hauptsache sein zu lassen. Und wenn man sich darüber jetzt mal Gedanken macht, wie Paulus hier deutlich macht, diese drei Dinge müssen das Zusammensein in der Gemeinde prägen, geprägt von der Tatsache, dass Jesus Christus der König ist und dass wir alle darauf hinleben, ihm zu gefallen, nicht primär den anderen, dann merken wir auch, dass es leider im evangelikalen Raum immer wieder Aussagen gibt, die diesem nicht entsprechen. Wenn gesagt wird, manchmal von Kanzeln, ein Christ lässt sich nicht impfen, dann hat das in der Gemeinde Christi nichts zu suchen, das hat nichts mit Gerechtigkeit, mit Friede oder Freude im Heiligen Geist zu tun. Wenn gesagt wird von einer Kanzel, dass die AfD die einzig wählbare Partei für Christen ist, dann hat das auch nichts zu suchen. Wenn gesagt wird, dass Frauen Röcke tragen müssten, wenn gesagt wird, dass Gemeinden gewisse Musik von gewissen Werken nicht spielen sollten, wenn gesagt wird, Kinder dürfen nicht in die Kita, all solche absoluten Aussagen, wo man angefangen hat, seine Meinung, die manchmal auch biblisch begründet ist, das gebe ich zu, aber den Schluss, den man für sich persönlich gezogen hat, als Standard für alle zu errichten, dann ist das falsch. Sondern, jeder muss sich besinnen auf die Essenz, Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Das bedeutet also, ganz praktisch, wenn du in der Gemeinde einen Bruder oder eine Schwester siehst, wie sie etwas tun, was du dir im Leben nie erlauben würdest. Sagen wir mal, nehmen wir einfach ein Beispiel, jemand hat ein Netflix-Abo und liebt es Shows zu schauen und du bist da völlig dagegen. Und du siehst, wie die Person das dir erzählt und du kannst es nicht fassen. Dann möchte ich dich auffordern, stell eine Frage, eine ganz einfache Frage. Die Frage ist die, ist das, was ich sehe bei meinem Bruder oder bei meiner Schwester, ist das Sünde? Denn wenn es Sünde wäre, dann hätten wir ein Problem, das passt nicht in Gerechtigkeit, Friede und Freude. Mit Sünde, Sünde ist per Definition nicht gerecht. Sünde zerstört Beziehungen, zerstört auch die Beziehung zu Gott und Sünde schadet der Freude. Nun also, wenn es Sünde ist, dann wird sie angesprochen, aber wenn du zu dem Schluss kommst, eigentlich ist es keine Sünde, dann ist dein Auftrag, Einheit zu suchen. Nun, was oft passiert, wenn ich diese Frage stelle, ist, dass das Gegenüber sagt, nein, es ist keine Sünde, aber, aber es ist doch erwiesen, dass oder es ist unweiser oder es ist doch bekannt, dass. Die Antwort ist ganz einfach, dieses aber, lieber Christ, musst du lernen zu streichen, denn die Einheit in der Gemeinde steht nicht auf Meinungen, sie steht auch nicht auf wissenschaftlichen Tatsachen, sie steht auch nicht auf der aktuellen Faktenlage, sie steht auch nicht auf dem Konsens von irgendeinem Ausschuss, sondern allein auf den Prinzipien, die Gott dargelegt hat. Und die gilt es festzuhalten, Gerechtigkeit, Friede, Freude. So fährt Paulus fort in Vers 18, denn wer in diesem, also im Reich Gottes, in Gerechtigkeit, Friede und Freude, denn wer in diesem dem Christus dient, ist Gott wohlgefällig und den Menschen bewährt. Und er lässt dir was anklingen, was man sich manchmal nicht eingestehen möchte, dass nämlich mit Äußerlichkeiten du primär dir selbst und anderen dienst. Du kannst dir selber dann auf die Schulter klopfen und sagen, guck mal, was ich geschafft habe, oder vielleicht kommt jemand zu dir und klopft dir auf die Schulter. Aber Paulus fordert dich jetzt heraus, wegzugehen davon, sondern zu erstreben, Christus zu dienen. Er möchte, dass wenn du in der Gemeinde sitzt, du die Augen schließen kannst und sagen kannst, die Entscheidung, die ich fälle, die fälle ich, um Christus zu dienen, weil er alles für mich gegeben hat, gebe ich ihm jetzt alles hin. Und wenn das jetzt jeder für sich sagen und tun kann, dann hat das eine Konsequenz. Zum Ersten ist es wohlgefällig vor Gott. Das ist es, was er von dir möchte, dass du ihm dienst. Aber dann auch bewährt vor Menschen. Nun dieser Begriff, den Paulus hier verwendet, den kannte man in der Antike in Bezug auf Münzen. Wenn ein Verkäufer, selbst damals gab es schon Falschgeld im Umlauf, und wenn ein Verkäufer dann das Geld prüfte, dann würde er von dem richtigen Geld sagen, es ist bewährt. Es ist bewährt. Das ist der gleiche Begriff, der dort verwendet wurde. Das heißt also, dass ein Christ, der wirklich Christus dient, vor den Menschen auch als ein solcher erkannt wird, der macht das nicht nur bloß, um schön dazustehen, der macht das nicht nur, um sich selber zu gefallen, sondern der macht das, weil er motiviert ist aus einer höheren Macht, die über allem steht, zu gefallen. Er arbeitet für Christus. Und diese Herzenseinstellung, Christus zu dienen, was dann auch sowohl von Gläubigen als auch Ungläubigen erkannt wird, das bringt nun als nächstes ein Streben mit sich. Wir lesen das in Vers 19. So lasst uns nun mit dem nachstreben, was dem Frieden und dem, was der gegenseitigen Erbauung dient. Frieden in der Gemeinde ist nicht einfach ein Status Quo, ist nicht einfach eine Segnung, die du bekommen hast und die einfach funktioniert. Es gibt auch in diesem Bezug keine Evolutionstheorie nach dem Motto, es entwickelt sich einfach automatisch, sondern Friede untereinander in der Gemeinde ist hart umkämpft. Wenn Paulus hier schreibt, lasst uns dem nachstreben, könnte man genauso übersetzen, lasst uns dem nachjagen. Nun, Paulus war vor seiner Bekehrung der Jäger schlechthin, der auf der Jagd nach Christen war, unterwegs von Stadt zu Stadt, um sie einzufangen. Wir können uns auch gut vorstellen, dass ein Jäger, wenn er auf der Suche nach Wild ist, das wird ihm nicht einfach in den Garten reinlaufen, sondern er wird sich vorbereiten müssen. Er wird seine Munition zurechtlegen müssen, er muss Vorkehrungen treffen, er muss den richtigen Ort auswählen, um auf der Lauer zu legen und dann kann er irgendwann darauf hoffen, das zu erlegen. Und so ist es auch mit dem Frieden in der Gemeinde, der kommt nicht von selbst, wenn wir alle auf der Couch sitzen und uns um uns selber drehen. Das wird nicht funktionieren, sondern Friede in der Gemeinde, Einheit in der Gemeinde ist hart umkämpft und sie ist Arbeit bei jeder einzelnen Person. Paulus schreibt nun weiter, wir streben nach dem Frieden und wir streben zusätzlich auch nach dem, was der gegenseitigen Erbauung dient. Nun, dieser Begriff, der ist sehr christlich geprägt, das hörst du eigentlich nur in christlichen Kreisen, erbaut zu sein, etwas erbauend zu finden, aber der Begriff eigentlich kommt von der Baustelle, ein Haus zu bauen, ganz einfach. Also nicht, dass Hausbauen einfach ist, aber die Idee ist ganz einfach. Nun, das Gegenteil von diesem Erbauen wäre abreißen, also die Abrissbirne anzusetzen. Und Paulus sagt, der Auftrag jeden Einzelnen ist es, dem Nächsten dabei zu helfen, sein geistliches Haus, wenn wir so wollen, zu bauen. Das Fundament ist gelegt, Jesus Christus ist das Fundament und jetzt ist der Mensch dabei, seinen Weg mit Jesus zu gehen und manch ein Sieg über Sünde ist noch sehr fragil, noch sehr jung, braucht noch Zeit, muss noch gestärkt werden, muss noch länger daran gearbeitet werden und der Auftrag des Nächsten ist es, mit ihm daran zu arbeiten, ihn zu erbauen. Und so ändert sich dann der Fokus, es geht nicht länger um meine Vorlieben, was ich gut finde und was ich tun kann, weil ich ja die Freiheit in Christus habe, sondern es geht jetzt darum, wie kann ich den Nächsten neben mir erbauen, wie kann ich ihm helfen, selber auch unter der Herrschaft Christi, unter der auch ich bin, ihm zu gefallen und du fängst an, anders zuzuhören und du fängst an, anders zu beten und du fängst an, anders sie zu ermutigen. Und so entsteht Einheit in der Gemeinde. Nun, Paulus gibt uns ein zweites Merkmal, an dem du dich orientieren kannst. Das zweite Merkmal, orientiere dich an Gottes Werk, Vers 20, zerstöre nicht deiner Speise wegen das Werk Gottes. Hier bringt er quasi die negative Form des Befehls nochmal wieder. Vers 19 war es, das zu suchen, was zur Erbauung dient und jetzt Vers 20, zerstöre nicht das Werk Gottes. Das, was Gott gebaut hat, wenn wir wieder das Bild eines Hauses nehmen, das, was Gott gebaut hat, das könntest du tatsächlich zerstören. Du könntest wie ein Jugendlicher, der Vandalismus betreibt, dich bei ihm verhalten. Das, was Gott erbaut hat, das, was die Gewissheit, die Gott ihm geschenkt hat über der Zeit, den Frieden, die Freude, die Gott ihm geschenkt hat über der Zeit, die könntest du tatsächlich mit einer unüberlegten Tat zerstören. Kann dieser Mensch dann abfallen vom Glauben, das steht hier nicht zur Debatte. Wir haben es schon gesagt, das Fundament ist gelegt, Jesus Christus, daran kann niemand rütteln. Aber bis zur Verherrlichung ist noch ein langer Weg und da braucht es Überzeugungen, da braucht es Verständnis, das nach und nach geformt wird. Und so passiert es dann, Paulus nutzt hier den Vergleich von Speise. Nun sitzt also dieser eine Mensch mit seinem Fleisch vor sich und der andere sitzt ihm gegenüber und denkt sich, wenn der das essen kann, werde ich das auch tun können. Mag sich vielleicht auch rational erklären können, ja, ich weiß, die Bibel erklärt alles für rein. Aber innerlich ist er noch nicht annähernd so weit und er fängt an, sein Gewissen zu übertrampeln und sein Gefühl, dass das Sünde ist, nimmt ihm jetzt die Gewissheit, nimmt ihm die Freude und so wird das Werk Gottes durch eine Blapalie zerstört. Das ist es, was Paulus hier sagt. Nun er fügt noch mal hinzu, wenn ihr jetzt weiterlest, alles zwar ist rein, aber es ist böse für den Menschen, der mit Anstoß ist. Vers 20, alles zwar ist rein, also noch einmal ganz deutlich herauszustellen, genau das Gleiche, was er schon in Vers 14 gesagt hat, die Reinheitsgebote, die Essensgebote gelten nicht mehr. Ja, rein objektiv betrachtet gibt es nichts Unreines, das steht nicht zur Debatte, macht Paulus ganz deutlich, aber es ist böse für den Menschen, der es mit Anstoß ist. Also das heißt, wenn du persönlich innerlich Bedenken hast, wenn das für dich sündig erscheint, wenn es für dich nicht passt, dann lass es bleiben. Das ist das, was er hier sagt. Vor vielen Jahren hatte ich die Möglichkeit, mit meiner Klasse in der Ausbildung auf einen Segeltörn in die Türkei zu gehen und wie das nun mal so ist, mit ein paar Halbstarken, die wollen dann abends auch mal ausgehen. Und eines Abends, wir hatten Landgang, begaben wir uns dann als Gruppe zu einem Lokal und ich sah nur von Weitem das Licht, die Discolichter, ich hörte die Musik, die laute Musik, wusste auch, dass Alkohol fließen wird und es hat in mir ein derartiges Bedenken ausgelöst, dass ich auf der Stelle umgedreht bin und alleine zum Boot zurückgelaufen bin. Nun, mein Verständnis war damals, dass Musik, diese Art von Musik, einen schlechten Einfluss auf mich hat, geistlich gesehen. Heute sehe ich das anders, aber damals war mein Stand so. Außerdem, die Sorge, in der Nähe von Alkohol konsumierenden Personen zu sein, bedrängte mich. Das war für mich ein Moment, wo ich den Anstoß verspürte und reagiert habe. Es wäre für mich böse gewesen, dort hinzugehen. Das ist genau das, was Paulus hier sagt. Und so wissen wir zwar, das Christentum ist gemeinschaftlich ausgelebt. Es gibt keinen Solochristen, aber trotzdem steht jeder Einzelne für sich vor Gott. Und jeder hat ein einzelnes, geeichtes Gewissen mit Gott. Und die Aufgabe jedes Einzelnen ist es, auf dieses Gewissen auch zu hören, nicht einfach sich anzupassen, nicht einfach zu sagen, der macht es ja auch, sondern selber die Konsequenzen zu ziehen. Paulus fährt nun fort und spricht den Starken an, Vers 21, es ist gut, kein Fleisch zu essen, noch Wein zu trinken, noch etwas zu tun, woran dein Bruder sich stößt. Nun, das muss zähneknirschend wahrgenommen worden sein damals. Jetzt hat man endlich die Freiheit zu essen, was man will, keine koscheren Gesetze, gar nichts. Es ist so aus der Sicht eines Starken ein Genuss, es ist für ihn so wundervoll. Und Paulus sagt, aber wenn du lernst, Gottes Reich in den Fokus zu bekommen, die Prioritäten gemäß Gott zu organisieren, dann wirst du verstehen, dass nicht deine christliche Freiheit die Hauptsache ist, sondern die Hauptsache ist das Reich Gottes und dann ist es sogar gut, das sein zu lassen, was eigentlich nicht verwerflich ist. Das hier ist der Ausdruck von Liebe, wo Bruder und Schwester wichtiger werden als deine Freiheit. Und das kann in vielen verschiedenen Situationen zum Tragen kommen. Nehmen wir an, du triffst dich mit einem deiner Geschwister zum Abendessen und du gehst in ein Lokal, wo du sagst, die haben so einen guten Wein, ich liebe diesen Wein und du freust dich darauf, du merkst aber im Verlauf des Abends noch auf dem Weg dahin, dass dein Bruder Mühe hat, Alkohol zu konsumieren und es nicht mehr tut, auch eine starke Überzeugung dazu hat. Und dann sagt Paulus dir, es ist gut, das Glas Wein nicht zu trinken und so wirst du dann immer wieder herausgefordert, an Entscheidungen zu fällen, wo wir nicht davon reden, ist es falsch oder richtig. Es ist auch dann nicht die Aufgabe des Schwachen, ein Gesetz aufzuerlegen und zu sagen, jeder müsste sich so verhalten, aber einen größeren Blick zu gewinnen, was und wie kann ich das Werk Gottes, das Gott tut fördern, wie kann ich ihn erbauen, die Person mit dem, was ich tue. Und das entspricht nicht dem Zeitgeist von heute. Denn heute ist das Motto ganz klar, tu, was dir gefällt, anything goes, aber nicht in der Gemeinde. In der Gemeinde ist die Frage, wie kann ich meinen Nächsten erbauen und daran nimmst du dann teil. Nun Paulus gibt uns ein drittes Merkmal, woran du dich orientierst, drittes Merkmal, orientiere dich an Gott gewirktem Glauben, jetzt du fährst 22 geht, lest dir dort, wie Paulus schreibt, hast du Glauben, habe ihn für dich selbst vor Gott und einfach mal so für sich alleine diesen Satz zu lesen, klingt schon sehr pluralistisch, so richtig postmodern. Wenn du deinen Glauben hast, dann bist du okay damit und wenn der seinen Glauben hat, dann lass ihn mal in Ruhe, mach du dein Ding und er macht sein Ding, so klingt es ein bisschen. Aber das ist nicht das, was Paulus hier sagt, denn die Faktenlage aus dem Römerbrief ist immer noch die gleiche. Dass nur Jesus Christus rettet, dass nur Jesus Christus Weg, Wahrheit und das Leben ist, dass es nicht mehrere Wahrheiten gibt, dass es nicht mehrere Wege gibt, dass es auch nur einen Glauben gibt, um Christus zu begegnen. Und das ist ein Glaube, der sich auf objektive Tatsachen beruft, auf Dinge, die von außen gesehen deutlich werden. Aber dieses Wissen, dieser Glaube, der mich rettet, hat einen Einfluss auf mein Leben. Das heißt, ich gehe von jetzt an in dieser Gewissheit voran, dass mein Vertrauen auf Gott alles prägt, was ich tue. Und so bezieht sich Paulus hier auf die Praxis. Wenn du den Glauben hast und so frei bist, zu tun, was andere nicht tun können oder möchten, dann ist das dein persönlicher Weg, dein persönlicher Glaube vor Gott, den du persönlich vor Gott lebst und das ist gut, aber der betrifft deine persönliche Beziehung mit Christus. Und so fährt Paulus jetzt fort in Vers 22, wenn er sagt, glückselig, wer sich selbst nicht richtet in dem, was er gut heißt. Und das ist genau das, was jeder Christ erfahren darf und was Paulus auch als gesegnet benennt, dass du voller Freude die Dinge, die Gott dir gegeben hat, genießen kannst und während du sie genießt, nicht dich selber dabei verurteilst, sondern dich daran freuen kannst, dass du dich selbst nicht richtest, das ist der wünschenswerte Zustand für jeden Gläubigen. Denn Gott ist ein Gott der Freiheit, Gott ist ein Gott der Freude und Gott ist auch ein großzügiger Gott und ein Christ, der das in vollem genießen kann, der kann sagen, von dem sagt Paulus, er ist glückselig. Und dieses Stadium, sich selber nicht zu richten, hat einen großen Einfluss auf deine Beziehung mit Gott. Wenn ihr jetzt mal 1. Johannes aufschlagt, 1. Johannes 3, also gegen Ende seines Briefes, macht Johannes diese Aussage, wo für uns deutlich wird, wir reden hier jetzt nicht mehr nur über was esse ich und was trinke ich, sondern wir reden jetzt wirklich um meine persönliche Beziehung mit meinem Herrn. Wenn Paulus nun sagt, glückselig bist du, wenn dein Herz dich nicht richtet, dann scheinen jetzt hier die Worte wieder aus 1. Johannes 3, Vers 21, wenn er sagt, Geliebte, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott. Also es ist keine Lappalie, es ist nicht so, dass ich einfach was genießen kann und damit alles gut ist, sondern vielmehr, wenn ich vor Gott mit reinem Herzen stehen kann, ohne mir selber Vorwürfe machen zu müssen, bedeutet das für mich, Freimütigkeit zu Gott zu haben, also einen freien Zugang, keine Barriere. Und das ist erstrebenswert für jeden Christen. Und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun. Es geht hier um die Beziehung mit Gott, wo der Einzelne auch Gebetserhöhungen erleben darf. Und so merken wir, wenn wir jetzt zu Römer 14 zurückgehen, dass diese Dinge dein Leben, deine Beziehung zu Gott bestimmen, ein Herz, das dich verurteilt, herumzutragen ist nicht nur etwas, was sehr traurig ist, es hat gleichzeitig auch einen schädlichen Einfluss auf deine Beziehung mit Gott. Und das ist es nun, was Paulus darlegt in Vers 23, wenn er schreibt, wer aber zweifelt, wenn er ist, der ist verurteilt, weil er es nicht aus Glauben tut. Nun, ein Zweifler per Definition ist eine Person mit zwei Stimmen in sich. Auf der einen Seite ist die Wahrheit, von der er weiß. Er weiß aus dem Wort Gottes, alles ist rein zum Beispiel. Aber dann gibt es die andere Stimme, die aus irgendeinem Grund, mag es die Vergangenheit, mag es einen Bezug, den er selber zieht zur Sünde, aus irgendeinem Grund gibt es die zweite Stimme, die immer wieder Nein ruft. Also jetzt in Rom, ich esse dieses Fleisch, von Wort Gottes her gesehen ist das kein Problem und meine Geschwister tun das auch und trotzdem innerlich eine Stimme, die sagt Nein, das ist falsch. Das ist ein Zweifler, der innerlich ständig hin- und hergerissen ist. Und diese Nein-Stimme ist es dann auch, die dir das Leben richtig schwer macht. Jetzt bist du mit deinen Geschwistern unterwegs und du siehst sie essen, du siehst andere Dinge, die sie tun, die du dich niemals trauen würdest. Es scheint ja alles gut zu sein, ich mache doch mit, aber in dir ist immer noch dieser Nein-Sager aktiv, der dir das vermisst und am Ende sitzt du da und verurteilst dich selber. Das ist es, wovon Paulus hier spricht, du verurteilst dich selbst. Es ist nicht so, dass Gott dich jetzt ins Gericht zieht und sagt, es war Sünde. Nein, Gott hat gesagt, es ist rein, aber du selber bist so im Konflikt mit dir selbst, dass du selber über dich das Urteil sprichst. Du verurteilst dich selbst, du richtest dich und das hat jetzt eine weitere Konsequenz. Weil das so ist, hast du keine Freimütigkeit mehr zu Gott und jetzt bremst es seinen Glaubensweg aus. Jetzt kannst du nicht mehr so wachsen. Es mag rational alles richtig gewesen sein, aber in dir ist ein unruhiges Gewissen, das nicht zur Ruhe kommen will. Und so schließt Paulus diese Passage mit den Worten, alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde. Du fragst dich, wie kann das sein? Wie kann es sein, dass in einer Gemeinde zwei Personen mit dem gleichen Glauben, gleiches Bekenntnis, gleiche Älteste, gleiche Gebäude das gleiche machen können. Sie essen Fleisch vom gleichen Metzger, sie essen es auf den gleichen Tellern, sie nutzen gleiches Geschirr und Besteck, sie haben die gleichen Gewohnheiten, von außen siehst du keinen Unterschied. Aber bei dem einen geschieht es aus Glauben und er dankt Gott dafür und der andere klagt sich selber die ganze Zeit an. Von außen ist der Unterschied nicht sichtbar, aber Gott sieht das Herz und der eine tut es nun für Gott, der andere nicht und deshalb fängt er nun an zu sündigen. Deshalb kann Paulus sagen, alles was nicht aus Glauben geschieht ist Sünde. Das heißt für dich im Umkehrschluss, dass alles, egal was es ist, was nicht im Blick und im Vertrauen auf Gott getan wird, Sünde ist, denn Gott sieht das Herz an, alles, ob du nun vor der Wahl stehst welches Auto du kaufst, ob du vor der Wahl stehst in welche Wohnung du ziehst, welchen Job du annimmst, welche Beziehungen du eingehst, alle diese Fragen gilt es für dich, wenn es nicht im Blick und im Vertrauen auf Gott getan wird ist es Sünde, denn es ist genau deshalb warum keins Opfer nicht angenommen wurde, weil Gott das Herz sah. Es ist genau deshalb, dass David König wurde, weil Gott das Herz sah und so sieht Gott das Herz eines jeden Einzelnen, der auf dieser Welt wandelt und für dich ist die Aufgabe nun dein Vertrauen zu Gott und dein Glaube an ihn die prägende Kraft zu sein, die für dich die Entscheidungen dominiert. Das heißt also, es ist nicht mehr nur ein rationales Abwägen, es ist nicht nur so, dass ich Chachibiti frage, was ist besser. Es ist aber auch nicht nur ein Bauchgefühl, fühlt sich einfach besser an, das wäre auch nicht richtig, sondern es ist ein bewusstes Gehen mit Gott, ein bewusstes Tun, was der Beziehung Christi entspringt. Wenn du nun einen Computer beispielsweise kaufst, dann kauf ihn nicht nur, weil jeder ja einen hat, sondern kauf ihn und überlege dir, wie er dir persönlich hilft deinen Gott zu ehren, deinem Gott zu dienen und genauso denkst du nach bei jeder Entscheidung, ob es ums Auto oder umziehen geht. Alle Entscheidungen sind eben nicht nur rationale Abklärungen, sondern es sind Entscheidungen im Glauben. So kann es sein, dass zwei Christen in der gleichen Gemeinde beide eine beträchtliche Summe Geld bekommen und der eine wird es aus Glauben freudig spenden und der andere wird es aus Freude aus Glauben freudig sparen und das ist okay. Die Frage bleibt bei Dingen, die nicht verboten noch geboten sind, kann ich selber diese Entscheidung mit Blick auf Gott aus der Beziehung mit Gott heraus für ihn fällen und dann wirst du merken, dass es unterschiedliche Auswüchse gibt, die aber beide von der gleichen Wurzel stammen innerhalb der gleichen Gemeinde. Also so ist echte Einheit, nicht Gleichschaltung, das ist nicht Gleichförmigkeit, das ist nicht die gleiche Basis, sondern es ist die gleiche Basis, Entschuldigung, mit unterschiedlichen Auswirkungen. Und so merken wir, dass das, was Paulus uns hier beschreibt und das, wozu er uns hier eine Anleitung gibt, ist etwas, was es ausschließlich unter Christen gibt, nur in der Gemeinde. Denn nur dort, wo Menschen ihn lieben, sein Wort leben, sich ihm als dem König unterordnen, nur dort kann es echte Einheit geben. Und da kannst du deinen Beitrag leisten, indem du auch dich orientierst an dem Reich Gottes, dem Werk Gottes und dem Gott gewirkten Glauben. Vater, wir bedanken dir dafür, dass du diese Anweisungen auch gibst, wie wir heute, trotz all der Unterschiedlichkeit von Menschen, die du hier zusammenbringst, einen Geist der Einheit nicht nur schüren, sondern dann auch erhalten können, wie wir alle lernen können, die Hauptsache zur Hauptsache zu machen und uns nicht an nebensächlichen Dingen aufzuhängen. Herr, ich bitte dich darum, dass du uns allen Gnade schenkst, auch zu erkennen, wo wir schwach sind im Glauben und Dinge nicht tun sollten, die unsere stärkeren Geschwister tun. Dass du aber gleichzeitig auch uns Gnade schenkst in den Bereichen, wo wir merken, wir sind stärker als andere, in Rücksicht und in Mitleid mit unseren schwächeren Geschwistern zu gehen. Und am Ende zu sehen, Herr, wie du uns alle zusammenfügst zu deinem Leib und uns zusammen voranbringst zu deiner Ehre und wir so dich verherrlichen dürfen. Amen.
