Bring dich ein! | Römer 12,6-8 | Jonathan de Vries
Vater, wir preisen dich dafür, dass du dieser Gott bist, der uns in deinem Wort offenbart wurde, einer, der fähig ist, uns zu heilen von den Dingen, von denen uns niemand heilen kann, einer, der uns wiederherstellen kann zu dem, wozu uns niemand sonst wiederherstellen kann und jemand, der allein die Lösung bereit hat für das Problem, das sonst niemand von uns bewältigen konnte, unsere Sünde. Herr, wir stehen vor dir in Dankbarkeit und wir loben und preisen dich dafür, dass du nicht einfach nur ein Gott bist, der über den Wolken thront und der fern von den Menschen ist, sondern einer, der aus Liebe und Barmherzigkeit sich niederbeugt, der bereit war, sich selber zu geben, der bereit war, Teil von uns zu werden, auf dieser Erde zu wandeln und das zu tun, was niemand von uns tun konnte, wir hilflosen Wesen, Herr. Und wir stehen heute vor dir als deine Kinder, weil du uns deine Kinder nennst. Wir stehen vor dir als Gereinigte, weil du uns gereinigt hast und wir stehen vor dir als dein Volk, weil du uns zu deinem Volk berufen hast und Herr, so bitten wir dich auch heute, dass du uns wieder neu ausrichtet auf das, wozu du uns bereitet hast, dass du uns Gnade schenkst, dein Wort heute nicht nur zu lesen, sondern auch zu verstehen, dass du Gnade schenkst, dass es auf fruchtbaren Boden fällt, Herr, schenke uns offene Ohren, schenke uns offene Herzen, lass uns nicht nur Hörer, sondern Täter deines Wortes sein und so bitten wir dich an diesem Morgen einmal mehr, rede du, denn dein Volk hört, Amen. Vor Jahren kursierte ein Videoclip, in dem eine ganz alltägliche Szene dargestellt wurde in einer Küche. Eine erwachsene Frau ist dabei, Essen zuzubereiten mit ihrem Vater und so ganz beiläufig während sie das Essen zubereiten, fragt sie ihren Vater, Papa, sag mal, wie kommst du eigentlich mit dem iPad klar, dass wir dir zum Geburtstag geschenkt haben? Er antwortet, gut, sie fragt dann, ja und mit den ganzen Apps, die da drauf sind, kommst du damit klar? Er antwortet, welche Apps? Und dann sieht man in der Szene, wie dieser Mann zum Topf hingeht mit einem Schneidebrett und das Essen, was er gerade geschnitten hat, in den Topf schiebt, ganz schockiert wird er, beobachtet von seiner Tochter, als sie feststellt, dass dieses Schneidebrett kein Schneidebrett ist, sondern das iPad. Der Mann spült das iPad unentwegt unter dem Wasserhahn ab und stellt es danach in die Geschirrspülmaschine. Hier ist ein iPad, entwickelt für so viel mehr, für Nachrichten, für Videotelefonie, für das Durchstöbern des Internets, für Unterhaltung, dafür, Nachrichten zu lesen und stattdessen ist es verkommen zu einem Schneidebrett. Und genau so ist jeder Christ, der sich nicht in der Gemeinde einbringt. Ein Mensch, der von Gottes Gnade errettet wurde, der mit einem bestimmten Ziel und bestimmten Gaben ausgestattet wurde, der dieses Potential nicht nutzt, nicht entfaltet und da steht wie ein Auto, das eigentlich auf die Straße gehört und sich nicht von sich bewegt. Ein Raubtier, das eigentlich jagen sollte und nicht jagt oder ein Vogel, das eigentlich fliegen sollte und nicht fliegt. Und so ist Römer 12 heute eine Aufforderung an jeden, dich in der Gemeinde einzubringen. Und wir werden dazu zwei spezifische Aufforderungen heute hören. Schlagt bitte mit mir auf, Römer 12. Wir werden uns heute auf die Verse 6 bis 8 fokussieren. Des Zusammenhangs halber werde ich noch einmal Abvers 1 lesen. Römer 12, Abvers 1. Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes eure Leiber darzustellen, als ein lebendiges, gottwohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist. Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist, das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. Denn ich sage, durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen ist, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat. Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus einzeln, aber Glieder voneinander. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns gegebenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen, es sei Weissagung in der Entsprechung zum Glauben, es sei Dienst im Dienen, es sei der Lehrt in der Lehre, es sei der Ermahnt in der Ermahnung, der abgibt in Einfalt, der vorsteht mit Fleiß, der Barmherzigkeit übt mit Freudigkeit. Nun, diese Passage kommt im Römer-Evangelium nach elf Kapiteln der Darlegung des Evangeliums. Römerbrief, das das Evangelium in einer Klarheit erscheinen lässt, wie kein anderer Brief in der Bibel, das mit Deutlichkeit vor Augen malt, dass es keine Möglichkeit gibt, gerecht vor Gott zu sein, dass dieser Gott aber Gerechtigkeit einfordert und dass diese Gerechtigkeit alleine erlangt werden kann durch sein Werk, das er selber getan hat, sein Kommen, sein Sterben und sein Auferstehen. Und nur der, der ihm glaubt, kann dann ausrufen, ich habe Frieden mit Gott. Nun in Kapitel 12 stellt Paulus jetzt die Frage, was macht diese Errettung mit dir, diese Tatsache, dass Gott alles für dich gegeben hat, dich errettet hat, dich jetzt in einen Stand befördert hat, in den du ihn zurufen kannst, aber Vater, was macht das jetzt mit dir und deinem Leben? Und die Antwort sehen wir zuerst in dem ersten Vers, Römer 12, Vers 1, völlige Hingabe zu Gott. Ich ermahne euch nun, Brüder, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges Gott, wohlgefälliges Opfer. Das heißt, alles, was du bist, sowohl deine Gedanken, sowohl deine Taten, deine Worte, auch alles, was du hast, deine Zeit, dein Kontostand, alles gehört nicht länger nur dir, sondern es wird von dem Moment an, wo Gottes Gnade in dein Leben eingreift, für ihn auf dem Altar geopfert. Und das ist das Grundverständnis eines Christen, wenn Christus all das für mich getan hat und zwar alles für mich getan hat, dann bedeutet es für mich, dass ich alles für ihn tue und damit noch nicht genug. Paulus geht jetzt weiter in Vers 2, dass nämlich jetzt von diesem Moment an, wo du errettet bist und ja, du gibst alles hin, jetzt auch ein Prozess der Erneuerung stattfindet. Ja, du bist eine neue Kreatur, du bist ein neues Wesen, du gehörst jetzt Christus, du bist jetzt sein Kind, warst vorher nicht sein Kind, aber du bist noch dabei, immer mehr verändert zu werden, bis du stirbst. Und so sagt er in Vers 2, seid nicht gleichförmig dieser Welt, du bist in der Welt unterwegs, die eine andere Ansicht hat über die Gebote Gottes, die eine andere Weltanschauung hat, die andere Moralvorstellungen hat, du bist in dieser Welt unterwegs und wenn du, lieber Christ, nichts machst, wirst du genauso aussehen wie die Welt. Du wirst mitschwimmen in diesem Strom und nicht mehr zu unterscheiden sein zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen, es sei denn, Vers 2, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes. Das ist eine ständige Verwandlung, die ein Christ durchmacht, durch das Wort Gottes, durch den Geist Gottes, ständige Erneuerung des Sinnes, der Gedanken und das führt dahin, dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist. Du bist dann fähig in dieser Welt, die anders unterwegs ist als der Christ, in dieser Welt bist du dann fähig zu unterscheiden zwischen dem, was gut ist und böse, du bist dann fähig zu unterscheiden zwischen dem Willen Gottes und dem Willen Satans und du bist dann fähig, ihm wohlgefällig zu wandeln. Und so führt er dann aus, dass das deine Motivation, deine Gesinnung verändert, aber das führt dich auch zu einem Verständnis, das dich auf die Gemeinde auswirkt und das sind das die Punkte, die er in den Versen 3 bis 5 darlegt. Dass er jetzt sagt, wenn dein Sinn die ganze Zeit erneuert wird, deine Gedanken von Gottes Gedanken geprägt werden, wird es in erster Linie den Blick auf dich und die anderen um dich herum verändern. Und so sagt er in Vers 3, ich sage durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen gesund denkt, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat. Also wir sehen, diese Veränderung deines Sinnes führt dich in erster Linie gemäß Vers 3 dahin, ein richtiges Bild von dir selbst und von den Leuten um dich herum zu bekommen. Und das Bild, das du bekommst ist, ich bin nicht der tolle Hecht in dieser Welt, ich habe nichts Besonderes zu liefern, sondern das Bild, das du bekommst ist, ich bin ein Teil von einer Gemeinde, von einer Menge von Leuten und unter dieser Menge von Leuten ist jeder einzelne von uns von Gott mit einem Maß des Glaubens ausgestattet. Gott ist es, der jeden Einzelnen befähigt und so siehst du dich von dem Moment an als Teil eines Teams, einer Mannschaft, wo du deine Rolle drin hast, deine Funktion hast, ein Team, in das Gott dich gestellt hat und daran knüpfen wir jetzt an in Vers 6. Denn es ist dieses Team, diese Gemeinschaft, diese Mannschaft, die zum einen dich braucht und auch die du brauchst, in die du dich jetzt einbringen sollst. Bring dich ein, erstens, in deine Einzigartigkeit. Wir lesen jetzt in Vers 6, wie Paulus jetzt daran anknüpft und sagt, da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, da wir nun verschiedene Gnadengaben haben. Noch einmal, in Vers 4 und 5 hat er die Gemeinde als einen Leib dargestellt, ein Körper mit ganz vielen verschiedenen Gliedern, wo jedes Glied eine andere Funktion hat, das Herz hat eine andere Funktion als die Niere, die Hände haben eine andere Funktion als die Hände und trotzdem sind sie alle durch eine Gemeinsamkeit vereint und diese Gemeinsamkeit ist Jesus Christus. Sie sind alle, alle Glieder sind Bürger des Himmelsreiches, sie tragen quasi den Pass der gleichen Nation und obwohl sie alle unter dem gleichen Deckmantel sind, stellt Paulus jetzt heraus, sie sind trotzdem verschieden, trotzdem ganz anders und jeder einzelne von ihnen hat eine Funktion, die Gott ihnen zugemessen hat. Diese Funktion suchst du dir in der Gemeinde nicht selber aus. Es ist nicht so, dass du dich auf Jobsuche begibst in der Gemeinde, dass du eines Morgens aufwachst und sagst, ach ja Mensch, heute wäre ich gerne Missionar. Es ist auch nicht so, dass du nach einer langen Zeit des Dienstes sagst, jetzt brauche ich mal einen Tapetenwechsel. Es ist auch nicht so, dass du einfach sagen kannst, jetzt reicht es, ich gehe in Rente und ziehe mich zurück, sondern die Funktion von dir in dem Leib Christi wird dir von ihm gegeben. Gott macht dich so, wie du bist, mit einem bestimmten Zweck und darauf zielt er jetzt ab in Versex, da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns gegebenen Gnade, so lass sie uns gebrauchen. Er macht jetzt hier deutlich, jeder einzelne von uns hat eine Gnadengabe, hat Gnadengaben und diese bekommst du, damit du sie nutzt, lass sie uns gebrauchen in der Gemeinde. Und der Begriff, der hier steht für Gnadengaben, ist der griechische Begriff Charismata, da kommt unser deutscher Begriff Charismatik oder charismatisch her. Es ist aber nichts anderes wie ein Gnadengeschenk, eine Gnadengabe, eine Gabe aus Gnade. Und interessanterweise benutzt Paulus im Römerbrief genau das gleiche Wort, wenn er von der Errettung spricht in Römer 5 oder 6, der Lohn der Sünde ist der Tod, aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben. Nun, hier der Text macht deutlich, Paulus spricht nicht nur von der Errettung, jeder einzelne hat verschiedene Gnadengaben bekommen, die er nun gebrauchen soll. Und so ist es in diesem Fall hier in Römer 12 zu definieren wie folgt, und ich nutze jetzt die Worte von Ryrie, der sagt, eine Gnadengabe ist eine von Gott gegebene Fähigkeit zum Dienen. Also nicht die allgemeine Errettung, die wir alle gleich haben, sondern ein spezifisches, eine spezifische Gabe, die dich befähigt deinen Dienst auszuführen, eine Fähigkeit, eine gottgegebene Fähigkeit zum Dienen. Jetzt musst du das so verstehen, die Errettung wird also mit gewissen Fähigkeiten begleitet. Nehmen wir an, du fängst einen neuen Job an, da kriegst du deinen Vertrag, den du unterschreibst und am ersten Arbeitstag wirst du an deinen Arbeitsplatz kommen und dir werden gewisse Utensilien zur Verfügung gestellt. Entweder wird es ein Computer sein, oder es wird ein Firmenwagen sein, oder es wird das Handwerkzeug sein, oder die Uniform, die du tragen musst. Und all diese Dinge bekommst du, damit du deinen Job, für den du angestellt wurdest, im Auftrag der Firma ausführen kannst. Und genau so ist es auch bei der Errettung. Bei der Errettung wirst du ausgestattet mit Gaben, um den Auftrag Gottes in seinem Werk auszuführen. Und das sagt Paulus hier, das hat jeder Christ, der zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist. Er betont hier jetzt aber, dass diese sehr verschieden sind, wenn ihr nochmal in Vers 6 schaut. Da wir aber verschiedene Gnadengaben empfangen haben. Das heißt, diese Gnadengaben, diese Fähigkeiten, die jeder Einzelne bekommt, die sind von Person zu Person unterschiedlich. So verschieden, dass jede Person, jeder Christ, für sich selbst ein Unikat darstellt. Der Christ, der zu deiner Rechten sitzt, mag in gewissen Weisen ähnliche Begabungen zeigen, er mag ähnliche Anliegen haben, aber er wird trotzdem noch anders sein als du. Es gibt Ähnlichkeiten und doch Unterschiede. In einem Möbelgeschäft, das unweit von unserem Haus ist, da findest du wenige, aber paar günstige Möbel und diese günstigen Möbel, da kannst du einen Tisch kaufen und wenn dir die Platte bricht, wirst du diese Platte ersetzen können, mit einer Platte, die die gleiche Farbe und die gleiche Form hat. Dann gibt es aber ein paar andere Tische, die sind so teuer wie ein Kleinwagen, die sind aus rustikalem Holz gebaut und da steht ganz groß dran in der ganzen Abteilung Unikat. Das heißt, du weißt, dass ein solcher Tisch, wenn du dir ihn mal kaufen solltest, den gibt es nur einmal in dieser Form auf der Welt und genauso ist auch jeder Christ in seiner Begabung, in seinen Fähigkeiten einzigartig ein Unikat in dieser Welt, völlig unterschiedlich von den anderen. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, keiner lässt sich eins zu eins mit dem anderen vergleichen. Nun, was auch deutlich wird, ist, dass Paulus hier sagt, da wir verschiedene Gnaden haben nach der uns gegebenen Gnade, das ist alles sehr passiv formuliert. Du kannst nichts tun, um dir selber eine Gnadengabe zu verdienen oder zu erarbeiten oder zu erkaufen. Du kannst sie auch nicht erlernen, wie du vielleicht eine Sprache erlernen kannst. Gott gibt sie frei und er gibt sie alleine aus seinem Gutdünken heraus, nicht aus Grund dessen, was du erarbeitet hast. Wir sehen das in 1. Korinther 12 Vers 11 verdeutlicht, das ist eine Stelle, die ihr gerne mal aufschlagen dürft. 1. Korinther 12 hat viele Parallelen zu Römer 12, weil auch dort Paulus sehr intensiv über die Gnadengaben, dort nennt er sie Geistesgaben, spricht. In Römer 12 Vers 11 sagt er in dem Zusammenhang der Gnadengaben, diese alle aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will. Also diese Gaben kommen von der Quelle, nämlich Gott selbst und es ist Gott selbst, der so frei ist zu entscheiden, wem er welche Gaben gibt. Er teilt zu, wie er will und das ist eine Falle, in die in der Bibel mindestens eine Person hineingetappt hat, die gedacht hat, sie könnte sich die Gabe erkaufen. In Apostelgeschichte 8 wird uns Simon der Zauberer vorgestellt, der so begeistert war, dass die Apostel in der Lage waren, durch Handauflegung den Heiligen Geist weiterzugeben. Dass dieser Simon mit seinem Geldbeutel zu Petrus hingegangen ist und gesagt hat, ich gebe dir Geld, damit ich das auch bekomme. Und Petrus sagt dann in Apostelgeschichte 8 Vers 20, dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du gemeint hast, dass du die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei. Er sagt ihm, du liegst völlig falsch, die Gabe Gottes lässt sich nicht erkaufen, sie lässt sich nicht verdienen, der Einzige, der die Gabe Gottes gibt, ist Gott selbst und sie wird dir als Grund und als Konsequenz deiner Errettung gegeben. Nun, genauso wie manch einer falsch nach einer Gabe sucht, die ihm gar nicht gehört, gibt es dann das andere Problem, dass eine Vielzahl von Christen diese Begabung, die Gott ihnen gegeben hat, einfach brach, liegen lässt. Es ist keine Geistesgabe, sonntags in die Gemeinde zu gehen. Es ist keine Geistesgabe, der Predigt zuzuhören. Es ist keine Geistesgabe, einfach nur alles einzusaugen, eine Geistesgabe ist eine Fähigkeit zum Dienst. Das heißt, du bist von Gott mit allem ausgestattet worden, was du brauchst, um zu dienen, nicht wie ein iPad als Schneidebrett zu verkommen. Stell dir vor, du wirst beauftragt von jemandem, Löcher in die Wand zu bohren und um diesen Auftrag durchzuführen, kriegst du einen ordentlichen Bohrhammer, aber du sagst dir, ach diesen Bohrhammer lass ich mal schön liegen, ich nehm meinen Handbohrer, mit dem mach ich das schon seit Ewigkeiten. Du wirst kaum vorankommen, du verbrauchst unheimlich viel Energie, du wirst nie wieder gefragt werden, Löcher zu bohren, du wirst, wenn es im wirtschaftlichen Kontext passiert, wahrscheinlich gefeuert, aber du bist wenigstens beim Guten Alten geblieben. So ist ein Christ, der seine Gaben nicht einsetzt. Und du hast von dem Moment an, wo Gott dich errettet, auch die Verantwortung, die Gaben, die er dir gegeben hat, zu nutzen. Wir sehen das verdeutlicht in 1. Petrus 4, Vers 10, dort spricht Petrus über Gnadengaben und fordert die Gemeinde auf, sie zu nutzen. 1. Petrus 4, Vers 10, schreibt Petrus, wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, jetzt kommt die Aufforderung, so dient damit einander, als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes. Jeder Christ ist ein Verwalter dessen, was Gott ihm anvertraut hat. Und es ist jetzt nicht so, dass du das einfach auf ein Konto schiebst und sagst, das packe ich irgendwann mal aus. Sondern es ist deine Verantwortung, diese Gaben, die Gott dir gegeben hat, dann auch zu nutzen. Dafür gibt es danach keine Entschuldigung. Es gibt keine Entschuldigung, ich bin zu beschäftigt. Es gibt keine Entschuldigung, meine Probleme sind zu groß. Es gibt keine Entschuldigung, ich bekomme einfach nicht das, was ich brauche. Du kannst auch nicht sagen, die Rahmenbedingungen in meiner Gemeinde stimmen nicht. Du kannst nicht sagen, das Team, mit dem ich zusammenarbeite, mit dem passt das nicht. Du kannst auch nicht sagen, die Räumlichkeiten sind mir zu klein oder zu groß, um eine Gabe auszuführen. Du bist ein Arbeiter, der in das Reich Gottes gestellt wurde, mit einem Werkzeugkoffer, der alles hat, um deinen Auftrag auszuführen und deshalb ist es deine Verantwortung, dich einzubringen. Und in Gottes Reich gibt es dann auch keine Kündigung. Da gibt es auch kein Arbeitslosengeld, da gibt es keine Elternzeit, da gibt es keine Rente. Der Dienst ist immer dran. In 2. Petrus 1, das ist auch nochmal eine Stelle, die ihr aufschlagen dürft, macht Petrus eine ganz grundsätzliche Aussage. In 2. Petrus 1, Vers 3 schreibt er, da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottesfurcht geschenkt hat, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat, durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend, durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entfloren seid. Zusammengefasst, was Petrus hier sagt, lieber Christ, von dem Moment an, wo du errettet wirst, hast du göttliche Kraft bekommen, die dich danach befähigt, alles zu tun, was er von dir möchte. Die göttliche Kraft befähigt dich, alles zu tun, was er von dir möchte. Und jetzt hast du Verantwortung, wenn wir jetzt Vers 5 lesen, eben deshalb, eben deshalb, weil Gott das kraftig fähig macht, eben deshalb, wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend da und so weiter und so fort. Dann kommt eine ganze Liste, wie du deinen Glauben voranbringst. Aber auch hier sehen wir das gleiche Prinzip, Gott gibt dir alle Fähigkeiten, stattet dich mit allem aus und es ist deine Aufgabe, es ist nicht brach, da liegen zu lassen, sondern das einzusetzen und allen Fleiß anzuwenden. Und ein, ach ich will nicht, ich kann nicht, gibt es nicht. Bring dich ein! Denn mit jeder Gabe, die Gott gibt, kommt auch Verantwortung, mit jedem Geschenk kommt Verantwortung. Wenn ich meiner Tochter ein Geschenk gebe, dann gebe ich ihr gleichzeitig Verantwortung, dass sie mit diesem Geschenk auch verantwortlich umgeht. Und so ist es auch bei Gott, Gott gibt dem einen viel und erwartet von ihm viel Verantwortung, dem anderen gibt er wenig und auch von ihm verlangt er die Verantwortung, treu zu sein. Und niemand kann sich da rausziehen, mit jeder Gabe kommt eine Verantwortung und so hast du die Verantwortung, deine Gaben, die Gott dir gegeben hat, in der Gemeinde zu nutzen, zu seiner Ehre. Da sagst du, ja gut, das habe ich kapiert, aber wie mache ich das jetzt? Vers Nummer 12 liefert die Antworten, in den Vers 1-5 liefert er die Antworten, wie du dich jetzt und deine Gnadengaben, die Gott dir gegeben hat, eingebracht hast, einbringen kannst. Vers 1 noch einmal, du bringst dich Gott da, du bringst dich selbst auf seinen Altar da und du hältst nichts zurück. Es gibt keinen Teilbereich deines Lebens, den du nicht Gott opferst, ob es deine private Zeit an deinem Handy ist oder die Zeit bei der Arbeit. Nichts wird Gott vorenthalten, alles wird ihm hingegeben, das ist die einzig richtige Reaktion auf die Gnade Gottes, die er gewirkt hat. Und mit dieser Motivation, alles was du tust und hast ihm hinzugeben, lebst du für ihn, lässt dich bewusst unter seine Herrschaft und gehst dann voran, zweitens indem du deinen Sinn erneuerst. Und dich prägen lässt von Gott selbst und von seinem Wort und von seinem Geist, du betrachtest sein Wort, du lernst von seinem Wort, du lässt dich prägen durch ihn und du wirst dann zu einem Prüfgerät, das seinen Willen unterscheiden kann und das dann auch sieht, was er von dir möchte. Und je mehr du das tust, je mehr dein Sinn erneuert wird, desto mehr werden deine Verlange mit den Verlangen und den Wünschen Gottes einheitlich werden. Und irgendwann ist das, was dein Herz möchte, das auch was Gott von dir möchte. Und es treibt dich dann ein Verlangen, das von Gott geprägt ist, das dich voranbringt, ein Verlangen, das durch nichts gebremst werden kann. Wenn du Biografien von Männern oder Frauen liest, die Gott im Reich Gottes sehr mächtig genutzt hat, dann findest du oft diesen einen gemeinsamen Nenner, dass an irgendeinem Punkt in ihrem frühen Leben es einen Punkt gab, in dem ein unerschütterliches Verlangen sie fast übermannte, dass sie durch nichts anderes zu bremsen waren. Und es ist genau aus dem Grund, warum Charles Spurgeon zu der selber Prinz der Prediger genannt wird. Viele sind natürlich, weil er ja der Prediger war, zu ihm gekommen, die gerne Prediger werden wollten. Junge Männer, die ihn als Vorbild hatten. Und er hat diesen Männern erst einmal die Frage gestellt, gibt es irgendwas anderes, was du machen kannst? Irgendwas anderes. Und wenn es irgendwas anderes ist, dann mach es. Aber wenn du deine Liste von Möglichkeiten durchgehst und du am Ende immer noch dieses unausbremsbare Verlangen hast zu predigen, dann predige. Und so sehen wir das bei vielen Beispielen in der Kirchengeschichte, die Gott kräftig gebraucht hat. Ein Beispiel sind auch ein Missionarsehepaar aus den 50er Jahren, Jim und Elisabeth Elliot. Beide, unabhängig voneinander, schreiben in ihren Tagebüchern, wie Gott sie dahin formt und dieses Anliegen voranbringt, dass sie unerreichte Stämme für das Evangelium erreichen. Und dieses Anliegen formt sich über die Jahre mehr und mehr und mehr und mehr und lässt sich nicht ausbremsen und kostete sogar für Jim Elliot einen frühen Tod. Und sie prägen jetzt beide noch über den Tod hinaus Generationen. Das heißt, wenn du dich jetzt fragst, was sind meine Begabungen, meine Geistesgabe, was hat Gott mir gegeben, dann ist jetzt meine erste Frage, hast du die Bereitschaft, alles Gott hinzugeben? Die zweite, bist du dabei, dich ständig von ihm erneuern zu lassen? Und dann, was treibt dich jetzt an? Was tust du denn? Wofür brennt dein Herz? Und wofür brennt dein Herz auch, wenn niemand dasteht und versucht, das Feuer zu entfachen? Was treibt dich an? Welche Verlangen sind es dann in dir? Ist es vielleicht ein Verlangen, Menschen mit bestimmten Aufgaben zu helfen? Ist es vielleicht ein Verlangen, einfach nur für manch einen da zu sein? Ist es vielleicht ein Verlangen, jemanden finanziell zu unterstützen? Ist es ein Verlangen, einfach nur zu evangelisieren? Ist es ein Verlangen, Dinge zu organisieren, die nicht organisiert sind? Ist es Musik, ist es Lehre, was es auch immer ist? Du gehst dann mit diesen Verlangen voran und du tust sie und damit bringst du dich dann in die Gemeinde ein. Denn diese Gnadengaben sind nie ein Projekt für Einzelkämpfer. Es gehört in die Gemeinde und du nimmst jetzt deinen Platz in der Gemeinde ein als Teil deines Teams. Du siehst dich in der Gegenwart der Gemeinde, siehst die Möglichkeiten, wo du dich einbringen kannst. Du betest, Herr zeige mir die Werke, die du für mich vorbereitet hast und dann begegnest du dem, was dir vor die Füße fällt. Einfach so wie du bist. In einfachem Gehorsam, Gott gegenüber, Liebe, Diene, Rede, Gott entsprechend und dann werden plötzlich Gaben sichtbar. Gaben, die ganz anders sind von manch anderem. Es ist nicht so, dass man die Christen wie Soldaten aufreihen könnte und ihnen eine Einheit verschreiben könnte, Infanterie, Artillerie, Marine, Luftwaffe, sondern die Gemeinde bleibt immer ein bunter Haufen von Unikaten, wo jeder Einzelne anders ist und so ist es Gottes Design, dass er diesen Leib zusammenhält und dann kommst du in die Gemeinde, bringst dich ein und die Gemeinde wird dann merken, welche Gaben du hast und manch einer wird dir vielleicht sagen, Mensch, jedes Mal, wenn ich mit dir rede, bin ich so ermutigt. Dann ist das wahrscheinlich eine Gnadengabe. Wenn du singst, ist das so ermutigend, dann ist dein Gesang wahrscheinlich eine Gnadengabe. Wenn du diese oder jene Sache anleitest, funktioniert das immer so gut, dann ist das wahrscheinlich eine Gnadengabe. Du bist so gastfreundlich und vielleicht würde auch jemand mal zu dir sagen, davon lass mal die Finger und lass mich das machen, dann ist das wahrscheinlich nicht deine Gnadengabe. Das sind alles Hinweise darauf, die dir zeigen, wie Gott dich gemacht hat und was Gott dir gegeben hat, mit dem du ihm in seinem Werk dienen kannst und dann wirst du vielleicht mehr und mehr Verantwortung bekommen für Dinge, die du selber noch nie hast kommen sehen, weil du dich darin bewährt hast und so schafft Gott selbst seinen Organismus und er selbst gibt jeder Person darin seinen Platz. Wenn wir rein wirtschaftlich denken, haben wir die Tendenz, an eine Unternehmensstruktur zu denken, wo ich für jede Position eine Jobbeschreibung formuliere und mich auf die Suche gebe nach Leuten, die diesem Profil passen, das kann ich in der Gemeinde nicht machen, weil Gott einen organischen Leib kreiert, wo er selber die Leute dahin stellt, wo er sie haben will. Und so ist es dann deine Verantwortung, dich mit dem, so wie du bist und so wie du hast, dich einzubringen. Und da musst du nicht erst gucken, dass jemand dich fragt, ob du an einem Dienst teilhaben möchtest, sondern einfach es tun. Dich beständig ihm hingeben, dich beständig erneuern lassen und dich beständig in der Gemeinde als Teil der Gemeinde zu sehen, um dich da noch einzubringen. Und so wirst du merken, du bist ganz einzigartig, niemand wird eins zu eins so sein wie du und diese Einzigartigkeit kann auch eine Gefahr mit sich bringen, nämlich Eigenbrötlerei. Und davor warnt Paulus jetzt. Es ist nicht so, dass jeder so einzigartig ist, dass er sein eigenes Süppchen kochen kann, sondern er muss immer noch verstehen, er ist Teil von einem großen Ganzen. Und damit kommen wir zur zweiten Anforderung, bringe dich ein in einer Einheitlichkeit, denn jetzt gibt Paulus eine ganze Liste von Gaben und beschreibt, wie diese Gaben, die Gott der Gemeinde gegeben hat, eingesetzt werden sollten, mit welcher Haltung, mit welcher Motivation. Und da muss ich vorab sagen, dass wenn wir eine Liste von Geistesgaben in der Bibel finden, dann wirst du feststellen, wenn du die alle miteinander vergleichst, dass die sehr unterschiedlich sind. Wir haben eine Liste in Epheser 4 und in 1 Petrus 4, wir haben eine Liste in Römer 12 und in 1 Korinther 12 und keine der Listen deckt sich eins zu eins. Und das deutet für mich hin, oder bestärkt nochmal diesen Punkt, dass eben die Gaben, die jeder einzelne bekommt, so unterschiedlich und so vielschichtig sind, dass du dir nicht einfach eine Checkliste machen kannst, wo du abhaken kannst, ja, nein, ja, nein, sondern sie sind so unterschiedlich und so differenziert, dass sie verschieden auch aussehen kann. Aber sie sind alle Teil eines Leibes, der zusammen ein Ziel verfolgt und der gemeinsam nur einem Herrn dient und das ist der Punkt, den Paulus hier macht. Wenn du jetzt eine Uhr nehmen würdest und sie auseinander baust, dann wirst du daran sehen, dass sich viele verschiedene Zahnräder darin befinden und diese Zahnräder sehen an sich sehr ähnlich aus, sie bewegen sich auch ähnlich, aber jedes einzelne dieser Zahnräder hat einen speziellen Platz und eine spezielle Funktion. Wenn du jetzt ein Zahnrad rausnehmen würdest und einfach nur für sich selber liegen lässt, wird es wenig vollbringen können, aber es ist im Großen und Ganzen so eingebettet, dass es mit zu diesem Organismus beiträgt und darauf will Paulus hinaus, wenn er jetzt schreibt, in Vers 6, es sei Weissagung in der Entsprechung des Glaubens. Hier ist jetzt die erste Geistesgabe, Gnadengabe, die Paulus erwähnt, die Weissagung ließ sich auch übersetzen mit Prophetie, Prophezeiung, das ist ein Wort oder eine Praxis, die bis heute zu vielen Debatten unter Christen führt, aber eine Debatte, die eigentlich erst in jüngerer Vergangenheit wiederbelebt wurde, zur Zeit der Reformatoren und davor war das gar kein Thema. Die Überzeugung war da, dass die Zeit der Propheten vorbei ist, aber weil es so ein kontroverses Thema ist, werden wir uns ein bisschen darauf eingehen, was wir jetzt mit der Weissagung verstehen müssen. Nun, Weissagung lässt sich wie folgt definieren, in einem Wörterbuch steht es, die den Propheten zu Teil gewordene Offenbarung, die Botschaft Gottes, verkündigen. Das heißt, ein Prophet empfängt Gottes Wort und kommuniziert Gottes Wort und er ist somit ein Sprachrohr Gottes, der das direkt wiedergibt, was er empfangen hat. Wir haben im Alten Testament einige Propheten, die aufgetreten sind und wir haben auch im Neuen Testament einige Propheten, von denen berichtet wird und es ist dann auch deutlich, wenn wir Römer 12 und 1. Korinther 14 anschauen, dass die Weissagung gang und gäbe war in der Gemeinde. Das war normal in einem Gottesdienst, dass ein Prophet die Worte Gottes von sich gibt. Das war auch normal für den Beginn des Gemeindezeitalters. Jetzt dürft ihr mal nochmal 1. Korinther 12 aufschlagen, wo Paulus genau das anspricht. Die einen, also in 1. Korinther 12 in Vers 28 beschreibt er jetzt, und die einen hat Gott in der Gemeinde gesetzt erstens zu Aposteln. Nun Apostel sind Augenzeugen Christi per Definition, jeder der 12 Apostel hat Jesus Christus leibhaftig gesehen und hat aufgrund dieses Augenzeugenberichtes den Auftrag bekommen, der Botschafter Christi zu sein. Das war ein Apostel und diese Apostel, von denen gab es nur diese und danach keine mehr. So schreibt Paulus hier, erstens die Aposteln, zweitens andere zu Propheten und auch das ist zu bemerken in der Apostelgeschichte, dass in der frühen Zeit der Gemeinde Propheten mit aufgetreten sind, Propheten die das Wort Gottes verkündigt haben und jetzt sehen wir drittens zu Lehrern. Und jetzt ist es bezeichnend, dass wenn wir jetzt die neuen testamentlichen Briefe anschauen, dass in den späteren Briefen, die gegen Ende des apostolischen Zeitalters geschrieben wurden, dass in denen wenig von der Praxis der Weissagung gesprochen wird, sondern aber stattdessen immer noch von der Weissagung, die in der Schrift enthalten ist. In 2. Petrus 1 Vers 20 bespricht Petrus die Größe und die Genügsamkeit der Schrift und dort macht er sogar den Bogen und sagt, wir und er nimmt sich da selber mit ein, ich Petrus habe die Herrlichkeit Christi gesehen und er spricht von dem Geschehnis auf dem Berg, als Jesus verklärt wurde und Mose und Elia dort auch noch sichtbar waren, ein Ereignis, das so wunderbar war, dass jeder sich es von sich wünschen würde und Jesus sagt, aber heute halten wir das prophetische Wort umso fester. Also diese Erfahrung Christus zu sehen ist nicht annähernd so überzeugend und so fest wie das geschriebene Wort, das du und ich in der Hände halten und dann geht er weiter in 2. Petrus 1 und Vers 20 und er spricht dann mehrfach von den Weissagungen dieser Schrift. Die Schrift, die du und ich in den Händen halten, sind die Weissagungen, die Prophetien. Auch in Offenbarung 22, gegen Ende der Offenbarung spricht Johannes von den Weissagungen dieses Buches. Und so ist es ein kurzer Abriss über die Prophetie und das wäre ein Thema, das man ausführlich in einer einzelnen Predigt behandeln könnte, aber nur um euch einen kurzen Abriss der Logik zu geben, ist aufgrund dessen, weil gegen Ende des Neuen Testamentes, gegen Ende des apostolischen Zeitalters dieser Fokus darauf liegt, auf das geschriebene Wort, meine Tendenz zu sagen, dass diese Gabe, von der er hier spricht, der Weissagung nicht mehr existent ist. Das heißt aber nicht, dass dieser Vers völlig irrelevant wäre, denn wir halten fest, wenn die Schrift die Weissagungen Gottes für uns beinhaltet, dann ist auch das Prinzip, was Paulus hier sagt, immer noch gültig, dass nämlich, wenn er jetzt wieder in Römer 12 Vers 6 zurückgeht, es sei Weissagung in der Entsprechung des Glaubens geschehe. Er sagt hier, jede Prophetie, die von sich gegeben wurde, sollte dem Glauben entsprechen. Das heißt, es gibt einen grundsätzlichen Konsens darüber, was die Lehre beinhaltet, der Glaube beinhaltet und es konnte nicht sein, dass irgendein Prophet irgendetwas sagt, das sich widerspricht mit dem Rest, was überliefert wurde. Und genau dieses Kriterium, dieses entsprechend dem Glauben zu sein, der Analogie des Glaubens zu entsprechen, genau dieses Kriterium wurde dann eines der Hauptkriterien in der Entscheidung darüber, ob man ein Buch aufnehmen kann als autoritative Schrift in der Bibel oder nicht. So musste jeder Prophet damals lernen, auch ich bin als Prophet, ich mag meine besondere Begabung der Prophetie haben, aber ich bin nur ein Teil vom Großen Ganzen, ich bin gewissermaßen nur ein Zahnenrad in Gottes Uhr der Offenbarung und in dieser Uhr der Offenbarung bringe ich mich selbst mit ein. So viel zur Weissagung. Es geht weiter, es sei Dienst im Dienen, Vers 7. Es sei Dienstgescheh im Dienen, Dienen, haben wir schon mal darüber gesprochen, der Begriff Diakonier, der hier zugrunde liegt, jeder Christ dient per Definition in der Gemeinde. Aber es wird solche geben, die sich durch ihren Dienst besonders hervorheben und dadurch zeigen, dass sie eine besondere Gabe dazu haben. Und Paulus sagt nun, demjenigen, der eine Gabe zum Dienen hat, der tue sie im Dienen, das heißt also, du kannst sie nicht tun, um dich selbst hervorzutun, du kannst nicht dienen, um Aufmerksamkeit von den Leuten um dich herum zu bekommen, du kannst nicht dienen, um quasi dir selber eine Karriereleiter zu bauen, die du erreichst, du kannst auch nicht dienen, damit du irgendwann am Lebensabend dich ausruhen kannst, sondern Dienst ist nie zu Ende und du bist nur ein Zahnrad in diesem großen Ganzen des Dienstes, den Gott selber kreiert hat, nur ein Aspekt dadrin und dadrin bringst du dich ein. Paulus selber hat es sehr gut auf den Punkt gebracht in Philippa 2, dort macht er deutlich, dass er sich selber nur als ein kleiner Mitspieler im großen Werk Gottes gesehen hat, ein Dienst, der ihn bei weitem übertrifft und er einen kleinen Bestandteil darin haben darf. In Philippa 2, Vers 17 schreibt er dann, wenn ich aber auch als Trankopfer über das Opfer und den Dienst eures Glaubens gesprengt werde, so freue ich mich und freue mich mit euch allen. So sei er seinen eigenen Dienst. Wenn mein Dienst bedeutet, mich selber einfach nur aufzugeben und über euren Wachstum gesprengt zu werden, dann sei es so drum und ich werde mich darum freuen, weil mein Fokus ist nicht mein Dienst, sondern der Dienst, der Gott allein gehört. In Vers 7 lesen wir jetzt weiter die nächste Gnadengabe, es sei, der lehrt in der Lehre. Lehrer erklären das Wort Gottes und Lehrer war zu der Zeit, als die Bibel geschrieben wurde, ein sehr ehrwürdiger Begriff. Im Jüdischen ist es der Rabbi, im Griechischen der Didaskalos, das ist eine Position, eine sehr geehrte, gewürdigte Position. Lehrer sind aber auch eine Gabe Gottes in der Gemeinde, an die Gemeinde, deshalb macht Paulus zum Beispiel deutlich, dass Älteste lehrfähig sein müssen, gleichzeitig muss auch jeder Christ lehren, Matthäus 28, die bekannte Stelle, lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe, ist ein Aufruf, der an alle Christen geht, alle Jünger zu lehren. Ältere Frauen werden ermutigt, in Titus 2 Lehrerinnen des Guten zu sein, den jüngeren Frauen gegenüber. Das ist das Allgemeine, der allgemeine Ruf zur Lehre und doch gibt es Menschen, die besonders begabt sind zur Lehre und diese Menschen, die Lehrer genannt werden dürfen, werden nicht in der Gemeinde ihr eigenes Lehrbuch schreiben, sie werden nicht das Rat neu erfinden, sondern sie müssen verstehen, du bist Teil von etwas Größerem, Gott ist derjenige, der die Lehre schreibt, Gott ist derjenige, der die Lehre erhält, Gott ist der Lehrer schlechthin und du bist einfach nur ein Zahnrad in seiner Uhr der Lehre und dort bringst du dich ein. Vers 8 Es sei dir ermahnt in der Ermahnung. Dieser Begriff ermahnen ist im Deutschen sehr einseitig belastet, genau genommen müsste man es hier übersetzen mit nebenher rufen, da würde auch niemand verstehen, was es bedeutet, deshalb steht hier ermahnen. Die Idee ist folgende, wenn eine Person neben der anderen steht, ihr zuzurufen, was sie gerade braucht und dieses Zurufen kann eine Ermahnung sein, es kann eine Aufforderung sein, das Richtige zu tun, es kann aber auch ein Trösten sein, es kann auch ein Zuspruch allgemein sein, der an der Person in ihrer jeglichen Position gerichtet wird. Nun dieses ermahnen, ermutigen ist Auftrag an jeden Christen, Hebräer 10, ermahnt einander, jeder Christ hat die Aufgabe, den anderen zu ermahnen, Ermahnung ist auch Teil der Predigt, ist auch Teil in der Seelsorge und doch gibt es einige, die sich in der Gemeinde besonders hervortun mit dieser Gabe der Ermahnung. Ein Mann, von dem die Bibel uns berichtet, ist Barnabas, der den Titel Sohn des Trostes bekam und damit wird deutlich, er war einer dieser Männer, der sich in der Gemeinde besonders hervorgetan hat als ein Ermahner, Ermutiger, Tröster, einer der in der frühen Gemeinde ein Brückenbauer war, der aber auch wie jeder andere, der diese Gabe der Ermahnung hat, lernen muss und verstehen muss, dass seine Ermahnung nicht in der Eigenregie geschieht, nicht von sich selbst ausregiert ist, sondern Teil ist von etwas Größerem, in dem er sich einbettet. Die Ermahnung geschehe in der Ermahnung, denn Gott ist der Gott der Ermahnung, er ist der Gott des Trostes und du bist dann, wenn du ermahnst, nur ein Werkzeug, nur ein Zahnrad in dieser Uhr der Ermahnung und dort bringst du dich ein. Paulus geht weiter, wer abgibt in Einfalt, gemeint ist hier, wer gibt, der gibt in Ernsthaftigkeit aber auch mit Großzügigkeit, hier ist der Ton, der auffordert mit einer ernsthaften großzügigen Haltung zu geben, auch hier wieder, jeder Christ ist aufgefordert zu geben, sich zu beteiligen, am Dienst, auch durch seine materiellen Dinge, die er hat, aber es wird solche geben in der Gemeinde, die sich besonders hervortun durch ihre Freigebigkeit und diese müssen lernen, wenn du ein solcher bist, posaune nicht vor dir her, was du alles gegeben hast, gib auch nicht nur, damit du dir eine besondere Stellung erarbeitest, einen besonderen Ruf erarbeitest. Den Fehler haben Hananias und Saphira gemacht, die gedacht haben, Mensch, wir schaffen das auch noch, in das Geschichtsbuch der Gemeinde als großzügige Leute einzugehen und das ist ziemlich schief gegangen. Das heißt auch, dein Geben in Einfalt bedeutet ein Geben ohne Erwartungen an den Empfänger, du wirst nicht geben und ihm damit einen Vertrag unterschreiben lassen, der genau die Klauseln definiert, du wirst nicht geben und dann beleidigt sein, wenn er das, was du ihm gegeben hast, nicht so verwendet, wie du es gedacht hast, er sollte verwendet werden, das heißt, wenn du gibst, musst du völlig ohne Ansprüche sein, ohne Hintergedanken, wenn du gibst, das bedeutet abzugeben in Einfalt, großzügig frei, weil du nur ein Teil vom großen Ganzen bist. Gott ist der Geber aller guten Dinge, nicht du, und du bist nur ein Zahnrad in seiner Uhr des Gebens, nur ein Aspekt des Ganzen, aber du bringst dich dort ein. Portus fährt nun fort, der vorsteht mit Fleiß, es gibt in der Gemeinde solche, die vorstehen, die Autorität ausüben, die Leiter sind, auch dort gibt es manche, die besonders mit dieser Gabe betraut sind und für die ist der Aufruf hier, nicht faul zu sein. Ein fauler Vorsteher wird einer sein, der herrscht, der sich in seinen Sofa setzt und mit Fingern zeigt, was gemacht werden muss, aber wer versteht, auch ich bin als Vorsteher nur ein Teil vom Großen, der wird sich befleißigen, um nicht ein Despot zu sein, der keinen Finger rührt, sondern ein Vorbild zu sein, dem diejenigen, die ihm nachfolgen, nachahmen können. Weil du Teil von etwas Größerem bist und Gott ist dies Haupt der Gemeinde und du bist nur ein Zahnrad in dieser Uhr des Vorstehens und dort bringst du dich ein. Alles wird fort, der Barmherzigkeit übt mit Freudigkeit, Barmherzigkeit üben ist oft ein sehr undankbarer Job. Es ist ein Helfen von Mittellosen, ein Tragen von Hilflosen, ein Helfen von Schwachen, es ist eine sehr schwierige Arbeit, wo oft nur sehr wenig Gewinn zu sehen ist und dementsprechend ist jemand, der diese Begabung hat, oft einem hohen Frustpotenzial ausgeliefert. Wenn du diese Gabe der Barmherzigkeit hast, dann ermuntert Paulus dich hier, führe diese Gabe mit Freude aus, mit Herzlichkeit, mit Fröhlichkeit, nicht mit bitteren, zähneknirschenden, importen Verhalten, das ist nicht der Barmherzigkeit Gottes entsprechend. Wenn du Barmherzigkeit übst und dich innerlich fragst, lohnt sich das wirklich oder wenn du dich innerlich fragst, was bekomme ich dafür zurück oder sogar lautstark protestiert, ach Mann, jetzt muss ich das schon wieder machen, aber ich mache es ja, macht ja sonst keiner, dann ist das nicht gottgemäß, sondern die Barmherzigkeit Gottes geschieht mit Freude. Und jemand, der die Gnadengabe ihm gemäß ausübt, der tut es mit der Motivation, wie er selber es getan hat, der um der Freude vor sich, die vor ihm lag, willens war, alles aufzugeben, der Barmherzigkeit übte und währenddem verspottet und angespuckt wurde, der Barmherzigkeit übte und währenddem gekreuzigt wurde und der nicht nachließ, um der vor ihm liegenden Freude, Willen, es zu tun und du bist nur, so barmherzig du auch sein magst, nur ein Zahnrad in dieser Uhr der Barmherzigkeit des Gottes, der Barmherzigkeit und dort bringst du dich ein. Nun magst du dich in dieser Liste der Geistesgaben, die hier in Römer 12 genannt werden, du magst dich darin wiederfinden, du magst zu dem einen oder anderen sagen, ja, das scheint mir zu entsprechen. Es kann aber auch sein, dass du nach dieser Predigt sagst, irgendwie passt hier gar nichts auf mich zu. Deine Aufgabe ist es heute, Gott zu suchen, dich ihm hinzugeben, deinen Sinn erneuern zu lassen und dann das zu tun, was du kannst und das zu geben, was du hast in der Gemeinde, nicht um dir selber Lob einzuheimseln, nicht um dich selbst hervorzutun, sondern um der Gemeinde zu dienen und vor allen Dingen dem großen Gott zu dienen, der dich zu einem Diener gemacht hat und dir erlaubt, in seinem Werk teilzuhaben. Ob ich mich einbringe, ist für einen Christen keine Frage, sondern nur wie. Bring dich ein und dann fragt die Christen um dich herum, Freunde, die du hast, worin siehst du denn meine Stärken, worin siehst du meine Schwächen. Lerne dich selber in der Gemeinde kennen, lerne zu sehen, wie Gott dich besonders begabt hat, um seinen Auftrag voranzubringen und dann bete darum, gib mir die Möglichkeit her, gib mir die Möglichkeit, das zu nutzen, was du mir gegeben hast und du wirst sehen, wie das Ganze dir zur Freude verhilft und Christus zur Ehre verhilft, weil er dich so gemacht hat. Nun ein falsch eingesetztes iPad ist eine Kleinigkeit, aber ein Christ, der seine Gaben nicht nutzt, ist eine Tragödie und Gott hat dich so gemacht, wie du bist, damit du ihm dienst und es ist deine Aufgabe, dich einzubringen. Vater, wir preisen dich dafür, dass du diese Gemeinde geschaffen hast, so geschaffen hast, wie du es wolltest, du hast die Leute hergebracht, die du hergebracht hast, du hast jeden Einzelnen so begabt und so geformt, wie es dir gefällt und Herr, wir bitten dich auch, dass wir ein Organismus sind, der diese Gnadengaben, die du hast, ehrt und nutzt zu deiner Ehre. Herr, ich danke dir für all jene, die du in unseren Reihen geschenkt hast, die so vielfältig und so freudig und so aufopferungsvoll dir dienen in vielen verschiedenen Dienstbereichen, die du gegeben hast. Ich bitte dich an diesem Tag aber auch um all jene, die in unserer Mitte sind, die zögern, Fragezeichen haben und vielleicht auch einfach nur ihre Gnadengaben brach liegen lassen. Herr, ich bitte dich, dass du diese Menschen neu mit einer Liebe für dich und für die Nächsten befeuerst, dass du sie wieder neu dahin bringst, alles in deinen Dienst zu stellen, dass du sie neu dahin bringst, sich selbst und die anderen um sich herum mit den Augen zu sehen, die du siehst und ich bitte dich, dass du all jene dahin bringst, treue Verwalter zu sein und zu dienen, ihre Gnadengabe zu gebrauchen, so wie du es möchtest. Herr, und so bitten wir dich einfach darum, Herr, wir wollen deine Herrlichkeit zur Schau stellen. Bewahr uns davor, in pragmatischer Weise ein Menschenkonstrukt zu schaffen, das vielleicht aus menschlicher Sicht imposant ist, aber weit weg fehlt von deiner Größe. Lass uns ein Organismus sein, der mit den Unikaten, die du hineingestellt hast, auf wunderbare, einzigartige und doch einheitliche Weise diesen Gott zur Schau stellt, der uns liebt und der noch viel mehr vorhat, als wir es je erahnen können. Und so geben wir uns dir hin, bitten dich, dass du dein Werk tust und dass du dadurch verherrlicht wirst. Amen.
