Risse flicken und weitere vermeiden
Durch KI transkribiert – Bei Fragen meldet Euch gerne bei [email protected] Wenn du durch Deutschland fährst, von Süden bis Norden, dann wirst du feststellen, ja, es gibt Unterschiede, aber immer noch bist du im gleichen Land, immer noch unter der gleichen Flagge, immer noch geprägt von der gleichen Schriftsprache, von der gleichen Geschichte. Und so ist es nicht unweit von hier, dass doch immer noch ein Zeichen zu finden ist, dass dieses Land einmal getrennt hat. Eine Mauer, die diesen Ort, in dem wir uns versammeln, in unterschieden hat zwischen Ost- und West-Berlin, eine Mauer, die zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterschieden hat. Eine Trennung, die heraufbeschworen wurde für ein Land, das eine Flagge, eine Sprache, eine Geschichte hat. Und diese Spannung, diese Trennung wurde selbst von anderen politischen Kräften mit Sorge betrachtet, so sehr, dass einst US-President Reagan vor dem Brandenburger Tor ausrief, Mr. Gorbachev, tear down this wall. Mr. Gorbachev, reißen Sie die Mauer nieder. Die Gemeinde ist oft auch ein Beispiel solcher Trennung, dass die Gemeinde oft, obwohl sie unter gleicher Flagge operiert, nämlich dem Namen Jesu Christi Mauern baut, obwohl sie die gleiche Sprache spricht, die Sprache Christi, obwohl sie das gleiche Gesetz hat, das Gesetz Christi, das Wort Gottes, die Bibel, obwohl sie die gleiche Herkunft für jeden Bürger der Gemeinde bezeugen würde, nämlich die Wiederkunft durch Christus, schafft die Christenheit es doch immer wieder, Mauern dort hochzuziehen aus irgendwelchen Gründen, wo sie eigentlich nicht hingehören. Es sind Mauern der Präferenzen, wo es um Gottesdienststil, wo es um Musikstil oder Traditionen geht. Es sind Mauern der Überzeugungen, wo es um Erziehungsmaßnahmen bei Kindern, wo es um Filmwahl oder Kleidung geht. Es sind Mauern der Gewohnheiten, wie viel und wie oft die Bibel gelesen wird, wann und wie oft welche Veranstaltungen besucht werden. Das ist schon seit Beginn der Kirchengeschichte ein trauriges Merkmal in der Christenheit. Das Christenmauern errichten und Christen trennen, die eigentlich miteinander bezeugen. Wir haben einen Herrn, wir haben einen Leib, wir haben eine Taufe. Und so ist es, dass die Bibel dieses Thema der Trennung, der Spaltung immer wieder anspricht und uns deutlich wird, Jesus hasst Spaltung unter Christen. Jesus hasst diese Mauern, die unter Christen errichtet werden und genau das ist das Problem, dem sich Paulus jetzt widmet im Römerbrief. Wir sind mittlerweile bei Römer 14 und wir sehen dort drei Etappen, die Paulus dir aufzeichnet, um die Gemeinschaft innerhalb der, die Einheit innerhalb der Gemeinde sicherzustellen und auch wieder in Stand zu setzen. Drei Etappen. Und wir dürfen jetzt zusammen die Bibelstelle Lesen, Römer 14, die Verse eins bis neun. Dort schreibt Paulus, den Schwachen im Glauben aber nehmt auf, doch nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen, einer glaubt, er dürfe alles essen, der Schwache aber isst Gemüse. Wer isst, verachte den nicht, der nicht isst, und wer nicht isst, verachte den nicht, der isst, denn Gott hat ihn aufgenommen. Wer bist du, der du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt dem eigenen Herrn, er wird aber aufrecht gehalten werden, denn der Herr vermarkt ihn, aufrecht zu halten. Der eine hält einen Tag vor dem anderen, der andere aber hält jeden Tag gleich. Jeder aber sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt, wer den Tag beachtet, beachtet ihn dem Herrn, und wer ist, ist dem Herrn, denn er sagt Gott Dank, und wer nicht ist, ist dem Herrn nicht, und sagt Gott Dank, denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst, denn sei es auch, dass wir leben, wir leben dem Herrn, und sei es, dass wir sterben, wir sterben dem Herrn, und sei es nun, dass wir leben, sei es auch, dass wir sterben, wir sind des Herrn, denn hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er herrscht, sowohl über Tote als auch über Lebende. Herr Vater, wir danken dir dafür, dass du ein Gott bist, der redet, der uns dein Wort gegeben hat, deine Offenbarung gegeben hat, auch in Schriftform, wir nachverfolgen können heute, was du von uns möchtest, und Herr, wir sind heute darauf angewiesen, dass du wieder durch dein Wort zu uns redest, Herr, wir sind darauf angewiesen, dass du unsere Herzen öffnest, unsere Ohren öffnest, uns empfänglich machst, dass du uns auch das zusprichst, was wir benötigen, dass du heute Korrektur gibst, dem, der Korrektur benötigt, der Mahnung dem, der Mahnung benötigt, Trost auch dem, der Trost benötigt, und so bitten wir dich jetzt um deine Hilfe, rede du, denn dein Volk hört, Amen. Wir sind hier im Römerbrief an einem neuen Abschnitt, und gewissermaßen knüpft es aber trotzdem an die vorigen Kapitel an, die wir ausführlich studiert haben, wo Paulus diesen Punkt der Nächstenliebe noch einmal betont hat, die Naherwartung des Heils, und jetzt in Kapitel 14 fängt er an, die Einheit der Gemeinde zu entfalten, die Wichtigkeit der Einheit der Gemeinde, und dafür nimmt er sich viel Zeit, Römer 14 Vers 1 bis 15 Vers 13 kann man alle unter diesen, unter diese Überschrift setzen, die Einheit in der Gemeinde zu bewahren, und so werden auch wir, so Gott will, insgesamt vier Predigten haben, wo wir uns durch dieses Thema der Einheit der Gemeinde bewahren, die Frage, die er hier jetzt spezifisch beantwortet ist, wie schaffe ich es innerhalb der Gemeinde Einheit zu bewahren, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, und da ist die erste Etappe, die er dir gibt, erstens integriere deinen Mit Christen, ihr dürft nochmal mit mir in den Text schauen, Vers 1, den Schwachen aber im Glauben nehmt auf, doch nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen, einer glaubt, er dürfe alles essen, der Schwache aber isst Gemüse, also zuerst einmal leitet Paulus hier ein, indem er dir deutlich macht, es gibt innerhalb der Gemeinde zwei Gruppen von Christen, die eine bezeichnet er die Starken, die andere bezeichnet er die Schwachen. Nun, um überhaupt zu verstehen, was der Auftrag ist, den wir gegeneinander haben, müssen wir verstehen, was Paulus hier genau meint mit Starken und Schwachen, er definiert jetzt den Schwachen im Glauben in Vers 2, der Schwache aber isst Gemüse, das bedeutet nicht, dass jeder Vegetarier ein Schwacher ist heute, vielmehr müssen wir hier verstehen, was historisch sich getan hat, ihr denkt zurück an Apostelgeschichte 10, als Petrus von Gott selber ermutigt wird, es wird ihm sogar befohlen, Tiere zu schlachten und zu essen, die er vorher für unrein erklärt hatte, Petrus wurde dreimal aufgefordert, selbst da hat er es noch nicht begriffen, erst im Haus von Cornelius hat er es begriffen, es hat sehr lange gedauert, für ihn zu verstehen, dass es okay ist, alles zu essen und das zeigt, mit welch einer Vorsicht Juden geprägt waren, wir sehen diese Vorsicht auch bei Daniel, als er im Hof des Königs war und den obersten darum bittet, bitte gib mir nur Brot und Gemüse, nur um sicher zu gehen, dass ich ja nichts unreines zu mir nehme, nun die Juden hier, die Christen hier in Rom sind in einer Gesellschaft, die sehr heidnisch ist, Götzen, Opfer, Fleisch, überall und es ist sehr wohl gut möglich, dass einige mit jüdischem Hintergrund noch so geprägt sind von ihrer Vergangenheit, dass sie für sich die Entscheidung gefällt haben, ich möchte nur, um auf Nummer sicher gehen, nicht mit Götzen, Opfer, Fleisch in Berührung zu kommen und deshalb sehe ich für mich persönlich die Konsequenz, ich esse davon nichts, ich esse nur Gemüse, ganz genau liegt Paulus das nicht da, ob es hier die Götzen, Opfer-Frage ist, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass auch hier die jüdische Prägung mit geschwungen ist. Wichtig festzuhalten ist allerdings, dass der Schwache ein Gläubiger ist. Paulus nennt ihn einen Schwachen im Glauben, das heißt, er ist gläubig, er glaubt an die Rechtfertigung, er glaubt an das Heil durch Jesus Christus allein, das steht für ihn außer Frage, aber du musst dir einen Schwachen vorstellen, wie ein Mensch, dessen geistlichen Muskeln noch nicht reif sind, noch nicht stark sind, die noch nicht so weit sind und wenn du jetzt diesen Geistlich Schwachen nimmst und den Geistlich Starken nimmst und sie zusammen auf eine Wanderung schickst in die Sächsische Schweiz, dann wirst du den Starken beobachten, wie er die Hänge mit links erklimmt, das ist alles gar kein Problem und wenn da eine Wurzel auf dem Weg ist, ist das kein Hindernis, wenn er Felsbrocken sieht, ist das kein Hindernis, jede Stufe, die dort ist, wird leicht überwunden, er geht einfach konsequent seines Weges und jetzt der Schwache betritt den gleichen Weg, aber dieser Schwache tritt auf die erste Stufe und fängt schon an zu keuchen und er begegnet einer Wurzel und gerät ins Stolpern und er sieht Felsbrocken und macht sich Sorgen um sein Leben, ob er denn wohl fällt und so seht ihr, dass ein Starker und ein Schwacher den gleichen Weg betreten mögen, dass was für den Starken überhaupt gar kein Hindernis ist, überhaupt gar nichts, worüber sich Gedanken machen muss, kann für den Schwachen möglicherweise der Stolperstein sein, an dem er sich aufhängt. Und so bezeichnet ein Kommentator es, dass diese Schwäche, von der Paulus hier redet, sich nicht auf die grundlegenden christlichen Glauben bezieht, sondern auf eine mangelnde Gewissheit darüber, ob der eigene Glaube einem bestimmte Handlungen erlaubt. Also es ist hier von einem Menschen die Rede, der sehr gewissenhaft ist, der sagt mit völliger Überzeugung, ich glaube, dass Jesus Christus mein Herr ist und ich glaube, wer Christi so wie die Bibel das beschreibt, das ist überhaupt nicht aus der Frage, aber ich habe nicht die Freiheit Schweinefleisch zu essen, ich habe nicht die Freiheit gewisse Filme zu schauen, ich habe nicht die Freiheit sonntags einen Marathon zu rennen meinetwegen, ich habe nicht die Freiheit Alkohol zu konsumieren, was es auch sei, so spricht Paulus hier von einem Menschen dessen Gewissen, Gewissen ist dieser Kompass, der von Gott eigentlich geeicht wird, dass dieser Mensch, sein Kompass ist noch nicht ganz kalibriert, ist noch nicht ganz auf der Spur und so sind für ihn gewisse Dinge, die eigentlich keine Sünde sind, vom Eindruck her Sünde und deshalb lässt er sie fern. Das ist ganz wichtig, dieser Schwache ist noch in einem Lernprozess und Paulus gibt jetzt eine Aufgabe, die Aufgabe ist, diesen Schwachen nehmen auf, steht in Vers 1, nehmt auf, das ist der Befehl, aufnehmen heißt hinzunehmen, ihn willkommen heißen, es heißt akzeptieren, es heißt ihn integrieren in den Leib der Gemeinde, zu sagen, dieser Mensch wird aufgrund seines Bekenntnisses Teil der Gemeinde, er wird Teil der Gruppe, dieser Mensch muss nicht erst einen Kurs für Schwache besuchen, dieser Mensch muss nicht einen Hauskreis für Schwache besuchen, um wirklich dazu zu gehören, dieser Mensch ist von Beginn an aufgrund dessen, dass er ein Bekenntnis ablegt, das mit dem anderen übereinstimmt, ein vollwertiges Mitglied der Gemeinde und das macht Paulus hier ganz glasklar, nichts muss er beweisen, er muss nicht erst noch einen Entwicklungsprozess hinlegen, er ist Teil der Gemeinde und ich wurde schon darauf angesprochen, ich habe im ersten Gottesdienst diesen Vergleich benutzt, dass unser Sohn, jetzt wissen Sie alle, wir bekommen einen Sohn, er wird Teil unserer Familie sein, weil er unser Sohn ist, nicht weil er sich irgendwas beweisen muss, wir werden ihm nicht gewisse Eigenheiten austreiben müssen, damit er unser Sohn wird, er wird unser Sohn sein von Beginn an und das ist genau die gleiche Sache, die Paulus hier darstellt. Ein Kind Gottes ist Kind Gottes und er gehört dazu und die Aufgabe für die Gemeinde ist, ihn willkommen zu heißen, ihn Teil der Gemeinde zu machen, denn in der Gemeinde gilt Christus allein, Gnade allein ist der Weg zur Rettung und das reicht. Jetzt führt Paulus aber aus, dass wenn du diesen Schwachen aufnimmst, wir lesen jetzt weiter in Vers 1, dann hüte dich davor, das nicht zu tun zur Entscheidung zweifelhafter Fragen und da wird uns jetzt deutlich, dass es selbst unter Christen gewisse Dinge gibt, wo unterschiedliche Interpretationen stattfinden, wo es verschiedene Meinungen gibt, verschiedene Herangehensweisen und um das richtig zu verstehen, müssen wir uns vor Augen halten, es gibt zwei Kategorien, die wir in der Bibel deutlich auseinanderhalten müssen. Die erste Kategorie ist, sind Dinge, über die wir nicht diskutieren dürfen, die die Bibel ganz klar definiert und darin müssen wir uns auch einig sein. Wer sich jetzt fragt, was das sein könnte, 1. Johannesbrief wäre eine gute Station, müsste jetzt nicht aufschlagen, aber eine gute Station, um diese Fragen zu stellen, wo müssen wir uns einig sein und 1. Johannes wird dir darlegen, es muss ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus, der Person Jesus Christus sein, dass es sowohl Gott als auch Mensch ist, es muss ein klares Bekenntnis zum Werk Jesu Christi sein, was er getan hat, es muss ein Bekenntnis oder ein Verständnis daran sein, dass es Gottes Geboten gegenüber gehorsam gilt, dass es eine Liebe zu Geschwistern gilt, das sind gewisse Merkmale, die wir alle teilen, die uns einigen und die auch unverhandelbar sind. Wenn die Bibel klare Aussagen macht, dann gelten sie. Wenn die Bibel Sünde als Sünde bezeichnet, dann gelten sie. Wir diskutieren nicht um Ehebruch oder Geweid oder Diebstahl oder Lüge, diese Dinge sind als Sünde definiert, die werden nicht akzeptiert, auch nicht in der Gemeinde. Nun, das ist die eine Kategorie, die nicht verhandelbar ist, die Einheit darstellt, aber jetzt spricht Paulus von einer zweiten Kategorie, die er eben zweifelhafte Fragen bezeichnet. Man könnte den Begriff auch übersetzen mit gewisse Meinungen, Überzeugungen. Und was er hier meint, ist eben alle Bereiche im Leben, wo die Bibel dir keine explizite Aussage macht, kein klares Verbot, aber auch kein klares Gebot ausspricht. Das sind Fragen wie, wann lese ich meine Bibel? Lieber morgens, lieber abends, lieber mittags, lieber den ganzen Tag? Oder wie oft, wie lange bete ich? Wie genau gestalte ich meinen Gottesdienst? Wie lange darf ein Prediger predigen? Das sind alles Fragen, wozu die Bibel keine klare Aussage macht, und deshalb bezeichnen wir sie Meinungen, Überzeugungen, Lebensweisen, Präferenzen, zu denen die Bibel nicht eindeutig spricht. Das sind zweifelhafte Fragen. Und jetzt, bevor du jetzt anfängst, dir zu überlegen, in welche Kategorie du fällst, schwach oder stark, oder ob dein Nächster neben dir schwach oder stark ist, jetzt die Ermahnung, dass gewissermaßen jeder von uns sich in einem Bereich seines Lebens mal auf der starken, mal auf der schwachen Seite wiederfindet. Wir haben alle Bereiche, in denen wir entweder schwach oder stark sind. Das lässt sich nicht ganz so einfach abgrenzen. Es gibt gewisse Themen, wo wir auf die eine Seite oder die andere fallen. Und die Aufgabe ist es, diese nicht zum Diskussionsthema innerhalb der Gemeinde zu machen. Nun, ein Beispiel. Vor zwölf Jahren war ich das erste Mal in der USA. Und die USA hat mich selber mal mit meinen eigenen Überzeugungen aufs Neue konfrontiert. Denn ich bin aufgewachsen mit einer Überzeugung, dass sich Christen nicht tätowieren lassen. Das war das, was mir beigebracht wurde. Das habe ich auch nie hinterfragt. Das war einfach Fakt. Dann kam ich in die USA. Ich war dort in einer gesunden Gemeinde, einer lebendigen Gemeinde, einer bibeltreuen Gemeinde. Und dort gab es Christen, die sich haben tätowieren lassen nach der Bekehrung. Und plötzlich stand ich vor dieser Frage, ist das jetzt eine Überzeugung, die ich habe? Ist das irgendwas, was ich übernommen habe? Oder ist das wirklich was biblisches? Ich kam zu dem Schluss, dass ich da dazulernen musste. Nun, Paulus, ganz wichtig, gibt dir Gemeinde nicht den Auftrag, all diese unterschiedlichen Entscheidungen des Lebens auszubügeln. Wenn jemand gewisse Überzeugungen hat und sie lebt, dann ist dein Auftrag in der Gemeinde, ihn erst einmal dabei zu lassen und ihn aufzunehmen. Das ist der Auftrag. Du nimmst den auf, aber nicht zur Entscheidung dieser Aufgaben. Es geht jetzt nicht, dass du sagst, ja, du kannst Mitglied werden, aber wir werden uns abends mal zusammensetzen und das Ding debattieren wir durch, bis wir zu einer Lösung kommen. Den Auftrag hast du nicht. Dein Auftrag ist es, ihn so zu akzeptieren, wie er ist, aufgrund seines Bekenntnisses, ihn teil werden zu lassen der Gemeinde und ihn einfach mit hinzuzunehmen. Und so gibt es viele Dinge in dieser Kategorie der zweifelhaften Fragen. Fragen zum Beispiel wie, sollte ich Harry Potter schauen oder nicht? Sollte ich Zucker essen oder nicht? Wie stark sollte ich auf meine Ernährung achten? Sollte ich die Alternative oder natürliche Medizin bevorzugen? Sollte ich meine Zigarre brauchen oder nicht? Darf ich mich tätowieren lassen oder nicht? Ist ein Computerspiel möglicherweise okay oder doch nicht? Wie ist es mit säkulärer Musik? Musik, die nicht von Christen geschrieben oder produziert wurde. Wie ist es mit meinen Ausgaben? Ist es okay ein Haus zu kaufen oder nicht? Soll ich ein Auto kaufen oder nicht? Kleidung, ganz anderes Thema. Was ziehe ich an? Was ist okay, was nicht? Wie gestalte ich meine Hochzeit? Und vieles, vieles, vieles mehr. Und wir könnten jetzt die ganze Stunde damit verbringen, mögliche zweifelhafte Entscheidungen, Fragen aufzuwerfen. Paulus macht hier aber deutlich und geht da gar nicht drauf ein. Die Aufgabe der Gemeinde ist es nicht, diese Entscheidungen zu fällen. Es ist nicht die Aufgabe der Gemeinde, zu einem Einheitsbrei zu werden. Es ist nicht das Ziel, alle gleichgeschaltet zu haben. Es gibt ein solches gleichgeschaltetes Christentum, gibt es nicht. Und Gott hat von Anfang an die Gemeinde als eine bunte Truppe kreiert. Und das bedeutet für dich persönlich, dass du lernen musst, die Unterschiede zu akzeptieren, zu respektieren und dich damit zufrieden zu geben, dass es nicht die Aufgabe von dir ist, diese Unterschiede final aufzuheben. Du musst dich hüten davor, jetzt in Gruppen zu denken. Innerhalb der Gemeinde, das ist die Gruppe, die das so macht wie ich, das ist die Gruppe, die das anders macht oder das ist mein Hauskreis, die denken auch so. Das ist nicht richtig. Deine Aufgabe ist es, jeden in der Gemeinde aufzunehmen, als das Glied, das er ist, der Gemeinde und diese Unterschiede einfach einmal stehen zu lassen. Lass sie stehen. Nun, das ist völlig außer Frage. Wenn du viele Menschen zusammen hast, die unterschiedliche Meinungen haben, dann kann das auch mal ein bisschen knirschen. Und dessen ist Paul sich sehr wohl bewusst und deshalb bringt er dir jetzt die zweite Etappe, zweitens prüfe dein Herz. Wieder, statt die Unterschiede zu beseitigen, statt dich jetzt dahin zu führen, Diskussionen zu führen, möglichst noch in die Nacht hindurch und möglichst noch Wochen, Monate hinaus zu zehren, dir immer wieder die Fragen zu diskutieren, ist das wirklich das Beste oder möglicherweise noch die Polizei der Gemeinde zu spielen und jedem auf die Schliche zu kommen, der es nicht genauso macht wie du, sagt Paulus noch einmal, Gott will Einheit nicht Gleichförmigkeit. Einheit heißt, wir haben die gleiche Basis, den gleichen Herrn und die gemeinsamen Werte in der Bibel, aber es heißt nicht Gleichförmigkeit. Gleichförmigkeit würde bedeuten, wir sind eine Masse und werden alle in die gleiche Gussform gepresst und das ist nicht biblisch. Und deshalb sagt Paulus, statt jetzt versucht zu werden, alles auszubügeln, was es an Differenzen zu gibt, es ist deine Aufgabe, auf dein Herz zu achten. Achte auf dein Herz. Und jetzt lese mal mit mir in Vers drei, was er dort schreibt. Wer ist, bringe dem Schwachen bei zu essen. Steht da nicht. Wer ist, verachte den nicht, der nicht ist. Achte auf dein Herz. Wenn du stark bist und die Freiheit genießt, das zu tun, was ein anderer neben dir nicht tun kann, dann wird es natürlicherweise zu der Tendenz führen, dass du den anderen tendenziell abschätzen bewährtest. Sagen wir mal als Beispiel, du hast die Freiheit, dich nach einem langen Arbeitstag abends auf die Couch zu legen, so richtig zu entspannen und dir einen Film anzuschauen. Du weißt aber, dass dein lieber Bruder oder Schwester damit Gewissensbisse hätte und die gleiche Zeit damit verbringt, die Bibel zu lesen, Bücher zu lesen oder Predigten anzuhören. Jetzt hast du die Tendenz, diesen Bruder oder Schwester über ihn nachzudenken als einen, diese arme Person, die hat einfach die Freiheit, Christi, noch nicht verstanden. Das wäre noch harmlos. Dein stärkeres Urteil wäre zu sagen, diese Person ist so gesetzlich, die kann nicht mal ihren Abend genießen. Oder du würdest sogar sagen, sie denkt wohl, sie sei was Besseres. Und das sagt Paulus, das hat keinen Platz. Wenn du die Freiheit hast, etwas zu tun, was der andere nicht tun kann, dann musst du auf dein Herz aufpassen, ihn nicht zu verachten. Ihn nicht abschätzlich zu behandeln und besonders nicht abschätzlich über ihn zu denken. Dein Auftrag ist es, deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst. Er ist ein Kind Gottes wie du, deshalb muss dein Blick sein, er ist ein Kind Gottes wie du. Was wir jetzt hier an Unterschieden haben, ist nicht wichtig und deshalb wird dein Wert und nicht Abschätzung relevant. Und Beispiele, wo das zum Tragen kommt, könnten wir wieder zuhauf anführen. Wenn du jemand bist, der die Freiheit hat, Kalorien zu genießen und das entfülle und du weißt von jemandem, der sehr sehr achtsam ist, weil er sagt, mein Körper ist ein Tempel des Herrn und deshalb kann ich, muss ich aufpassen und deshalb enthält er sich gewisser Dinge, die du mit Freude genießt. Kannst du das Gleiche denken? Der denkt wohl, er sei was besseres. Er hat wohl gedacht, dass Geistlichkeit das bedeutet. Und auch da ist dein Auftrag, nichts abschätzend über diese Person zu denken, sondern deinen Blick wieder auf das zu richten, was zählt. Diese Person ist Gottes Kind, er gehört ihm und ich bin genauso wie er. Und dann gilt Wertschätzung nicht Abschätzung. Und hier ist der Punkt, wo ein Autor uns ermutigt, uns mal zu hinterfragen, ob wir innerlich vielleicht auch unbewusst angefangen haben, eine Liste zu führen mit dem Titel, danke Gott, dass ich nicht bin wie diese und an all die Namen. Führst du innerlich schon so eine Liste, dann bist du stolz geworden, arrogant geworden und das nimmt dort Einzug und hat dann, sagt Paulus dir jetzt, hat in der Gemeinde keinen Platz. Das steht dir nicht zu. Und das ist die Gefahr des Starken. Die Gefahr des Starken ist, in den Bereichen, wo er Freiheit genießt, auf den Schwachen runterzuschauen und abschätzen zu blicken. Und jetzt richtet Paulus den Blick auf den Schwachen. Der Schwache hat eine andere Gefahr. Wenn ihr es weiter lest in Vers 3, und wer nicht ist, richte den nicht, der ist. Das ist ein anderer Ausdruck vom gleichen Problem. Das ist beides Stolz. Der Starke schaut auf den Schwachen herunter, der Schwache blickt auf den Starken und fängt jetzt an, ein Urteil zu sprechen über sein geistliches Leben. Der Schwache sieht die Freiheit des Starken und wird ein Urteil fällen. Wenn wir wieder das Beispiel nehmen von am Abend auf der Couch mit einem Film im Vergleich zu dem Schwachen, der diese Zeit aus seiner Sicht besser nutzt, sinnvoller nutzt, wertvoller einsetzt. Er wird schnell zu dem Schluss kommen können, zu sagen, dieser Bruder, diese Schwester ist kein guter Haushalter seiner Zeit. Er ist dem Herrn wirklich nicht ganz hingegeben. Er hat offensichtlich ein Problem. Und dann hast du ein Urteil gefällt über das, was sein Leben angeht. Oder wenn du eine Person bist, die sehr, sehr sparsam ist, sehr vorsichtig ist mit seinen Ausgaben und du siehst jemand anderen in der Gemeinde, wie er plötzlich ein neues Gerät hat, das du dir nie kaufen würdest. Oder tatsächlich ein Auto kaufst, was du dir nie kaufen würdest. Oder sogar ein Haus kauft oder baut, was du nie tun würdest. Und du dann den Schluss ziehst. Puh, der hat ein Problem mit Gott. Der ist nicht ganz hingegeben. Auch das ist ein Gericht. Und hier ist es so interessant, wie Paulus deutlich macht, dass er ganz genau versteht, wie die Menschen funktionieren. Der Schwache hat die Tendenz, von dem, wie er lebt, den Schluss zu ziehen, dass das der beste Weg ist, der sicherste Weg ist und deshalb jeder, der diesen Weg nicht beschreitet, ungeistlich ist. Und dann fällt da ein Urteil errichtet. Und der Freie, der Starke, genau das Gegenteil, der achtet auf die anderen und wird dann sicher aus Selbstverständlichkeit abschätzen, diejenigen behandeln oder zumindest denken, die das nicht tun können. Und jetzt wieder würde man sich was wünschen. Mensch, Paulus, mach doch mal Schluss mit diesen Unterschieden. Lass uns das Essensproblem ansprechen, lass uns diese Diskussion mal ansprechen. Vor allen Dingen, Paulus als Apostel des Herrn könnte doch das Wort des Herrn weitergeben und einfach mal Schluss mit der Sache machen, aber das macht er nicht. Stattdessen fordert er dich an dieser Stelle auf. Dein Problem sind nicht die Unterschiede innerhalb der Gemeinde, sondern das Problem ist dein Herz. Prüfe dein Herz. Und der Grund liegt dann im Folgenden, wenn ihr weiter lest in Vers vier. Denn Gott hat ihn aufgenommen. Paulus sagt jetzt, dieser Mensch, wo du dir zumutest, ein Urteil über seinen geistlichen Werdegang zu fällen, dieser Mensch, über den hat Gott schon längst ein Urteil gefällt. Und dieses Urteil heißt, er gehört mir. Du hast angefangen, ein Gericht über ihn zu sprechen. Du hast angefangen, ihn abzustempeln. Du hast angefangen, ihn als schwachen, unreifen, vielleicht unweisen darzustellen. Und dabei vergisst du, was Gott ein für alle mal über ihn gesagt hat. Und was er ein für alle mal über ihn sagt ist, er ist mein Kind und ich habe für ihn bezahlt. Und er gehört dazu. Und das muss er nicht beweisen. Deshalb ist deine Aufgabe, dein Herz davor zu bewahren, nicht andere zu richten. Wenn jemand nicht das tut, was du tun würdest, dann ziehe nicht automatisch den Schluss, dass er nicht geistlich ist. Wenn er nicht so oft in der Gemeinde bei allen Veranstaltungen auftaucht wie du, wenn er deiner Meinung nach Geld für Unnötiges ausgibt, wenn er deiner Meinung nach seine Zeit nicht so plant wie du es würdest, wenn er sich schlecht organisiert, das sind alles Labels, die du dann diesen Leuten aufdrückst, wo Gott sagt, dieses Label ist mir völlig egal. Das Label, worum es mir geht, ist er gehört mir. Für Gott zählt in erster Linie diese Aussage, er ist mein Kind. Und dann hast du kein Recht, ein Urteil zu sprechen. Und das wird Paulus jetzt weiter aus in Vers 4. Wer bist du? Wir hören schon die Tonlage, wer bist du eigentlich? Der du es wachst, den Hausknecht eines anderen zu richten, er steht oder fällt dem eigenen Herrn. Paulus macht hier so ein Bild auf. Wenn du in eine Firma reingehen würdest, die du nicht kennst, du hast gar keine Ahnung, was die machen, du warst noch nie drin, aber du läufst mal durch die Büros und schaust dir an, was die Mitarbeiter so machen. Und das erste, was du siehst, einen Mitarbeiter, wie er sich mit seinem Kollegen unterhält. Dann gehst du ein bisschen weiter und dann siehst du jemanden, wie er am Schreibtisch mit den schönsten Computern und Gadgets sitzt und tatsächlich noch einen Stift in der Hand hat. Dann gehst du weiter und du siehst einen, der tagträumend vor seinem Bildschirm sitzt. Und am Ende kommst du raus aus dieser Firma und sagst, also wenn ich hier Chef wäre, dann würde ich mal richtig aufräumen, der sind ja nur Faulenzer. Und Paulus sagt, wer bist du eigentlich? Es ist genauso, als ob du in so eine Firma reinläufst und du im Nachhinein lernen musst. Diese Firma hat einen tollen Ruf, die sind wirtschaftlich richtig stark. Die Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit ist unübertroffen, aber du, lieber Freund, hast es gewagt, ein Urteil über Kleinigkeiten zu fällen, in deren Ausmaß du überhaupt noch nicht kennst. Und das ist die Gefahr, vor der Paulus sich hier warnt. Wer bist du eigentlich? Der Mitknecht, der Christ, der Gott gehört, steht und fällt dem eigenen Herrn. Er steht vor Gott, er fällt vor Gott, er selber ist verantwortlich vor Gott. Und wenn er steht, dann hat es in erster Linie Konsequenzen für seinen Herrn. Und wenn es fällt, dann hat er, wenn er fällt, hat er in erster Linie hat auch das Konsequenzen für seinen Herrn. Und deshalb ist dein Auftrag nicht zu richten. Und du richtest nicht, weil du nicht alles siehst. Einen Gang durch die Firma wird dir noch nicht das Bild verschaffen. Und so weißt auch du bei all deinen Mitchristen nicht alle Gründe, alle Motive, alles, was mitschwingt, was in ihrem geistlichen Leben alles passiert. Und deshalb musst du auf der Hut sein. Diese Dinge weiß nur Gott. Und wenn du richtest, hast du dich selber auf die Stellung Gottes gehoben. Der Auftrag an dich heute Morgen ist, dich zu hinterfragen, wo du angefangen hast, Menschen zu verachten oder zu richten. Geschwister in der Gemeinde, Mitgeschwister, die Seite an Seite mit dir gehen. Vielleicht auch deine Diakone, vielleicht auch deine Ältesten, vielleicht sogar deine Ehepartner. Wo hast du dir erlaubt, ein geistliches Urteil über sie zu sprechen, das dir nicht zusteht? Du hast im Inneren eine bittere Wurzel schlagen lassen und du lässt dann so, dass die Beurteilung, die du ausgesprochen hast, über der Beurteilung steht, die Gott ihm gegeben hat. Und das kommt manchmal in sehr geistlichen Worten daher. Man sagt dann ja, das, was der oder die macht, das überrascht mich. Oder das kann ich nicht nachvollziehen. Oder das Geistlichste wäre noch zu sagen, das finde ich nicht weise. Und Gott ermahnt dich hier. Dein Urteil kommt nicht zum Tragen. Dein Urteil ist am Ende völlig irrelevant. Denn dieser Knecht, über den du urteilst, er steht und fällt seinem Herrn. Und jetzt noch mehr. Er steht und fällt eben nicht, sondern Paulus geht weiter. Er wird aber aufrecht gehalten werden, denn der Herr vermag ihn aufrecht zu halten. Das heißt, Gott selbst, der diesen Menschen aufgenommen hat, der selber gesagt hat, er ist mein Kind, er sorgt jetzt auch dafür, dieses Kind zu tragen, zu stärken, zu führen, bis hin in die Herrlichkeit. Und so geht kein Gläubiger verloren. Darauf kommt es an. Gott vermag ihn, er hat die Macht dazu, ihn zu halten, auch wenn du ihn schon längst aufgegeben hast. Wenn er Kind Gottes ist, bleibt er Kind Gottes, und Gott wird ihn aufrechterhalten. Wenn er Kind Gottes ist, bleibt er Kind Gottes, und Gott wird ihn aufrecht zu erhalten. Und deshalb ist deine Aufgabe statt, um dich herumzuschauen und Urteile zu fällen, zuerst auf dein eigenes Herz zu achten. Prüfe dein Herz. Wenn du merkst, okay, ich hab angefangen, Abstand zu nehmen von gewissen Leuten, ich hab angefangen, Entscheidungen über sie zu fällen, ich hab angefangen, abschätzend über sie zu reden oder zu denken, und du merkst, ich werde auch schon so ein bisschen bitter über gewisse Dinge, dann ist jetzt der Punkt, deinen Blick neu auszurichten auf das, was zählt. Und der Blick ist, er ist aufgenommen von Gott, er wird getragen von Gott. Das bedeutet für mich ganz praktisch, ich freue mich an dem Wirken Gottes im Leben dieses Menschen. Ich freue mich an den Stärken, die ich sehe. Ich freue mich an dem Entwicklungsprozess, den ich sehe. Und ich freue mich auch dann, wenn er trotzdem immer noch Sachen völlig anders macht wie ich. Denn der Richtende, der verachtende Blick, der wird am Ende nicht nur der Gemeinde schaden, er wird auch dir schaden. Denn er raubt dir die Freude, er raubt dir den Frieden, und vor allen Dingen hast du dann angefangen, nicht mehr Jesus Christus ins Zentrum deines Blickes zu setzen, sondern deine Präferenzen, deine Meinung, deine Überzeugung. So ist der Weg, um diese Einheit zu behalten und auch wieder herzustellen, zum Ersten die Mit Christen aufzunehmen, zu integrieren, zum Zweiten dein eigenes Herz zu prüfen, und jetzt zum Dritten, die dritte Etappe Jesu Herrschaft zu bedenken. Bedenke Jesu Herrschaft, denn jetzt in Vers fünf, lesen wir jetzt weiter, wie Paul das ausführt. Der eine hält einen Tag vor dem anderen, der andere aber hält jeden Tag gleich. Also wieder führt er hier Unterschiede an, Thematiken, die unter Schwachen und Starken aufkommen. Der eine hält jeden, der misst einen besonderen Zweck einem Tag zu. Das kommt auch wieder völlig eindeutig, wenn man den jüdischen Hintergrund hat. Dass man den Sabbat besonders erbt oder dass man verschiedene Feiertage besonders erbt. Aber auch die Römer waren versucht, auch die hatten Festtage in ihrem Kalender, die sie möglicherweise hohe Bedeutung eingerömt haben und manche innerhalb der Gemeinde nicht. Und heute haben wir das ähnlich mit Feiertagen, wie zum Beispiel Himmelfahrt, das von manchen gefeiert wird, von manchen nicht. Oder den Reformationstag, der von einigen gefeiert wird, von anderen nicht. Oder den ersten, zweiten Weihnachtsfeiertag, wo es bei manchen Gottesdienste gibt und bei manchen nicht. Und wieder löst Paulus die Fragestellung nicht auf. Er sagt nicht, so wäre es richtig und jetzt haltet euch mal daran, sondern er räumt jetzt ein, es gibt individuelle Entscheidungen und diese Entscheidungen sind okay. Und jetzt warnt er sogar davor, dass ein Gruppendruck entsteht, wo einfach alle sich anpassen. Wenn er jetzt nämlich schreibt, weiter in Vers 5, jeder aber sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt. Hier ist der Befehl, der auch dich, was heute angeht. Dass du die Verantwortung hast, in den Bereichen deines Lebens zu einer eigenen festen Überzeugung zu kommen. Wenn Paulus hier schreibt, völlig überzeugt, dann ist das ein sehr, sehr starker Begriff. Völlig überzeugt, ohne Zweifel, völlige Gewissheit. Das ist das Ziel, wo du dich hinbewegst. Das bedeutet im Umkehrschluss, du kannst nicht einfach tun, was alle um dich herum tun, bei diesen Fragen. Vielen Dank. Sondern der Auftrag ist an dich, das Wort Gottes zu studieren, durch die Situationen, in denen du gehst, zu prüfen und dann selber zu einer Überzeugung zu kommen, für dich selber überzeugt zu sein. Wenn dich jemand fragt, warum machst du dies oder das so, dann kannst du nicht einfach sagen, weiß nicht. Du kannst auch nicht einfach sagen, meine Gemeinde, die machen das so und ich mach es halt auch so. Sondern das Ziel ist, dass du mit Überzeugung sagen kannst, so und so sehe ich das und zu dem Schluss komme ich, deshalb tue ich es so. Es kann auch gut sein, dass du in gewissen Bereichen deines Lebens sagst, dir bewusst bist, du bist noch auf einem Lernprozess, du bist dir irgendwie bewusst, dass es Unterschiede gibt, aber du musst dann einträumen, momentan komme ich aufgrund dessen, was ich sehe, was ich kenne vom Wort Gottes, zu diesem Schluss und deshalb tue ich es so. Das ist auch in Ordnung, das ist auch völlig überzeugt. Die Wichtigkeit liegt nur hier, nicht mit Halbherzigkeit sich zufrieden zu geben, nicht einfach nur zu schwimmen, das ist unangebracht, sondern selber zu dem Punkt zu kommen, dass man Überzeugung erlangt. Und hier ist der Punkt, wo Gemeinden dann gläubigen einen Bärendienst erweisen, wenn sie die Entscheidungen für die gläubigen fällen. Wenn man Entscheidungen fällt, welche Kleidung okay ist und welche nicht, als Gemeinde Ordnung. Wenn man Entscheidungen fällt, welche Musik gehört werden darf und welche nicht. Wenn man detaillierte Entscheidungen dazu fällt, das hindert den Gläubigen am Ende daran, zu diesem Punkt zu kommen, sicher zu sein in seiner Überzeugung. Nun das andere, was dann passiert ist, was wir als Älteste manchmal erleben, ist, dass Leute zu uns kommen, uns um Rat bitten. Wir sind immer gerne für Rat bereit, aber manchmal erwartet man eine ganz klare Antwort. Gehe und kauf das rote Auto, nicht das schwarze Auto. Jetzt mal banales Beispiel. Und wir als Älteste müssen immer wieder sagen, uns steht nicht zu, die Entscheidung für dich zu fällen, denn du selber musst überzeugt sein. Aber ich kann den Anfang der Reise mal mit dir gehen und die biblischen Prinzipien evaluieren und dann muss ich dich aber am Ende vor dieser Weggabelung stehen lassen und dir die Entscheidung überlassen. Das ist der Auftrag. Du musst überzeugt sein. Jetzt fragst du dich ja, warum, warum muss ich denn überzeugt sein? Und vielleicht ist es auch so ein bisschen überfordernd für den einen oder anderen, sich da überhaupt mit zu befassen. Die Antwort liegt darin, weil das, was du tust, du nicht für andere tust, sondern du tust es für Gott. Und das ist das, was Paulus nun ausführt in Vers 6. Wer den Tag beachtet, beachtet ihn dem Herrn. Und wer ist, ist dem Herrn, denn er sagt Gott Dank. Und wer nicht ist, ist dem Herrn nicht und sagt Gott Dank. Hier ist der Schlüssel zu biblischer Einheit, wo Paulus noch einmal sagt, es geht nicht darum, eine einheitliche Überzeugung zu erlangen. Es geht nicht darum, eine einheitliche Lebensweise zu erreichen. Es geht nicht darum, Gleichförmigkeit zu erreichen, sondern als Gemeinde, als Ganzes zu verstehen. Alles, was wir tun, sei es auch in sich, an und für sich unterschiedlich, zählt auf das Gleiche ab. Es ist für den gemeinsamen Herrn. Der, der den Tag beachtet, sagt Paulus, der, der den Sabbat meinetwegen einhält, der tut das für den Herrn. Und der, der das nicht tut, der tut das genauso für den Herrn. Wer die Freiheit hat, alles zu essen, tut das für den Herrn. Wer die Freiheit hat, das nicht zu tun, tut das auch für den Herrn. Was uns vereinigt am Ende, ist diese Tatsache, wir tun es für den Herrn und wir danken den Herrn. Wir danken dem Herrn. Und so gibt es auch in der Kirchengeschichte Beispiele von Überzeugungen, die Männer und Frauen auch erreicht haben, mit denen sie für den Herrn vorangegangen sind und Gott sie dafür auch gesegnet hat. Ein Beispiel dafür ist Georg Müller, der selber die Überzeugung hatte, feste Überzeugungen niemals um Geld zu bitten. Nun, das ist seine Überzeugung, das ist keine universelle Anweisung an alle Christen. Aber für ihn war das seine Überzeugung, sein Weg, auf den Gott ihn gesegnet hat. Eine andere Person ist Eric Liddell, ein Sportler, der in Überzeugung zu dem Ergebnis gekommen ist, nie Wettkämpfe zu bestreiten an einem Sonntag. Das war sein Dienst für den Herrn und Gott hat ihn dafür gesegnet. Und so seht ihr, es gibt viele verschiedene Auswirkse, wie das Leben, die Lebensweise tatsächlich angewandt wird. Aber am Ende ist es für den Herrn, ob er nun einen Vollzeitdienst anstrebt oder eine Karriere, die möglicherweise sogar noch viel Geld einbringt. Alles ist für den Herrn. Vers 7 geht jetzt weiter, denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst. Also das Leben für dich selbst ist jetzt von dem Moment an, wo du Jesus Christus erkannt hast, vorbei. Wenn du wirklich verstanden hast, dass Jesus Christus für dich gekommen ist, dass er gestorben ist, dass er auch verstanden ist für dich, für deine Sünde, ist von dem Moment an dein Leben für dich selbst vorbei. Du lebst jetzt ein Leben für Gott und es gibt für einen Christen nicht einen Bereich des Lebens, der nicht für Gott ist. Alles ist für Gott. Und deshalb ist alles, was du tust im Auftrag für ihn. Es ist wie ein Soldat, der jederzeit im Einsatz ist, völlig außer Frage. Und das ist es, was dich unterscheidet von einem Ungläubigen. Alles, was du tust, tust du für Gott. Es ist hier die Warnung, aber gleichzeitig auch, die mitschwingt, nämlich die zu prüfen, ob das, was du tust, das, wovon du überzeugt bist, du einfach für dich tust oder für Gott. Die Gefahr für denjenigen, der Freiheit in Bereichen genießt, ist, diese Freiheit einfach zu genießen, weil das der bequemere Weg ist, der einfachere Weg und es einfach nur für sich selber, aber sich sonst nicht weiter Gedanken dafür gemacht hat. Das ist nicht die richtige Perspektive. Der Mensch, der sich Regeln auferlegt, der sich Grenzen setzt, auch er steht in Gefahr, das für sich selber zu tun. Kolosser warnt davon. Kolosser 2, Vers 23 spricht Paulus davon, wo er warnt vor Leuten, die ständig Dinge verbieten. Und er sagt, es sieht zwar alles ganz schick aus, aber am Ende, sagt er in Vers 23, es ist nichts anderes als zur Befriedigung des Fleisches. Ich tue etwas, damit ich mich selber damit gut fühle, nicht um Gott zu ehren. Und das sagt Paulus auch, das geht nicht. Das, was du tust, ist ein Dienst für den Herrn. Und so mag am Ende die Überzeugung, die Lebensweise, die Auswüchse dessen, wie es aussieht, variieren, aber am Ende muss deutlich werden, wir dienen beide dem Herrn. Das ist dann auch wahre biblische Einheit, die den gleichen Kern hat, die die gleiche Wahrheit festhält, aber nicht auf Äußerlichkeiten sich konzentriert. Vers 8 geht jetzt weiter, denn sei es auch, dass wir leben dem Herrn und sei es, dass wir sterben, wir sterben dem Herrn. Und hier wird die Grammatik sehr wichtig. Ich helfe euch dabei. Paulus schreibt hier, wir leben dem Herrn. Wir sterben dem Herrn. In welchem Fall ist dieses dem? Sehr schön, Dativ. Beim ersten Gottesdienst habe ich noch kein Feedback bekommen. Dativ heißt, warum ist das wichtig? Es ist wichtig, weil das bedeutet, dass dein Leben sich zu ihm hin, auf ihn abzieht. Dativ richtet die Perspektive, das Ziel aus. Dein Leben, dein Sterben, alles ist zu ihm hin, für ihn. Du lebst dem Herrn, du stirbst dem Herrn. Jetzt geht es aber weiter in Vers 8. Dativ ist nicht genug, um das alles zu beschreiben. Vers 8, und sei es nun, dass wir leben, sei es auch, dass wir sterben, wir sind des Herrn. Hier ist der schöne Genitiv, der besagt, du gehörst ihm, du bist Teil des Herrn. Also Dativ gibt die Richtung an, in welche Richtung du gehst. Genitiv gibt quasi den Bereich an, wo du bist. So, um jetzt die Grammatik stehen zu lassen, wenn du in deiner Arbeitszeit irgendwas machst. Sagen wir mal, dein Chef beauftragt dich mit einem Projekt. Und du dieses Projekt verrichtest, dann wird am Ende dieses Projekt nicht dir gehören, sondern deinem Chef, der dich bezahlt für diese Zeit. Und genau das Gleiche macht Paulus hier deutlich. Alles, was du tust, tust du für deinen Herrn. Alles, was du tust, tust du unter der Autorität Gottes. Dem kannst du dich nicht entziehen. Und das heißt, dass nichts von dem, was du tust, gar nichts dir gehört. Und hier ist der Schlüssel zur Einheit, dass dein Schwester, dein Bruder dem Herrn gehört. Genauso wie du dem Herrn gehörst. Und deshalb ist er der Herr. Wie Paulus das jetzt auch darlegt in Vers 9, wenn er jetzt die ganze Wahrheit im Evangelium begründet und sagt, denn hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er herrscht, sowohl über Tote als auch Überlebende. Also es ist alles im Evangelium verankert. Das Evangelium, die gute Botschaft, dass Jesus Christus kam, dass er gestorben ist, dass er auch verstanden ist. Und er kam, er ist gestorben, er ist auch verstanden, mit diesem Ziel, die Herrschaft einzunehmen. Nun wir wissen, dass er die Herrschaft ultimativ erreichen wird am Ende der Zeit, wenn sich jedes Knie vor ihm beugen wird. Aber jetzt schon. Ist er der Herrscher über jedem, der ihm angehört, der in seinem Reich ist? Jeder, der Jesus Christus als seinen Herrn bekennt, muss auch bekennen und anerkennen, dass er der Herrscher ist. Er herrscht. Und wenn man jetzt denkt, irgendeinen Teil nicht Gott abgeben zu müssen, oder tatsächlich sich zu erlauben, gewisse Dinge darüber richten zu dürfen oder jemanden verachten zu dürfen, dann bedeutet das am Ende, dass du das Evangelium, das eben Christus der Herrscher ist, vielleicht verstanden, aber noch nicht richtig erfasst hast und nicht wirklich richtig auslebst. Und so macht Paulus hier diesen Schluss. Paulus macht diesen Schluss, diese These, dass er dir sagt, weil Jesus Christus Herr ist, über allen, ist es deine Aufgabe, deinen Nächsten zu integrieren und dein Herz zu prüfen, um die Einheit zu bewahren und sie zu erhalten. Frag dich also heute, wo errichte ich Mauern, die mich von Geschwistern trennen, mit denen ich eigentlich gemeinsam sein sollte? Wo habe ich angefangen, Gleichförmigkeit zu erwarten, statt die Einheit zu suchen, die Christus von mir möchte? Prüfe heute dein Herz und erinnere dich noch einmal daran, dass der, der herrscht, niemand anderes ist als unser Herr Jesus Christus selbst. Und so erreichen wir als Gemeinde eine Einheit, die dann auch den Herrn ehrt. Lass mich beten. Vater, wir preisen dich dafür, dass du uns diese Richtlinien gibst, wie wir als Gemeinde zusammen leben dürfen, wie wir auch lernen dürfen, in Rücksicht, in Liebe aufeinander zuzugehen und nicht einfach nur zu tolerieren, sondern zu akzeptieren und zu integrieren und am Ende noch mehr geformt zu werden in dein Ebenbild. Herr, es ist so schön, dass du eine Gemeinde schaffst, die so vielseitig sein darf, wo so viele verschiedene Lebensweisen, Meinungen auch coexistieren dürfen. Und Herr, wir wissen und sind uns sehr wohl bewusst, dass unser fleischliches, sündiges Herz hier immer wieder versucht ist, Leute zu verachten, die du liebst und Leute zu richten, über denen du schon längst das Urteil gesprochen hast. Und Herr, so bitten wir dich, dass du uns vergibst, wo wir das tun oder getan haben. Ich bitte dich auch, dass du uns weiter überführst dort, wo wir diese Mauern errichten im Moment, die dort nicht hingehören und dass du uns Gnade schenkst. Diese Einheit, von der du sprichst, die du für Paulus hier, die du durch Paulus hier gegeben hast, dass wir auch die leben dürfen in dieser Gemeinde zu deiner Ehre. Amen.
