Prinzipien der Stadt in der Bibel: Dichte der Vielfalt

Mit dieser Serie möchten wir in fünf Teilen und in Kürze beleuchten, was die Bibel insgesamt über die »Stadt« sagt und wie die Gemeinde heute ein Licht in den »Babylons« der Gegenwart sein kann. 

Teil 1: Städte in der Bibel: Wir sind nicht allein

Teil 2: Prinzipien der Stadt in der Bibel: Dichte der Verdorbenheit

Teil 3: Prinzipien der Stadt in der Bibel: Dichte der Verlangen

Teil 4: Prinzipien der Stadt in der Bibel: Dichte der Vielfalt

Teil 5: Drei Wahrheiten, die die Gemeinde der Stadt bringen soll

Prinzipien der Stadt in der Bibel

Städte sind Orte der Dichte, in denen Chancen für Gutes wie für Schlechtes gleichermaßen zahlreich sind. Keller stellt fest: »Leider gab es nie eine Stadt auf Erden, die nicht von menschlicher Sünde und Korruption durchdrungen war.«1 Zwar sollte die Stadt ein Ort des Friedens sein (vgl. 4. Mose 35,9–34), doch nach dem Sündenfall treten drei ernüchternde Prinzipien in den Vordergrund: Verdorbenheit, Verlangen und Vielfalt.

Dichte der Vielfalt

Wo Menschen zusammenleben, ist die Sünde nie weit entfernt. Das gilt besonders für dicht besiedelte Städte, in denen Verdorbenheit und Begierde oft schamlos ausgelebt werden. Ein drittes Prinzip – Dichte der Vielfalt – ist in jedem urbanen Umfeld Realität. Diese Vielfalt kann, ohne Gott, sündige Kultur und Feindseligkeit hervorbringen. Die Vielfalt beginnt mit der Sprachverwirrung in 1. Mose 11 infolge der Ungehorsamkeit der Bewohner von Babel (1. Mose 11,4). Jede ohne Gott angestrebte Einheit führt letztlich zu sündhafter Vielfalt.

1. Mose 4 zeigt, wie Städte die Kultur der Welt prägen: »Diese Menschen ignorierten und missachteten Gott so sehr, dass ihre Bosheit schließlich die Menschheit insgesamt prägte, bis Gott beschloss, sie zu vernichten.«2 Der Einfluss der Stadt auf die Kultur zeigt sich an Ninive, Babylon und Rom. Die kanaanäischen Städte brachten Israel dazu, Götzen zu verehren und die städtische Kultur zu übernehmen, die sich über das ganze Land ausbreitete. Keller fasst zusammen: »Die kulturelle Entwicklung der Stadt unter der Sünde schafft einen Ort des Stolzes, der Arroganz und des Übermaßes.«3

Vielfältige Städte schaffen zudem Feindseligkeit. Das zeigt sich in Jerusalem, wo sich die Menschen versammelten, um den Messias zu kreuzigen, ebenso wie in den Städten, in denen Paulus das Evangelium verkündete und auf Feindseligkeit bis hin zu Gefangenschaft, Prügeln (Philippi) und Steinigungen (Lystra) stieß.

Eine umfassende Betrachtung aller Städte der Bibel sprengt den Rahmen dieses Artikels. Nach dem Blick auf die ausgewählten Städte lässt sich festhalten: Städte sind Schauplätze einer besonderen Dichte von Verdorbenheit, Verlangen und Vielfalt.

Im letzten Teil dieser Serie werden drei Wahrheiten vorgestellt, mit denen die Gemeinde Salz und Licht in der Stadt sein kann.

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1 Tim Keller, Center Church: Doing Balanced, Gospel-Centered Ministry in Your City (Grand Rapids, MI: Zondervan,
2012), 143.

2 John M. Frame, Systematic Theology: An Introduction to Christian Belief (Phillipsburg, NJ: P&R Publishing, 2013),
98.

3 Tim Keller, “A Theology of Cities,” Cru.Org, n.d., https://www.cru.org/us/en/train-and-grow/leadership-training/ sending-your-team/a-theology-of-cities.html.

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