Unscheinbar und doch wirksam I Römer 15,22-33 | Jonathan de Vries
Ja, mit dem Reformationstag, den wir gestern gefeiert haben, erinnern wir uns an ein Ereignis in der Geschichte, das ein förmliches Feuerwerk ausgelöst hat, ein Feuerwerk der Veränderung, die Institution der Kirche wurde dadurch hart erwischt, Leben in Deutschland haben sich radikal verändert und wie im Nu wurde unser Land durch diese Botschaft vereinnahmt. Nun, wir denken am 31. Oktober zurück an diesen denkwürdigen Tag der 95 Thesen, ein Mann mit den 95 Thesen, aber was man oft dann außen vor lässt, ist die Tatsache, dass selbst diese Reformation, deren Früchte wir bis heute sehen, ganz kleine Anfänge genommen hat. Viele kleine Bausteine, die hingeführt haben zu diesem Feuerwerk, das ausgelöst wurde. Nun, ein Beispiel davon sehen wir zum Beispiel in der Geschichte mit einem Mann namens Jan Hus, der 100 Jahre vor Martin Luther aufgetreten ist. Er hat im heutigen Tschechien praktiziert, er war Prediger dort, hat sich von der etablierten Kirche abgespaltet, hatte seine eigene Kapelle, wurde von der katholischen Kirche als Ketzer betitelt, wurde dann in Konstanz verurteilt und verbrannt und mit ihm hätte schon eine Reformation anfangen können, wäre sie nicht im Keim erstickt worden. Nun, Hus selber soll gesagt haben zu der Autorität über ihn, heute bratet ihr eine Gans, Hus bedeutet Gans, doch in 100 Jahren wird aus der Asche ein Schwan aufstehen, den werdet ihr nicht zum Schweigen bringen. Nun, es war sehr unscheinbar, wie diese Dinge angefangen haben und doch waren sie wirksam, denn 100 Jahre später wird Luther zum Mönch geweiht und er bekommt dieses Emblem eines Schwans als sein Zeichen, dass er, wo er sich selber auch auf diese Verheißung berufen hat. Nun, aber auch selbst Luther ist ein Mönch, ein Mann, der mit seinem Seelenheil im Ringen ist und es dauert viele, viele, viele Jahre, bis es endlich zu diesem Zeitpunkt kommt, wo er das Evangelium versteht und so merken wir, es sind sehr unscheinbare, kleine Schritte, die aber doch seine Wirkung hinterlassen und das ist entscheidend, wenn wir über das Werk Gottes nachdenken. Das Werk Gottes in der Gemeinde, in der Mission ist nicht nur das, was wir oft sehen. Es sind nicht die großen Ereignisse, es sind nicht die vielen Menschen, es sind nicht die radikalen Begebenheiten, sondern es sind oft ganz viele kleine Dinge, viele Gebete, viele Hintergrundarbeiter, viele Eltern, die Kinder zurüsten zu Hause, viele stille Geber, viele, die kleine Gespräche unter vier Augen führen, vieles von dem, was du nicht siehst und das ist doch wirksam. Und so hat der Text heute, den wir in Römer 15 anschauen, genau das zum Ziel, dir vor die Augen zu meinen, wie diese unterschätzten Mittel Gottes dahin führen, dass die Gemeinde ihren Auftrag wahrnimmt und du vor allen Dingen auch deinen Platz in diesem Auftrag wahrnehmen kannst. Das sind drei unterschätzte Mittel, die finden wir in Römer 15 und das dürft ihr jetzt aufschlagen, wenn ihr es noch nicht getan habt, Römer 15, Vers 22 bis 33. Deshalb bin ich auch oftmals verhindert worden, zu euch zu kommen, nun aber, da ich in diesen Gegenden keinen Raum mehr habe und seit vielen Jahren ein großes Verlangen, zu euch zu kommen, falls ich nach Spanien reise, denn ich hoffe, auf der Durchreise euch zu sehen und von euch dorthin geleitet zu werden, wenn ich euch vorher etwas genossen habe. Nun aber reise ich nach Jerusalem im Dienst für die Heiligen, denn es hat Mazedonien und Achaia wohlgefallen, einen Beitrag zu leisten für die Bedürftigen unter den Heiligen, die in Jerusalem sind. Es hat ihnen nämlich wohlgefallen, auch sind sie ihre Schuldner. Denn wenn die Nationen ihrer geistlichen Güter teilhaftig geworden sind, so sind sie verpflichtet, ihnen auch in den Leiblichen zu dienen. Wenn ich dies nun vollbracht und diese Frucht ihnen versiegelt habe, so will ich über euch nach Spanien reisen. Ich weiß aber, dass wenn ich zu euch komme, ich in der Fülle des Segens Christi kommen werde. Ich ermahne euch aber, Brüder, durch unseren Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes mit mir zu kämpfen in den Gebeten für mich zu Gott, damit ich von den Ungehorsamen in Judäa gerettet werde und mein Dienst für Jerusalem, den Heiligen, angenehm ist, damit ich durch den Willen Gottes mit Freuden zu euch komme und mich mit euch erquicke. Der Gott des Friedens aber sei mit euch allen. Amen. Vater, wir beten dich an dafür, dass du ein Gott bist, der redet und der geredet hat und das klar kommuniziert hat und dass wir wissen dürfen, dass jedes einzelne Wort, das wir überliefert bekommen haben, dass es aus deinem Sinn kommt, Herr, und dass du selber geredet hast. Ja, wenn wir heute auch den Text anschauen, möchte ich dich bitten, dass du Gnade schenkst, dass wir nicht nur Hörer bleiben, sondern Täter werden. Ich bitte dich, dass du jedem Einzelnen das zusprichst, was er benötigt und ich bitte dich, dass du durch deinen Geist heute dein Wort begleitest und dein Wort anwendest und dein Wort zur Wirkung bringst und so bitten wir dich, rede du, denn dein Volk hört. Amen. Römer 15, 22 sind wir jetzt offiziell, würde ich sagen, im Landeanflug angekommen, den Paulus hier verrichtet, der jetzt Ende seines Briefes einläutet. Wir haben schon das letzte Mal gesagt, das ist jetzt eine sehr persönliche Note, sehr persönliche Art und Weise, wie er formuliert, persönliche Wünsche, ein persönlicher Ausdruck seiner Gefühle kommt auch hier hindurch. Die Frage, mit der man sich unweigerlich befasst, ist, okay, warum schreibt er das zum einen und zum anderen, was hat das jetzt mit uns in der Gemeinde zu tun? Nun, er schreibt hier an eine Gemeinde, die er selber noch nicht besucht hat. Er hat die Absicht, sie zu besuchen, er kennt nur Einzelne davon und wir haben gesehen, dass er in diesem Brief, in Römerbrief, sehr grundlegend das Evangelium nochmal erklärt hat, von A bis Z und damit wird wieder einmal untermalt, dass es für die Welt, in der du lebst, nichts Schlimmeres gibt, nichts Gefährlicheres gibt, nichts Fataleres gibt als die Sünde und die Konsequenzen der Sünde. Was die Welt braucht, ist die Botschaft, die gute Botschaft, wie sie diese Not bewältigen kann. Und für diese Not gibt es nur eine Antwort, nämlich die Person Jesu Christi und sein Werk, sein Kommen, sein Sterben und sein Auferstehen. Und das macht Paulus unmissverständlich klar in diesem Brief. Es ist diese eine Botschaft, die du brauchst und es ist diese eine Botschaft, die dann auch Konsequenzen in deinem Leben hervorbringt. Niemand wird Christus begegnen, im Glauben ihn erfassen und nachher der gleiche sein wie vorher. Das geht nicht. Im Gegenteil, es verändert alles. Und das macht Paulus sehr klar, wenn er dieser Gott ist und ihr euch dem unterordnet, heißt das, ihr gebt alles hin, es heißt, dass ihr alles tut, was ihm entspricht und dass ihr dann auch lernt, als Gemeinde in Einheit zu leben, selbst dann, wenn ihr eigentlich unterschiedlich seid. Nun, dieses Evangelium, diese frohe Botschaft hat Paulus jetzt also dargelegt und jetzt, wo er zum Ende dieses Briefes hinkommt, wird deutlich, er selber ist einer dieser Botschafter des Evangeliums, die beauftragt sind, dieses Evangelium an die Welt weiterzutragen. Das heißt, dieses Evangelium geht über das Gemeindeleben hinaus und er ist dabei, es zu tragen. Und jetzt möchte ich einmal, dass ihr mit mir zu Matthäus 28 blättert. Matthäus 28 ist eine sehr bekannte Stelle, aber sie ist wichtig, dass wir die nochmal kurz anschauen, um die Passage im Römer in das richtige Licht zu rücken. Matthäus 28, manch einer mag es auch schon auswendig kennen, aber wir lesen es trotzdem noch einmal als 28 Vers 19 bis 20, hier die letzten Worte, die Jesus den Jüngern mitgibt vor seiner Himmelfahrt, wo er sagt, geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. Diese Verse sind der Missionsbefehl, der Missionsbefehl, der den Jüngern anvertraut wurde, der Gemeinde danach weiter anvertraut wurde, dieser Missionsbefehl ist immer noch gültig. Nun, was aber natürlicherweise passiert, ist, dass jeder Einzelne diese Verse für sich selber liest und dabei stehen bleibt. Ich mit diesem Auftrag, ich gehe hinaus, ich evangelisiere, ich verkündige und dann müssen wir eine Rückfrage stellen. Die Frage ist folgende, wer ist in der Lage, diesen Befehl zu erfüllen? Denn der Befehl spricht nicht nur davon, zu verkündigen, sondern es spricht davon, alle Nationen zu Jüngern zu machen. Es spricht davon, sie zu taufen, es spricht davon, dann noch sie alles zu lehren, nachdem sie zum Glauben gekommen sind, was Gott befohlen hat und das alles auch noch bis zur Vollendung des Zeitalters. Welche Person kann das tun? Und wenn wir uns das Gedanken darüber machen, merken wir, dass weder ein Paulus, weder ein Petrus, weder ein Johannes und auch später in der Kirchengeschichte weder ein Luther noch ein Hatzenthaler oder wie sie alle heißen, niemand in der Lage gewesen ist, diesen Befehl vollumfänglich zu erfüllen. Jesus hat diesen Befehl gegeben, nicht an eine Einzelperson, nicht an gewisse Einzelpersonen, sondern an die Gläubigen, die Gemeinde, die dann den Auftrag hat, diesen Befehl als Kollektiv, also in der Gemeinschaft, zusammen voranzubringen. Dieser Befehl ist ein Gemeinschaftsprojekt, das sich auch nicht nur auf eine Zeit begrenzt, sondern bis er wiederkommt. Das wird von Generation zu Generation weitergereicht. Wir merken also, dieser Auftrag verlangt zum einen einen langen Atem und er verlangt zum zweiten viele, viele Arbeite. Und jetzt gibt uns Römer 15 einen Einblick, wie die Gemeinde nun diesen Missionsauftrag, der sich von der Himmelfahrt Christi bis zu seiner Wiederkunft durchzieht, wie die Gemeinde an diesem Missionsauftrag sich beteiligt. Und hier schreibt ein Mann, der selber Pionier ist, der unterwegs ist mit interessanten Missionsberichten in jeder Gemeinde, in der er aufkreuzt, zu berichten hat. Aber dieser Missionar, der jetzt deutlich macht, dass seine Mission, auf der er ist, ein Gemeinschaftsprojekt ist und nicht einfach die Arbeit eines Einzelgängers, das wird uns jetzt erklärt in Römer 15 und da dürft ihr jetzt zurückgehen. In Römer 15 Vers 22, wo er uns diese drei unscheinbaren Mittel zur Schau stellt und das erste Mittel ist erstens Liebe. Vers 22 schreibt Paulus, deshalb bin ich auch oftmals verhindert worden, zu euch zu kommen. Deshalb, da müssen wir mal die Verse vorher nochmal kurz anschauen, er sprach in Vers 20 und 21 von seiner persönlichen Berufung zu verkündigen, das Evangelium zu verkündigen und zwar unter den Heiden, die von Christus noch nie etwas gehört haben. Das war sein Auftrag, mit der Mission hatte er sich beschäftigt und das bedeutete im Umkehrschluss, in Vers 22 sehen wir das jetzt, im Umkehrschluss, dass er nicht in der Lage war, aus dem Grund, weil er seinen Dienst vervollständigen musste, die Römer zu besuchen. Nun Vers 23, jetzt die Situation hat sich geändert, Vers 23, nun aber, da ich in diesen Gegenden keinen Raum mehr habe und seit vielen Jahren ein großes Verlangen, zu euch zu kommen, also er spricht jetzt von zwei Faktoren, die ihn beeinflussen, der eine Faktor ist der, dass er keinen Raum in den Gegenden mehr hat, also er spricht von den Gegenden, die heidnischen Gegenden, die Gegenden von, wo hauptsächlich griechisch stämmige Menschen unterwegs waren, wo er lange evangelisiert hat und dort kommt er jetzt an den Punkt, dass er sagen muss, ich habe in diesen Gegenden keinen Raum mehr. Wir fragen uns, was bedeutet das, was meint er damit, keinen Raum mehr zu haben? Ich werde, und das ist jetzt eine Warnung, euch heute ein bisschen durch die Bibeln jagen, ihr dürft jetzt zur Apostelgeschichte blättern, dort finden wir einen Schlüssel oder den Zusammenhang, warum Paulus diese Aussage machte, er hätte jetzt keinen Raum mehr. In Apostelgeschichte 19 ist Paulus in Ephesus, er dient dort für eine Weide und wir lesen dann in Apostelgeschichte 19, Vers 21, wie Paulus seinen Sinn ausrichtet, dahin nach Rom zu gehen. 19, Vers 21, als dies aber beendet war, nahm sich Paulus im Geist vor, nachdem er Mazedonien und Achaia durchzogen habe, nach Jerusalem zu reisen und sprach, nachdem ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen. Jetzt habe ich eine Karte mitgebracht, die darf gerne mal eingeblendet werden, hier sind einige Ortsnamen da, damit ihr ein bisschen besser den Zusammenhang habt. Also, Ephesus ist hier in der heutigen Türkei und Paulus spricht jetzt in Apostelgeschichte 19 davon, das Vorhaben, sich nach Norden zu bewegen, um dann nach Mazedonien, die grüne Fläche, und nach Achaia zu kommen. Mazedonien, die Gemeinden Namen Philippi oder Thessalonich oder Beröa sind uns da bekannt, Achaia, das ist die Gemeinde in Korinth vor allen Dingen uns bekannt. Jetzt dürfen wir die Karte wieder ausblenden, nur dass ihr nicht abgelenkt werdet. Er ist also in Ephesus in Apostelgeschichte 19. Es wird eng, wir lesen jetzt, wenn ihr einfach nur weiter schaut in Apostelgeschichte 20, wie er sich dann entscheidet, auf den Weg zu gehen. In Apostelgeschichte 20 Vers 2, als er aber jene Gegenden durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, also ihr erinnert euch, Mazedonien, Achaia, diese zwei Gebiete durchzogen hatte, kam er nach Griechenland und als er sich drei Monate aufgehalten hatte, wurde, als er nach Syrien abfahren wollte, von den Juden ein Anschlag gegen ihn unternommen. Er ist jetzt in Griechenland und man nimmt an, dass in dieser Zeit diese drei Monate von der Lukas hier spricht, in der Apostelgeschichte, dass in dieser Zeit der Römerbrief geschrieben wurde. Jetzt ist also Paulus in Griechenland und will eigentlich woanders hingehen, wird dann aber aufgrund des Anschlages dahin geführt, sich wieder zurück nach Norden, nach Mazedonien zu begeben. Und die ganze Geschichte macht deutlich, Apostelgeschichte 19, 20, dass dieser Paulus keinen Raum mehr in diesen Gegenden hat. Er wird förmlich von Stadt zu Stadt gejagt. Er findet in dem Sinne kein Missionsfeld mehr vor, sondern nur noch Opposition, sein persönlicher Auftrag kommt zum Ende. Und das ist der eine Faktor, er hat keinen Raum mehr in der Gegend. Dann lesen wir weiter, er sagt, er hat ein großes Verlangen, einen Wunsch, den er ausdrückt, einfach das persönliche Verlangen, die römische Gemeinden einmal zu erleben. Diese zwei Faktoren und jetzt lesen wir Vers 24 in Römer 15 weiter, wenn ihr nicht, dürft ihr dort wieder zurückblättern. Römer 15, Vers 24, falls ich nach Spanien reise, denn ich hoffe, auf der Durchreise euch zu sehen und nun von euch dorthin geleitet zu werden, wenn ich vorher euch etwas genossen habe. Und hier lesen wir das erste Mal von diesem Plan, den Paulus hat, nicht nur bei Rom stehen zu bleiben, sondern Rom als Zwischenstation zu nutzen auf seinem Weg nach Spanien. Nun, er schreibt aber hier, sein Plan ist aber darin geprägt, diese Gemeinde zu sehen und sie nicht nur zu sehen, sie zu genießen und nicht nur das, sondern auch noch durch sie Unterstützung zu erfahren für seine Reise nach Spanien. Also er macht ganz klar, diese Reise, die ich antrete, diesen Dienst, den ich vorhabe, auch in Spanien zu verrichten, das ist ein Dienst, den kann und werde ich nicht alleine verrichten. Diese Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt. Und so merken wir wieder einmal bei Paulus, wenn wir seine Biografie anschauen, dass er es schon sehr, sehr früh lernen musste, nicht als Einzelgänger unterwegs zu sein, sondern darauf zu warten, mit und von der Gemeinde ausgesendet zu werden. In Apostelgeschichte 9, müsst ihr nicht aufschlagen, aber in Apostelgeschichte 9 sehen wir die dramatische Bekehrung von Paulus, radikal, Stimme aus dem Himmel und eine ganz klare Berufung, der wusste, wo es entlang geht. Aber trotzdem sind es dann viele Jahre, die ins Land ziehen, bevor er eingesetzt und ausgesandt wird. Apostelgeschichte 13. Das sind ganze zwölf Jahre, die dazwischen liegen zwischen seiner Berufung und seiner Aussendung. Und jetzt meint man ja, gut, er hätte das doch selber machen können, er hatte ja den Ruf, hätte ja einfach losgehen können, aber er hat von Anfang an verstanden, dass er Gemeinden braucht und die Gemeinden ihn brauchen und dass die Mission, die selbst Gott ihm anvertraut hat, nie ein Projekt für Einzelgänger, sondern immer für die Gemeinschaft bestimmt ist. Und so auch hier, von Jerusalem aus hätte er direkt quer nach Spanien reisen können. Aber in dem Wissen, dass die Mission ein Gemeinschaftsprojekt ist, zielt er jetzt zuerst auf eine Gemeinde ab, die ihn liebt, die ihn begleitet und die ihn unterstützt. Selbst so ein Mann, ein berufener Apostel Christi, arbeitet nicht allein. Und das Gleiche gilt für jede Art von Dienst im Gottesreich. Es gibt keinen Platz für Einzelgänger. Nun, wer allerdings sich diesen Weg einschlägt, den Paulus hier sucht, mit der Gemeinde, in der Gemeinde, für die Mission voranzugehen, der wird eins merken. Es ist ziemlich langsam, genau wie bei Paulus. Es ist manchmal zäh. Es ist nicht ganz so einfach. Und die Gefahr vor Frust ist dann da, aus Frust eigene Wege zu gehen. Wenn das halt so lange dauert, wenn das so schwierig ist, dann mache ich halt mein eigenes Ding. Und das wäre pragmatischer, das wäre einfacher, das wäre logischer, aber die Bibel macht dann immer wieder deutlich, dass dieser Missionsbefehl, dieser Auftrag, den er der Gemeinde gegeben hat, ein Auftrag ist, der für die ganze Gemeinde gilt und dass es nicht einfach nur eine Mission für eine Person gibt, sondern die Mission, die Mission der Gemeinde ist. Und es ist wichtig, auch für dich selber zu verstehen, egal in welchem Missionsfeld sozusagen du dich bewegst, ob das zu Hause ist, bei deinen Kindern oder mit deiner Familie oder mit deinen Arbeitskollegen oder mit deinen Nachbarn, dann stehst du nie alleine da, sondern immer in der Gemeinde. Und Jesus möchte, dass diese Beziehungen innerhalb der Gemeinde Frucht in der Mission bringen. Und das ist das, was wir jetzt hier sehen bei Paulus. Er drückt ein großes Verlangen aus, nicht nur unterstützt zu werden, begleitet zu werden, sondern sie zu genießen, die Beziehung zu fördern, die Beziehung zu erleben. Und jetzt fragst du dich, okay, was hat das jetzt mit Mission zu tun? Was hat dieses Beziehung erleben und das Genießen mit Mission zu tun? Und dazu müssen wir noch mal eine Stelle aufschlagen. Johannes 17. In Johannes 17, das Kapitel ist bekannt als das hohe priesterliche Gebet, wo Jesus selber kurz vor seinem Kreuztod für seine Jünger betet, aber ganz wichtig, nicht nur für seine Jünger, er betet auch für alle, die nach den Jüngern zum Glauben kommen. Das heißt, damals vor seinem Kreuztod hat er schon für dich gebetet. Und jetzt in Johannes 17, die Verse 22, dort schreibt er, und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. Gut, das klingt kompliziert, das kriegen wir hin. Das spricht zuerst von der Herrlichkeit, die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, also Jesu Herrlichkeit, die den Abglanz des Vaters, den Ausdruck der Heiligkeit, die Majestät Gottes selbst, die hat der Sohn in sich, das ist die Göttlichkeit. Jetzt sagt er, diese Herrlichkeit, die der Vater dem Jesus gegeben hat, die hat Jesus in der Gemeinde gegeben, sodass die Gemeinde, dass Jesus in der Gemeinde wohnt. Und diese Herrlichkeit, das Wesen Christi selber bewirkt in der Gemeinde Einheit. Und jetzt in Vers 23 seht ihr, was dadurch passiert, dadurch, dass dieses Werk in der Gemeinde stattfindet, Vers 23, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. Das heißt, die Welt um uns herum sieht aufgrund dessen, wie wir uns verhalten, dass der Christus, von dem wir reden, nicht einfach nur etwas, nicht nur Worte darstellt, nicht nur eine Überlieferung, sondern dass er real ist. Also diese Liebe unter den Gläubigen ist Beweis dafür, dass Jesus echt ist. Und da kommt jetzt auch das Verlangen von Paulus her, nicht ein selbstsüchtiges, ich brauche euch endlich mal, sondern der Wunsch, dass die Herrlichkeit, die Christus ihnen gegeben hat, die sich manifestiert innerhalb der Gemeinde, dass er diese live miterleben kann, live davon profitieren kann und er ist sich völlig bewusst, dass Briefverkehr alleine das nicht abdecken kann. Auch ein Telefonanruf wird es nicht abdecken, sondern er muss bei den Leuten vor Ort sein. Und wir merken, das ist eigentlich unscheinbar und doch wirksam für die Mission, wo die Gemeinde eng in Bruderliebe lebt und wo die Beziehungen aufrecht gesucht werden, da strahlt die Herrlichkeit Jesu Christi selbst in die Welt hinaus. Und so ist Mission und Evangelisation findet selbst da seinen Anfang, wo Einheit und Liebe gelebt und gesucht werden unter den Geschwistern. Und das ist etwas, das jeder Christ hören muss. Diejenigen, die von Herzen Evangelisten sind, die gerne rausgehen, werden wir dazu ermutigen, aber die müssen gerne immer mal wieder hören, du brauchst auch die Gemeinde und die Gemeinde braucht dich. Und die Zeit mit Geschwistern ist wichtig, auch wenn dadurch vielleicht niemand zum Glauben kommt. Im ersten Moment ist es doch auf die Länge wirksam. Und für die anderen, die sich plagen manchmal mit Schuldgefühlen, ich wünschte ich könnte mehr das Evangelium kundgeben, ich wünschte ich hätte mehr Möglichkeiten, dann ist die Antwort hier zuerst, es fängt bei deinem Herzen an. Es ist nicht nur das Verkündigen, sondern es ist die Herrlichkeit Christi, die zur Schau gestellt wird. Und um die Herrlichkeit Christi zur Schau zu stellen, ist es dein Anspruch, diese Herrlichkeit noch besser zu erkennen, noch besser zu schätzen, noch besser zu erfassen und dahin zu kommen, dass dieser Jesus, der seine Herrlichkeit in menschlichen, schwachen Gefäßen leben lässt, dass dieser das kostbarste und größte Gut deines Lebens wird und dass dadurch dein Mund überfließt. Und dadurch lässt du jetzt dein Streben in den Beziehungen sowohl mit Gläubigen als auch Ungläubigen bestimmen. So hast du Teil an dem Leib und dem Organismus, die Bewegung, die er gebildet hat. Deinen Bruder, deine Schwester zu lieben ist unscheinbar, aber es ist wirksam in dem Auftrag, das Evangelium in die Welt zu tragen. Und jetzt sehen wir das zweite Mittel, das zweite Mittel, das Paulus uns hier vorstellt, zweitens Teile. Vers 25, nun aber reise ich nach Jerusalem im Dienst für die Heiligen. Es ist hier eine Reise, die er antritt, nicht das Kinderspiel Reise nach Jerusalem, sondern der Dienst für Gläubige, sagt er jetzt. Es ist anders als sein Missionsauftrag, den er bis jetzt verrichtet hat. Jetzt geht es darum, etwas für die Gläubigen zu tun, und er erklärt, was er tun wird. Vers 26, denn es hat Mazedonien und Achaia wohlgefallen, einen Beitrag zu leisten für die Bedürftigen unter den Heiligen, die in Jerusalem sind. Wir haben das vorhin gesehen, das sind diese zwei römischen Provinzen, in denen Paulus unterwegs war, und beide, sowohl Mazedonien als auch Achaia, haben angefangen, Geld zu sammeln für die Gemeinde in Jerusalem. Und der Begriff, den Paulus hier jetzt benutzt, dass sie einen Beitrag leisten, der wird an anderen Stellen der Bibel auch übersetzt mit Gemeinschaft. Das ist der griechische Begriff koinonia, der dem hier zugrunde liegt. Und dieser Begriff Gemeinschaft, der ist in unserem deutschen Raum einfach ein geselliges Zusammensein, aber in der Bibel hat es eine viel tiefere Bedeutung. Es wird immer wieder deutlich, dass die Gemeinschaft, von der die Bibel spricht, zuerst einen Ursprung hat in der gemeinschaftlichen, in der gleichen Überzeugung. Es geht um eine Lehre, in der alle übereinstimmen. Johannes macht das beispielsweise in seinem Brief deutlich, in 1. Johannes 1, Vers 1-3, müsst ihr nicht aufschlagen, aber dort sagt er, dass sein Auftrag darin bestand, Jesus Christus fortzustellen, damit die Gemeinschaft, die er mit Christus hat, auch andere mit ihm haben können. Da fängt Gemeinschaft, christliche Gemeinschaft an, in der Überzeugung, wer Jesus Christus ist, in der Überzeugung, was sein Werk beinhaltet und dann auch seine Worte, die er überliefert hat. Nun, dabei bleibt es aber nicht. Dieses Teilen der Überzeugung führt dann auch zu einem Teilen der Güte, des Besitzes. Das heißt, es ist eine, das ist genau das, was wir in Apostelgeschichte dann sehen, wo die erste Gemeinde darauf abzählte, dass keiner einen Mangel hatte, sondern es wurde geteilt, was nötig war. Das ist biblische Gemeinschaft, aufgrund des Glaubens genährt, aber eine Gemeinschaft, die bereit ist, nicht nur in der Philosophie, also in dem Gedankengut übereinstimmen, sondern das dann auch physisch zu zeigen mit dem Teilen von Gütern. Nun, wenn wir das so hören, dann klingt das ein bisschen komisch. Besonders, wenn du dir die politischen Agenda heutzutage anschaust und die hauptsächlich regierenden Parteien sehr stark sozialistisch geprägt sind und man hat so ein bisschen Sorge vor Sozialismus oder die Richtung Kommunismus, Marxismus, wo es darum geht, wir teilen einfach alles und Grundbesitz, darauf kommt es gar nicht mehr an. Nun, diese Sorge hat dann dazu geführt, oder führt dazu, dass man in der Evangelikalen mehr und mehr versucht zu verstehen, wie die Bibel das Verständnis von Besitz zeigt. Und es wird mehr und mehr betont, dass ein gesunder Kapitalismus besteht, wo jeder Besitz haben darf, wer was verdient, dem soll das auch gehören und wer arbeitet, der soll auch davon essen. Das ist gut, aber wir dürfen da nicht stehenbleiben, denn die Bibel räumt noch eine weitere Stufe ein, dass es die Verantwortung ist, sich um die Armen und die Schwachen in den eigenen Reihen zu kümmern und das auch finanziell und das muss die Einstellung eines Gläubigen sein. Das, was ich habe, gehört nicht nur mir. Ich teile meine Güter besonders mit denen, die meinen Glauben teilen, in der Absicht, dass keiner einen Mangel leiden muss. Das heißt, dein persönliches Einkommen, das, was du verdienst, mit dem, was du gearbeitet hast, ist nicht deins, sondern es gehört Gott. Und dein Besitz, das, was du hast, was du schätzt, ist nicht deins, es gehört Gott. Und so ist es dein Besitz und dein Einkommen, die du für Gott einsetzt und genau das ist es, was hier stattgefunden hat, in Mazedonien und Achaia, eine Bereitwertigkeit, sich zu beteiligen an der Not aufgrund der gleichen Überzeugung. Und jetzt fährt Paulus fort in Römer 15, Vers 27 und sagt nun, es hat ihnen nämlich wohl gefallen, auch sind sie ihre Schuldner, denn wenn die Nationen ihrer geistlichen Güter teilhaftig geworden sind, so sind sie verpflichtet, ihnen auch in den Leiblichen zu dienen. Und jetzt fragen wir uns wieder, wie müssen wir das jetzt verstehen? Paulus sagt jetzt, dass die Christen aus dem heidnischen Hintergrund den jüdischen Christen gegenüber in der Schuld stehen. Und du fragst dich dann, gut, wenn wir das durchexerzieren, dann sind wir alle auch aus dem heidnischen Hintergrund und die Frage bleibt, haben wir die gleiche Verpflichtung jüdischen Christen gegenüber? Und da müssen wir auch nochmal ein bisschen ausholen, um das richtig zu verstehen. Paulus spricht hier von einem ganz allgemeinen Prinzip, dass der, der gelehrt wird, demjenigen, der ihn lehrt, auch dafür Anteil haben lassen soll. Wenn ihr das Alte Testament anschaut und den Tempeldienst beobachtet, der eingerichtet wurde, da wurde ein ganzer Stamm Israels für diesen Dienst reserviert, abgestellt. Die Leviten, aus den Leviten kamen die Priester und keiner hat in Israel erwartet, dass diese Leviten und Priester nebst der Tempelarbeit noch weitere Arbeit verrichten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Es war die Gesetzeslage, dass diese Leviten von den Opfern leben dürfen und genau darauf nimmt Paulus dann Bezug in 1. Korinther 9, die nächste Stelle, die ihr aufschlagen dürft. In 1. Korinther 9 zieht Paulus jetzt die Parallele aus dem alttestamentlichen Gottesdienst hin zu dem neuttestamentlichen Gottesdienst und wir lesen dort in 1. Korinther 9, Vers 13 Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, aus dem Tempel essen, dass die, welche am Altar tätig sind, Anteil am Altar haben? Okay, das ist also das, was wir gerade gesagt haben. Die Leviten hatten das Privileg, das Vorrecht, dass sie von dem, was gegeben wurde als Opfergabe, leben durften. Und jetzt zieht Paulus die Parallele, Vers 14. So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigt, verordnet, vom Evangelium zu leben. Also die Bibel sagt, es ist ganz normal und das soll das Prinzip sein, dass diejenigen, die lehren, auch davon leben sollen. Und so erwartet Gott von den Gemeinden, dass sie ihre Lehrer finanziell unterstützen, dass sie Missionare finanziell unterstützen, dass sie sich in die Arbeit der Mission auch finanziell mit hineingeben. Und so spricht Paulus jetzt aber diesen Römern zu, ihr, wenn ihr euren Werdegang anschaut und seht, wo das Christentum erst vor ein paar Jahren den Anfang genommen hat, dann kommt ihr nicht drumherum, euch die Jerusalemer Gemeinde anzuschauen. Dort hat alles angefangen und aus dieser Gemeinde sind Leute weggegangen, die in die Zerstreuung gegangen haben und aus dieser Gemeinde heraus seid ihr überhaupt erst entstanden und aus diesem Grund habt ihr die Schuld, dass ihr diese Leute, die euch dahin gebracht haben, wo ihr jetzt seid, zu unterstützen. Hier ist das Prinzip, dass er ihnen darlegt, wer empfängt, der soll dafür auch geben. Und wenn du dann überlegst, wie du dich selber im Gemeindebau beteiligen kannst, an dem Missionsauftrag beteiligen kannst, dann ist das der Anfang bei dem, was du hast, das bewusst zur Verfügung zu stellen und die finanzielle Unterstützung zu geben, wo du kannst oder auch Nöte zu decken, wo du kannst und so nimmst du dann auf ganz unscheinbare Art und Weise Teil an diesem Auftrag, der trotzdem wirksam sein kann. Nun fährt Paulus fort in Vers 28 und sagt, wenn ich dies nun vollbracht und diese Frucht ihnen versiegelt habe, so will ich über euch nach Spanien reisen. Er spricht jetzt hier von der Überlieferung dieses Geldes, das gesammelt wurde. Das Geld sollte jetzt an Jerusalem übermittelt werden. Und er tut es, indem er die Frucht versiegelt, sozusagen sich selber als das Echtheitszertifikat mitbringt. Er, der Apostel Christi, der verifiziert, dass diese Gabe echt ist, dass sie wohlgemeint ist und dass die dann auch an den richtigen Adressaten kommt und so schreibt Paulus in Vers 29. Ich weiß aber, dass wenn ich zu euch komme, also nachdem ich das in Jerusalem geschafft habe, wenn ich zu euch komme, ich in der Fülle des Segens Christi kommen werde. Völlig gewiss ist Paulus sich, dass er den Segen Christi erleben wird, das Wohlen Christi und so gibt Paulus hier einen Einblick darin, wie die Gemeinden, sowohl in Rom als auch in Griechenland, sich alle an diesem einen Auftrag beteiligen, indem sie ihn lieben, aber auch die Güter teilen und jetzt kommt der dritte unscheinbare Beitrag, das dritte Mittel drittens, bete. Jetzt in Vers 30 beginnt Paulus mit den Worten, ich ermahne euch aber Brüder und er lässt es nicht nur bei dieser Ermahnung, sondern er fährt jetzt fort, durch unseren Herrn Jesus Christus, also beruft sich jetzt auf die höhere Autorität, nicht nur irgendeine Autorität, sondern die Autorität, unter die sich selbst die römische Gemeinde gestellt hat, der Herr und Retter Jesus Christus, der dem sie gehören, der sie zur Gemeinde geformt hat, dem den sie dienen und jetzt geht es weiter, nicht nur das, sondern Vers 30 und durch die Liebe des Geistes, also die Liebe, die der Geist in ihnen wirkt, die ausgegossen ist in ihren Herzen, die Frucht des Geistes, also es ist diese Autorität Christi und die Liebe, die sie haben, die sollte sie zu etwas bewegen, nämlich und so fährt er fort, Vers 30, mit mir zu kämpfen, in den Gebeten für mich zu Gott. Was Paulus hier jetzt macht ist, dass er die Armee Gottes mobilisiert, die Armee, die unter dem Kommando Christi steht, die alle mit der gleichen Haltung, der Liebe des Geistes vorangehen, die aber nicht wie Reservisten warten, bis sie einen Auftrag bekommen, sondern sich jetzt mitten in die Schlacht begeben, Vers 30, damit ihr kämpft im Gebet und jetzt fragst du dich, gut, Paulus, warum musst du hier kämpfen im Gebet schreiben? Du könntest doch einfach bitten, dass sie beten, das reicht doch. Paulus macht hier deutlich, dass dieser Missionsauftrag, auf dem er unterwegs ist, der Auftrag, den Gott der Gemeinde gegeben hat, nicht eine Kreuzfahrt in der Karibik zu vergleichen ist, sondern das, womit die Gemeinde sich beschäftigt, ist ein Schlachtfeld, ein Schlachtfeld, wo man Feinden gegenübersteht, die übermenschlich, gar übernatürlich sind. Eine Schlacht, wo der Satan selbst auf der anderen Seite steht, wo die Sünde auf der anderen Seite steht, wo die ganze Welt auf der anderen Seite steht, die dem Wachstum und der Ausbreitung des Evangeliums ständig wieder entgegensehen und so diesem Auftrag auch Gefahr gegenüberstehen. Es gibt für den Missionsauftrag keine ruhigen Fahrwasser, es gibt keine entspannte Mission, es ist ein Kampf unter ständigem Beschuss, unter ständiger Gefahr, unter starken Gegnern und weil das so ist, reicht es nicht, irgendwelche tollen Methoden auszudenken, wie das denn besser klappt, es reicht auch nicht, die besten Traktate zu finden oder die beste Gesprächsidee zu entwerfen oder irgendwie Musik zu suchen, egal was du dir ausdenken mögest, mag es ein Schutzrahmen sein, ein Käfig, in den du deine Kids steckst, damit sie keinen schlechten Einfluss mehr haben, selbst das wird nicht reichen, um diesen Mächten der Welt zu widerstehen. Die lachen dich aus und übergehen alle möglichen Barrieren und deshalb ist uns als Gemeinde müssen wir immer wieder realisieren, es gibt nur einen, der dieser Macht, der wir entgegenstehen, wirklich widerstehen können und das ist Jesus Christus. Und wenn er der einzige ist, der den Satan mit den Füßen zertreten wird, dann müssen wir diesen Auftrag mit übernatürlichen Kräften wahrnehmen. Und das geht nur im Gebet und es ist ja nicht nur ein Bitten, es ist ein Kämpfen im Gebet, es ist ein Ringen darum, dass diese Opposition nicht gewinnt, es ist ein Ringen darum, um die Herzen von Menschen, die in die Hölle gehen, es ist ein Ringen darum, dass Gott sein Reich baut und so geht es Schritt für Schritt voran. Und Paulus führt nun aus, mit welchen Anliegen er dieses Gebet begleitet, Vers 31, damit ich von den Ungehorsamen in Judäa gerettet werde und mein Dienst für Jerusalem, den Heiligen, angenehm ist. Nun, Paulus selber war ein ausgebildeter Pharisäer unter Pharisäern. Ursprünglich ein mustergültiger Jude, der dann aus jüdischer Sicht von der Spur abgekommen ist und jetzt einer der größten Feinde des Judentums aus ihrer Sicht geworden ist. Und so kommt es, dass wir in der Apostelschichte sehen, dass Paulus von Stadt zu Stadt von den Juden in Bredouille gebracht wird und sich nicht mehr beliebt gemacht hat unter den Juden. Nun, die werden auch nach Jerusalem über ihn geredet haben und so sieht er jetzt schon Gefahren auf sich zukommen von den ungläubigen Juden. Aber er hat auch noch ein Problem mit der Gemeinde in Jerusalem, denn dort sind viele die aus jüdischen Ursprungs waren, die Paulus vorwerfen, dass er quasi die Bibel in zwei geteilt hat und das Alte Testament vom Neuen getrennt hat. Auch da ist Paulus sich nicht sicher, ob die jetzt, wenn er kommt mit dem Geld, das dazu noch von heidnischen Christen ist, ob er das wirklich wohl empfangen wird. Deshalb bittet er darum, dass der Dienst wohl angenommen wird. Und nun fügt er dem Ganzen noch ein drittes Anliegen hinzu, Vers 32, damit ich durch den Willen Gottes mit Freuden zu euch komme, um mich mit euch zu erquicken. Dieser Quicken klingt nach Erholung, nach Ruhe, nach Auftanken. Er will zu ihnen kommen, aber dann nicht wie ein begossener Pudel, der kaum noch Luft holen kann, sondern mit Freuden den Triumphzug, den er vollbracht hat, beenden. Das sind diese drei Anliegen, die er jetzt mitnimmt. Betet dafür, dass die Juden mir nicht widerstehen können, dass die Gemeinde es annimmt und dass ich freudig zu euch kommen kann. Und das ist ein Hinweis für dich nochmal und eine Ermutigung für dich, deine Anliegen deutlich und klar so kundzugeben, wie sie sind. Die Bibel fordert dich auf, schütte dein Herz vor ihm aus. Die Bibel fordert dich auch dazu auf, deine Sorge auf ihn zu werfen. Und genau das tut Paulus hier, das sind Sorgen, die sich aufbäumen, die vor Gott gebracht werden. Nun manchmal treten Gläubige vor Gott so wie wortkarge Untergebene, die sich kaum trauen ein Wort zu sagen, was man noch stammelt ist, Herr, du weißt ja und du kannst doch, aber nur wenn dein Wille auch wirklich ist. Aber was wir hier auch wieder sehen in diesen Anliegen, die Paulus formuliert, ist die Sprache eines ungehemmten Kindes, das in die Arme seines Vaters rennt, egal wie hoch die Autorität ist und ihm einfach darlegt, was sein Herz im Moment bewegt und völlig frei um Dinge bittet, in aller Freimut und anerkennt, du bist Gott, du bist mein Vater, du kannst mit den Dingen umgehen, mit denen ich nicht umgehen kann, du kannst den Missionsbefehl voranbringen, den ich nicht voranbringen kann, aber hier sind die Nöte, die ich sehe. Nun bei Paulus hat das stattgefunden, das auch du immer wieder erleben wirst, dass Gott dein Gebet hört, aber vielleicht nicht so erhört, wie du es möchtest. Denn Paulus wird in Jerusalem vor den ungläubigen Judäern gerettet, aber das hieß in die Haft der Römer zu gehen, dass der Dienst von der Gemeinde gut angenommen wurde, davon können wir ausgehen. Aber dann der Wunsch, die Reise in Freuden zu beenden, sieht eher anders aus. Er ist als Gefangener unterwegs, das Schiff, auf dem er unterwegs ist, leidet Schiffbruch, alle sind drauf und dran, ihr Leben zu verlieren, und dann ist als Gefangener auch noch die Zukunft für ihn ungewiss, ob er überhaupt noch leben wird nach der Anhörung. Und wir sehen dann einen Paulus in Apostelschichte 28, müsste er nicht aufschlagen, aber einen Paulus, der in Apostelschichte 28 endlich seine Geschwister aus Rom antrifft. Und wir lesen dort im Vers 15, und als Paulus sie sah, er sieht, wie die Geschwister auf ihn zukommen, da dankte er Gott und fasste Mut. Es war kein triumphaler Einzug in Rom. Es war eher auf den letzten Drücker und ein Seufzen, endlich geschafft. Und so ist die ganze Reise über Paulus immer wieder von Gott bestärkt worden, immer wieder ermutigt worden und immer wieder vorangebracht worden und am Ende sogar zu dem Ziel gebracht worden, obwohl es zum Teil so aussah, als würde es nicht mehr möglich sein. Und es wird deutlich, Gott hört Gebet und er hört es, aber nicht immer so, wie du es dir wünschst. Was Gott von dir erwartet, wenn es um die unmöglichen Missionsbefehl geht, Herzen für Christus zu gewinnen, die Gemeinde zu bauen. Was er von dir erwartet, ist zu verstehen, dass in erster Linie er als Bauherr am Werk sein muss und du deshalb betest, bevor du dir pragmatische, neue Methoden überlegst. Denn der übernatürliche Dienst erwartet eine übernatürliche Kraft und das gilt auch hier. So schließt Paulus in Vers 33 mit diesem Satz, der Gott des Friedens aber sei mit euch allen. Amen. Das ist so ein Schlusssatz, jetzt könnt ihr den Stift eigentlich weglegen, doch danach in Kapitel 16 kommen noch ein paar Grüße, aber so hat er diesen Abschnitt jetzt beendet, hat sie noch mal Gott anvertraut und ihnen einen Blick darauf gegeben, wie das Evangelium nicht nur sie als Personen prägt, auch nicht nur sie als Gemeinde prägt, sondern wie sie als Bestandteil des Werkes, des Reiches Gottes eine fundamentale Rolle darin spielen können, diesen Auftrag, den Gott mit der ganzen Welt hat, mit voranzutreiben, einen Auftrag, der auch für dich noch heute gilt. Deine Nächsten zu lieben, deine Geschwister zu lieben, deine Güter zu teilen und eifrig zu beten. Vater, wir preisen dich dafür, dass du uns auch da einen Einblick gibst, wie du wirkst und wie du Gemeinden benutzt, auch heute noch darin, dein Werk voranzubringen und wir bitten dich darum, dass wir auch lernen, darin treu zu sein und auch auf diese Weise deine Herrlichkeit zur Schau zu stellen, damit du gepriesen wirst. Amen.
