Mit dieser Serie möchten wir in fünf Teilen und in Kürze beleuchten, was die Bibel insgesamt über die »Stadt« sagt und wie die Gemeinde heute ein Licht in den »Babylons« der Gegenwart sein kann.
Teil 1: Städte in der Bibel: Wir sind nicht allein
Teil 2: Prinzipien der Stadt in der Bibel: Dichte der Verdorbenheit
Teil 3: Prinzipien der Stadt in der Bibel: Dichte der Verlangen
Teil 4: Prinzipien der Stadt in der Bibel: Dichte der Vielfalt
Teil 5: Drei Wahrheiten, die die Gemeinde der Stadt bringen soll
Prinzipien der Stadt in der Bibel
Städte sind Orte der Dichte, in denen Chancen für Gutes wie für Schlechtes gleichermaßen zahlreich sind. Keller stellt fest: »Leider gab es nie eine Stadt auf Erden, die nicht von menschlicher Sünde und Korruption durchdrungen war.«1 Zwar sollte die Stadt ein Ort des Friedens sein (vgl. 4. Mose 35,9–34), doch nach dem Sündenfall treten drei ernüchternde Prinzipien in den Vordergrund: Verdorbenheit, Verlangen und Vielfalt.
Dichte der Verlangen
Die Dichte der Verdorbenheit zieht eine Dichte der Verlangen nach sich. Betrachtet man die düsteren Prinzipien urbaner Städte, so zeigt dieser Punkt, wie die Dichte sündhafter Begierden als »bewusster Impuls nach etwas, das bei Erreichen Freude oder Befriedigung verspricht«2 gelebt wird. Es handelt sich um falsche Anbetung, die zur Sünde führt. Wo Begierde zur Anbetung wird, können alle zuvor genannten Städte erneut als Beispiele dienen. Sodom mit seiner Sodomie (Judas 1,7) oder Korinth mit Tempelprostitution zeigen: Verdorbenheit bringt zwangsläufig sündhafte Verlangen hervor. Darüber hinaus zeigen die Götzenanbetung der Kanaanäer, Ephesus und Athen, wie falsche Begierden und Anbetung in städtischer Dichte gedeihen.
Die kanaanäischen Städte sind bekannt dafür, ihre Leidenschaften durch Götzenkult auszuleben. Bedeutende Städte und Festungen frönten ihren Begierden durch Inzest, Kinderopfer, Homosexualität und Sodomie (4. Mose 18, besonders Verse 24–27). Sie wurden gerichtet, und Israel sollte die Bewohner des Landes vernichten (5. Mose 20,16–17). Dies sollte den Götzendienst ausrotten und künftige Probleme durch falsche Begierden verhindern, die in dichten Umgebungen besonders ausgeprägt sind.
Ephesus war für sein Glaubenssystem bekannt. Die Epheser verehrten etwa 50 Götter, Artemis war die berühmteste. Der Kult um Artemis schloss sexuelle Orgien und Menschenopfer mit ein – ein Bild für Begierden, die in der dichten Stadtumgebung besonders angeheizt werden. Möglicherweise deshalb wurde die Gemeinde in Ephesus aufgefordert, die Waffenrüstung Gottes anzuziehen, um den listigen Angriffen des Satans standzuhalten (Epheser 6,10–20).
Athen übertrifft Ephesus in puncto Götzenanbetung. Als Paulus Athen besuchte, bemerkte er die vielen Altäre für die verschiedenen Götter (Apostelgeschichte 17,16). Es war eine der ältesten Städte, die Paulus besuchte, »ausgestattet mit zahlreichen Darstellungen der Gottheiten, die die Athener verehrten.«3 Athen war also ein Zentrum gelebter Begierden.
Diese Städte sind Beispiele für die Dichte der Verlangen, die zu falscher Anbetung führt.
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1 Tim Keller, Center Church: Doing Balanced, Gospel-Centered Ministry in Your City (Grand Rapids, MI: Zondervan,
2012), 143.
2 “Definition of DESIRE,” 11 April 2024, https://www.merriam-webster.com/dictionary/desire.
3 Eckhard J. Schnabel, Acts, Zondervan Exegetical Commentary on the New Testament 5 (Grand Rapids, Mich:
Zondervan, 2012), 722.




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